Weniger Stickstoffoxid auch in Nürnberg

Neue Messungen: Luft in bayerischen Städten wird besser

10.1.2022, 05:58 Uhr
Auch in der Nürnberger Von-der-Tann-Straße blieb die Stickstoffdioxid-Belastung unter dem zulässigen Grenzwert.

Auch in der Nürnberger Von-der-Tann-Straße blieb die Stickstoffdioxid-Belastung unter dem zulässigen Grenzwert. © Michael Matejka

Die Luftqualität in Bayern hat sich im abgelaufenen Jahr weiter verbessert. Insbesondere die Konzentrationen von Stickstoffdioxid waren auch 2021 rückläufig. Für Feinstaub setzte sich das niedrige Niveau des Jahres 2020 fort.

Bereits im Jahr 2020 wurden dort die geringsten Jahresmittelwerte im Vergleich zu den zehn vorangegangenen Jahren erreicht. Das zeigt die Auswertung vorläufiger Messergebnisse des Lufthygienischen Landesüberwachungssystems Bayern (LÜB).

Für Stickstoffdioxid wurde im Jahr 2021 an 46 von 47 LÜB-Messstationen der geltende Jahresmittelgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft deutlich unterschritten.

Rückläufiger Trend

Der bereits seit mehreren Jahren zu beobachtende rückläufige Trend setzte sich somit fort. Doch in der Landeshauptstadt München bleibt nach wie vor einiges zu tun.

So lag dort an der verkehrsreichen Landshuter Allee der Jahresmittelwert bei 51 Mikrogramm und damit erneut deutlich über dem Grenzwert.

Im Jahr zuvor wurden hier noch 54 Mikrogramm gemessen. Seit ein paar Monaten läuft hier ein Luftfilter-Projekt unter wissenschaftlicher Federführung der Uni Bayreuth.

Starke Belastung in Nürnberg

Aber auch in Nürnberg steht noch längst nicht alles zum besten, denn der zweithöchste Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid wurde mit 33 Mikrogramm an der Messstation Von-der-Tann-Straße ermittelt.

Doch immerhin wurde der Stickstoffdioxid-Stundenmittelgrenzwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an allen LÜB-Messstationen zu jeder Zeit unterschritten, wie das Landesamt für Umwelt mitteilt. Zulässig wären 18 Überschreitungen im Kalenderjahr.

Die erneuten pandemiebedingten Einschränkungen für das Silvesterfeuerwerk führten wie bereits beim vergangenen Jahreswechsel zu vergleichsweise geringen Feinstaubwerten am Neujahrstag 2022.

Keine Raketen, kein Dreck

Die maximalen Stundenmittelwerte für Feinstaub der Partikelgröße PM 10 hätten im Gegensatz zu den Jahren vor der Pandemie keine besonderen Ausschläge gezeigt, so das Landesamt.

Allerdings seien die Werte etwas höher gewesen als am Neujahrstag 2021. Damals galt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 eine coronabedingte Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr sowie ein Böller- und Raketenverbot.

In Zukunft könnte die Stickstoffdioxid-Belastung jedoch erneut zu einem Problem werden. Denn die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt in ihren neuen Leitlinien zur Luftqualität, künftig nicht mehr 40, sondern nur noch zehn Mikrogramm pro Kubikmeter zuzulassen.

Sollte diese Empfehlung hierzulande zum Grenzwert werden, hätten das weitreichende Folgen. Laut Umweltbundesamt würden dann an 83 Prozent aller Messstationen in Deutschland die NO2-Werte überschritten werden. Sogar etliche ländliche Stationen würden darüber liegen.

Bei den ebenfalls neu empfohlenen Werten für ultrakleinen Feinstaub der Partikelgröße PM 2,5 könnte sogar an 99 Prozent der Stationen der WHO-Schwellenwert nicht eingehalten werden.

Hohe Gesundheitsrisiken

Ihre zuletzt 2005 aktualisierten Richtwerte hat die WHO verschärft, weil Studien gezeigt haben, wie stark die Gesundheit unter Luftverschmutzung leidet.

Etwa sieben Millionen Menschen weltweit würden dadurch pro Jahr frühzeitig sterben, bei Kindern könnte das Lungenwachstum gestört werden, es könnten verstärkt Asthma-Symptome auftreten.

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