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Erlanger Bergkirchweih 2022: Termin, Corona, Bierpreis

Simone Madre
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Christiane Krodel
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Redaktion Region & Bayern

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18.5.2022, 09:01 Uhr
Der Berg beginnt stets am Donnerstag vor Pfingsten. Dann wird das erste Fass Bier angestochen und die ersten Krüge an die wartende Menge verteilt (Archivbild).

© Harald Sippel Der Berg beginnt stets am Donnerstag vor Pfingsten. Dann wird das erste Fass Bier angestochen und die ersten Krüge an die wartende Menge verteilt (Archivbild).

Es begann im Kleinen mit einem Vogelschießen und einem Pfingstmarkt im Jahr 1755. Heute zieht die Bergkirchweih, das mittlerweile eine über 250-jährige Tradition hat, um Pfingsten herum meist Hunderttausende Besucher an. Oft wird auch die Marke von einer Million Besucher geknackt. Damit ist die Erlanger Bergkirchweih das drittgrößte Volksfest in Bayern.

Wann soll die Bergkirchweih 2022 stattfinden?

Die Bergkirchweih beginnt stets am Donnerstag vor Pfingsten um 17 Uhr. Dann sticht der Oberbürgermeister der Stadt Erlangen das Bier auf einer Tribüne an. 2022 fällt dieses Datum auf den 2. Juni. Dann läuft die Erlanger Bergkirchweih bis Montag, 13. Juni.

Wie steht es um die Planungen?

Die Planungen für die Bergkirchweih 2022 laufen bereits seit Monaten. Bereits Mitte Oktober endete die Bewerbungsfrist für die Schausteller. Begonnen hat mittlerweile auch der Verkauf von Biermarken durch die Kellerwirte und die Brauereien. Der Bierpreis liegt dieses Jahr bei rund 11,50 Euro und ist damit verglichen zu 2019 um zwei Euro gestiegen.

Anders als sonst gibt es bei der Bergkirchweih 2022 auch kein Festzelt. Die Firma Schächtner kann den Betrieb dieses Jahr nicht stemmen. Der Geschäftsführer Christian Jacobsen nennt hier die Gründe. Eine Alternative steht bereits fest: Die Kulmbacher Brauerei AG organisiert dort die Kitzmann Talstation mit Biergarten und Essensständen.

Wie steht es um Corona?

Derzeit sind keine Corona-Einschränkungen wie 3G oder eine Maskenpflicht geplant. Die Entscheidung, ob es Einschränkungen braucht, könne man erst kurz vor dem Fest sicher treffen, hieß es Anfang April aus dem Rathaus. "Wie schnell sich pandemiebedingt die Vorgaben für Großveranstaltungen ändern können, mussten wir bei der kurzfristigen Absage des Weihnachtsmarkts erst leidvoll erfahren", so Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik.

In jedem Fall will die Stadt aber auch den Andrang auf dem Berg entzerren. An den traditionell stark besuchten fünf Abenden am verlängerten Pfingstwochenende und dem zweiten Bergwochenende soll es deshalb ruhigere Musik mit einheitlichen Musikpausen geben. "Ziel dieser Maßnahmen ist es ebenfalls, den Pandemiebedingungen gerecht zu werden", erklärte Veranstaltungsleiter Konrad Beugel.

Klar ist aber auch: Der Berg soll "so wie immer" mit dem Anstich des ersten Fasses an der der T-Kreuzung der Bergstraße und dem Querweg "An den Kellern" eröffnet werden - obwohl es dort in der Vergangenheit oft ein großes Gedränge gab.

Was wird auf der Erlanger Bergkirchweih geboten?

Wie andere Volksfeste bietet die Erlanger Bergkirchweih sowohl Gastronomie als auch Fahrgeschäfte. Das Besondere am "Berch" sind die vielen Kellerstollen auf dem Burgberg, in denen früher das ganze Jahr lang Bier gekühlt werden konnte - lang vor der Erfindung des Kühlschranks. Durch zwei der Keller gibt es eine Führung, in einem dritten sind Sitzmöglichkeiten vorhanden.

Die meisten Gäste der Bergkirchweih finden aber Platz in den Biergärten der Kellerwirte. Für eine heimelige Atmosphäre sorgen alte, mit Lampions geschmückte Kastanienbäume. Zudem gibt es Fahrgeschäfte für Groß und Klein sowie Los- und Schießbuden.

Am letzten Tag wird die Bergkirchweih traditionell mit dem Bierbegräbnis beendet: Festwirte und ihre Helfer ziehen mit Schaufeln, einem Priester (einem der Festwirte) sowie einem letzten Fass Festbier durch die Menge, um dieses zu begraben. Am letzten Abend verabschieden sich die Besucher in traditioneller Weise. Sie schwingen weiße Taschentücher, während das Lied "Lili Marleen" erklingt.

Was müssen Besucher der Bergkirchweih 2022 wissen?

Rucksäcke und große Taschen sind verboten. Darüber informiert die Stadt Erlangen. Zudem darf man auch keine alkoholischen Getränke sowie Glasflaschen mitbringen. Auf dem gesamten Gelände gilt ein Hundeverbot, ausgenommen sind Assistenzhunde.

Rund um das Bergkirchweihgelände gibt es verschiedene Verkehrsbeschränkungen. So sind in diesem Bereich zum Beispiel verschiedene Kurzparkplätze nicht nutzbar. In manchen Straßen ist jedoch ein Aufparken zulässig. Die entsprechenden Regelungen sind bzw. werden beschildert. Betroffen sind die Spardorfer Straße, An den Kellern, Rathsberger Straße, Bergstraße, Leo-Hauck-Straße, Essenbacher Straße, Bayreuther Straße, Wöhrstraße, Unterführung Werker, Hauptstraße, Freifläche östlich des Altstädter Schießhauses, Burgbergstraße, Bubenreuther Weg, Baiersdorfer Straße und die Rudelsweiher Straße. Für erforderliche Straßensperrungen sind die Umleitungen weiträumig ausgeschildert.

Parkplätze stehen am Großparkplatz Innenstadt, Parkplatzstraße, zur Verfügung. An verschiedenen Stellen erfolgt zudem eine entsprechende Wegweisung zum Großparkplatz.

Ist es ungewöhnlich, dass die Bergkirchweih ausfällt?

2020 und 2021 musste der Berg wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Das waren aber nicht die ersten Male, an denen die Erlanger Bergkirchweih nicht stattfinden konnte.

Bis 2019 fiel die Bergkirchweih mindestens 16 Mal aus oder sie wurde verschoben. Im 18. Jahrhundert verhinderten sowohl eine Hungersnot als auch ein heftiges Unwetter, dass das Fest stattfinden konnte. 1886 wurde es abgebrochen, weil König Ludwig II. gestorben war. Während des Ersten Weltkriegs und der folgenden Not fiel die Bergkirchweih 1915 bis 1920 aus. Von 1940 bis 1945 wurde die Kirchweih wegen des Zweiten Weltkrieges nicht gefeiert.