Zehnjähriger Höhlenfachmann

Viertklässler aus Erlangen siegt bei Kai Pflaumes TV-Rateshow

Christoph Benesch
Christoph Benesch

Erlangen

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13.1.2022, 14:30 Uhr
Niklas Uhl (10), der beim DAV Erlangen klettert, bezwang Komiker Bernhard Hoecker (re.) in der ARD-Quizshow von Kai Pflaume.

Niklas Uhl (10), der beim DAV Erlangen klettert, bezwang Komiker Bernhard Hoecker (re.) in der ARD-Quizshow von Kai Pflaume. © Foto: Thorsten Jander/NDR

Der 8. Januar war ein ganz besonderer Tag bei Familie Uhl in Buchenbühl. Die Oma war zum Fernsehgucken gekommen, außerdem hatte Sohn Niklas einen Freund zur Übernachtung eingeladen. Doch statt eines Zeichentrick-Films oder einer Tierdoku schalteten Mama Jutta und Papa Stefan die ARD ein. Es lief "Klein gegen Groß", eine Quizshow, in der Moderator Kai Pflaume Kinder begrüßt, die mit einer speziellen Fähigkeit Stars aus Sport, Film und Fernsehen herausfordern. "Eigentlich war der Plan gewesen, die Oma damit zu überraschen, dass Niklas im Fernsehen ist", sagt Stefan Uhl. Aber die wusste da längst Bescheid - Fernsehprogramm, Zeitung und Werbespots hatten den Enkel da schon verraten.

Anspruchsvolles Höhlenquiz

Der Zehnjährige trat in einem anspruchsvollen Höhlenquiz gegen Schauspieler, Comedian und Hobby-Höhlenforscher Bernhard Hoecker ("Switch") an. In fünf Runden ging es abwechselnd darum, bekannte und weniger bekannte Höhlen weltweit vor allem anhand der Größe zu erkennen. Wie gut, dass Papa und Mama Uhl Höhlenforscher von Beruf sind und als langjährige Höhlenführer beim DAV Erlangen Touren anbieten. Auch Niklas ist da regelmäßig mit dabei, das erste Mal war er mit gerade einmal drei Wochen in einer Höhle. "Es vergeht eigentlich keine Woche, in der wir nicht in irgendeiner Höhle sind", sagt er. Mit Helm, Seilen und Sicherungssystemen erforscht und erkundet er dann mit seinen Eltern zum Beispiel in der Fränkischen Schweiz jahrtausendealte Höhlen, immer auf der Suche nach unentdeckten Räumen, spannenden Details oder neuen Entdeckungen.

Nun ging es aber im Fernsehstudio in Berlin darum, etwa nur anhand der Zahl 663 zu erkennen, dass es sich um die Mammuthöhle in Kentucky in den USA handelt. "Es waren etwa 70 Höhlennamen, die wir im Vorfeld der Show auf Karteikarten geschrieben hatten - und auf der Rückseite die Informationen dazu", erzählt Niklas. Gut zwei Monate vor der Aufzeichnung der Show am 24. Oktober begann der Bub, sie auswendig zu lernen wie für eine Schulprüfung. "Ich musste die 70 Höhlen aus fünf unterschiedlichen Richtungen wissen": Noch war ja unklar, ob nach Entdeckungsjahr, Länge, Tiefe, Ort oder Entdecker der Insel gefragt wird.

Keine Nervosität

Im Fernsehstudio dann war Niklas beeindruckend souverän, kein Anflug von Nervosität - "Kai Pflaume hatte sich vorher jedem Kind vorgestellt und mit uns gesprochen", erzählt Niklas. "Erstaunlich normal" empfand der Vater den berühmten Moderator, dem es vor allem darum ging, den Kindern seiner Show jede Angst zu nehmen. Auch sonst, sagt Niklas, der sogar geschminkt und gepudert wurde, waren alle im TV-Studio nett zu ihm. Die perfekte Umgebung also, um sich dann auf sein Können zu konzentrieren.

Niklas und Jutta Uhl in Höhleneingang

Niklas und Jutta Uhl in Höhleneingang © privat

Und wirklich: Niklas holte alle Punkte, wusste alle Höhlen und war sogar bei der entscheidenden Stichfrage eine Zehntelsekunde schneller, um Bernhard Hoecker knapp zu besiegen. "Das war am Schwierigsten", sagt Niklas, "bis zum Sendetermin dann den Sieg, das tolle Abenteuer für sich zu behalten."

Spannende Ausstellung im Museum

Doch auch wenn er nun vielleicht über die ein oder andere Höhle sogar ein wenig mehr weiß als Mama und Papa, die Höhlen sollen nur ein schönes Hobby bleiben, so wie der Fußball beim ASV Buchenbühl oder das Tennis beim Club am Marienberg: "Am liebsten würde ich Innenarchitekt werden", sagt er. Räume gestalten, aus tristen Studenten-"Höhlen" tolle Wohnträume zaubern, das wäre es. Zuletzt hat er da auch in der Gestaltung tatkräftig mitgeholfen, als sein Vater mit dem Spielzeugmuseum in Nürnberg eine tolle, kindgerechte Ausstellung über Höhlenforschung auf die Beine stellte, die man aktuell noch besichtigen kann.

Fanpost von Freunden und sogar ihm Unbekannten Höhlenfans hat der Viertklässler der Buchenbühler Grundschule nach der Sendung, die auch in der Schweiz und Österreich ausgestrahlt wurde, zahlreich erhalten. Er freut sich über die Anerkennung und das Kettcar, das er im Quiz gewann. Am meisten aber sehnt er sich schon wieder nach dem nächsten Ausflug mit den Eltern in irgendeine neue, finstere, kühle und spannende Höhle.

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