Mietverhandlungen

Diakonie Sophienstraße: Einigung mit Eigentümern in Sicht?

12.1.2022, 19:28 Uhr
Noch ist nicht klar, wie es mit der Diakonie Erlangen als Vermieter und Mieter an der Sophienstraße weitergeht.

Noch ist nicht klar, wie es mit der Diakonie Erlangen als Vermieter und Mieter an der Sophienstraße weitergeht. © Klaus-Dieter Schreiter, NN

Die 34 Senioren im Betreuten Wohnen hatten durch ein Schreiben der Diakonie Erlangen im September erfahren, dass ihre Wohnungen zum 1. Dezember gekündigt sind. Das versetzte sie in Aufregung. Bedeutete das etwa, dass sie ausziehen müssen? Auch die Wohnungseigentümergemeinschaft war überrascht, dass den teilweise über 90-Jährigen gekündigt wurde, ohne Erklärung, wie es für sie weitergeht.

Elke Braun, Vorsitzende des Verwaltungsbeirats, wandte sich mit einer Stellungnahme stellvertretend für die Wohnungseigentümer an unsere Redaktion. "Die Aussage zahlreicher Eigentümer ist ganz klar: Wir werden niemanden auf die Straße setzen und schon gar nicht die Bewohner unserer Anlage", schrieb Braun. Die Eigentümer würden "alles in unseren Kräften stehend dafür tun, dass wir die rechtlichen Hürden zu neuen Verträgen nehmen, damit wieder Ruhe im Haus einkehren kann". Auch der Hamburger Anwalt Bruno-F. Müller als Vertreter und Berater der Wohnungseigentümergemeinschaft stellte in einem Brief an die Bewohner und gegenüber unserer Redaktion klar: "Niemand muss ausziehen."

Auch Pflegeappartements gekündigt

Darüber hinaus wurde bekannt, dass die Kündigung der Diakonie Erlangen nicht nur die Wohnungen des "Betreuten Wohnen", sondern auch 75, also alle, Pflegeappartements im Seniorenheim betraf. Hier war es aber für Anwalt Müller höchstwahrscheinlich, dass man zu einer Einigung komme. Bei den Wohnungen wollten viele, aber nicht alle Eigentümer mit der Diakonie weitermachen und stattdessen lieber an die Senioren direkt vermieten. Eine Mieterhöhung sei seitens der Eigentümer nicht geplant.

Das war der Stand im September. Am 29. November teilte die Diakonie den Bewohnern im "Betreuten Wohnen" mit, dass der von den Vertretern der Eigentümergemeinschaft angekündigte Termin, 30. November, nicht gehalten werden könne. Das bedauere die Diakonie. Die Verhandlungen liefen aber weiter.

Anwalt betont: Niemand muss ausziehen

Auch im neuen Jahr gibt es noch keine Einigung, wie Anwalt Müller bestätigt. Er betont aber, dass sich nichts an der Haltung der Eigentümer geändert habe, was die Bewohner betrifft: Niemand müsse ausziehen, Eigentümer, die nicht mehr mit der Diakonie weitermachen möchten, vermieten dann eben an sie direkt.

Laut Matthias Ewelt, Vorstandsprecher der Diakonie Erlangen, ist eine Entwicklung in Sicht: „Wir haben das Signal erhalten, dass die finalen Verträge Ende Januar, Anfang Februar zur Unterzeichnung vorliegen", so Ewelt.

Diakonie will Lösungen finden

„Unsere Bewohner*innen werden natürlich weiterhin unverändert versorgt“, schreibt Frauke Lilienweiß, Geschäftsführerin der Pflege- und Altenhilfeeinrichtungen. Mietzahlungen der Diakonie an die Eigentümer sowie der Bewohner an die Diakonie liefen ebenfalls weiter.

Die Diakonie Erlangen sei zuversichtlich, einen Mietvertrag mit dem überwiegenden Teil der Eigentümer abschließen. Bezüglich der Eigentümer, die nicht mehr an die Diakonie vermieten wollen, schreibt Lilienweiß: „Das sind Einzelfälle und betreffen nicht den Bereich Pflege. Wir werden für jeden einzelnen Bewohner und jede Bewohnerin eine gute Lösung finden.“

Zum Beispiel könne im Falle eines direkten Mietverhältnisses zwischen Eigentümer und Bewohner die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst und eine hauswirtschaftliche Versorgung weiter durch die Diakonie oder durch einen anderen Anbieter erfolgen. Vor allem hoffe die Diakonie, dass es eine baldige Einigung geben wird, die zur Entspannung der Situation führt.

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