Niedrige Temperaturen erwartet

In Erlangen und Umgebung kann man bei der "17. Stunde der Wintervögel" dabei sein

7.1.2022, 12:30 Uhr
Ab 6. Januar rufen der bayerische Naturschutzverband LBV und sein bundesweiter Partner NABU zur „Stunde der Wintervögel“ auf.

Ab 6. Januar rufen der bayerische Naturschutzverband LBV und sein bundesweiter Partner NABU zur „Stunde der Wintervögel“ auf. © e-wz-wz-20220103_131729-1.jpg, NN

Ab 6. Januar rufen der bayerische Naturschutzverband LBV und sein bundesweiter Partner NABU wieder alle Vogelfreunde dazu auf, bei der „Stunde der Wintervögel“ die gefiederten Gäste im Garten, am Balkon oder im Park zu zählen und dem LBV zu melden. „In der kalten Jahreszeit, in der viele sich die Natur lieber von einem gemütlichen Platz im Warmen aus anschauen, ist das Zählen von Rotkehlchen, Blaumeise und Grünfink im Garten oder am Balkon eine bunte Abwechslung und sinnvolle Beschäftigung“, so die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson.

Denn mittlerweile ist es auch wissenschaftlich erwiesen: Vogelbeobachtung fördert die Lebensqualität und macht einfach glücklich. Zur Zählaktion stellen sich den Naturschützer*innen auch in diesem Jahr spannende Fragen: Kommen wieder mehr Waldvögel, wie Eichelhäher, Buchfink oder Gimpel, an die Futterstellen in unseren Gärten als im letzten Jahr? Wird sich der derzeitige Einflug von Bergfinken in Norddeutschland bis nach Bayern auswirken?

Und welche Folgen hat die angekündigte Temperaturabkühlung zum Aktionszeitraum auf die Vogelwelt? Deshalb heißt bis 9. Januar wieder "rausschauen und mitzählen". Alle Teilnehmer können ihre Beobachtungen von den Zähltagen dem LBV bis zum 17. Januar melden, am einfachsten online unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

Samen und Baumfrüchte im Wald sind knapp

„Ist das Nahrungsangebot in den Wäldern knapp, gibt es also nicht genügend Bucheckern, Eicheln oder andere Baumfrüchte, dann kommen Vögel auf Nahrungssuche häufig in unsere Gärten“, erklärt Angelika Nelson. Wenn das natürliche Nahrungsangebot auch in den nördlichen Brutgebieten rar ist, ziehen Vögel aus Nord- und Osteuropa vermehrt nach Südwesten und landen so auch in Bayern. Derzeit können viele Bergfinken in den nördlichen Bundesländern beobachtet werden. Die Stunde der Wintervögel wird zeigen, wie viele und in welchen Regionen diese und andere Wintergäste in den bayerischen Gärten unterwegs sind.

Nach den milden Temperaturen an Weihnachten und Silvester werden für das Wochenende um den Dreikönigstag in einigen Teilen Bayerns wieder winterliche Minusgrade erwartet. Ist der Boden mit Schnee bedeckt, gestaltet sich die Nahrungssuche für Vögel noch schwieriger. Dabei ist es wichtig, dass sie ihre Energiereserven nach kalten Nächten schnell wieder auffüllen können. „Eine Fütterung im Garten oder am Balkon kann daher zahlreiche Wintervögel anlocken“, weiß die LBV-Biologin.

Live-Online-Zählung mit Fragemöglichkeit

Alle, die gerne noch mal üben wollen oder Fragen zur Stunde der Wintervögel haben, lädt der LBV am 9. Januar ab 10 Uhr zu einer Live-Online-Vogelzählung mit der LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson auf seinem YouTube-Kanal ein. „Wir werden eine Stunde lang die Vögel zählen, die wir über die Webcam an der LBV-Futterstelle in Hilpoltstein sehen, und dabei alle Fragen rund um die Aktion und unsere häufigen Wintervögel beantworten“, so LBV-Sprecher Markus Erlwein.

Wer vor der Zählung sein Vogelartenwissen noch verbessern oder auffrischen möchte, dem bietet der LBV auf seiner Webseite einen kostenlosen Onlinekurs. Jederzeit buchbar kann jede*r so in nur 45 Minuten das Wichtigste über Vogelbeobachtung und Vogelbestimmung lernen. „Mit unserem kostenlosen Onlinekurs kann jede und jeder vorab spielend die zwölf häufigsten heimischen Wintervögel kennenlernen und dann sein frisch erworbenes Wissen direkt ab Donnerstag anwenden und bei der Mitmachaktion mit uns teilen“, freut sich Erlwein. „Im Vorjahr absolvierten rund 1000 Vogelfans erfolgreich unseren neuen Kurs und waren danach voll des Lobes“, weiß Erlwein.

Bei der vergangenen großen Vogelzählung im Januar 2021 beteiligten sich über 40000 Menschen im Freistaat. Insgesamt gingen Meldungen aus fast 30000 Gärten und Parks ein. Der Haussperling ergatterte den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Bayerns Gärten, Feldsperling und Kohlmeise folgten auf Platz zwei und drei.

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