Einige Pop-Ups in Nürnberg

Dinner an ungewöhnlichen Orten: Mit Kürbis und Curry gehen Nürnberger Pop-Ups in die nächste Runde

Andrea Munkert

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4.12.2023, 15:24 Uhr
Abel Gebredingl und Henri Diagne: Das Duo stellt seit 2021 Pop-up-Dinner auf die Beine.

© Abel Gebredingl Abel Gebredingl und Henri Diagne: Das Duo stellt seit 2021 Pop-up-Dinner auf die Beine.

"Es ist eine Win-Win Situation", erklärt Abel Gebredingl das Konzept seiner Restaurant-Idee. Nachdem er interimsweise die Leitung des Zeitungscafés Hermann Kesten übernommen hatte, haben er und sein Geschäftspartner, Küchenchef Henri Diagne, bereits Anfang Oktober zu verschiedenen "Pop-up-Abendessen" in den Kapitelsaal des Sebalder Pfarrhofs eingeladen. Das war jedoch nur der Auftakt zu einer spannenden Serie an kulinarischen Pop-Ups - also: der kurzzeitigen Einmietung des Gastronomen-Duos in ihnen fremden Lokalitäten in Nürnberg.

Zum Hintergrund: Gebredingl und Diagne wünschen sich schon länger eine neue Wirkungsstätte in der Altstadt. Und die Gemeinde von St. Sebald bot für den Aufschlag der Pop-Up-Reihe mit ihrem denkmalprämierten Pfarrhof und dem Café Maulbeere den idealen Rahmen für das kreative Schaffen der beiden Gastronomen.

Das Konzept: Verborgene Orte kulinarisch aufleben lassen

Bereits seit 2021 stellen Gebredingl und Diagne Pop-up-Dinner auf die Beine. Dabei suchen sie sich immer wieder verschiedene Locations der Nürnberger Gastro aus und kreieren für einen oder mehrere Abende ein Dinner-Menü vom Feinsten.

Es geht darum, besondere Orte und außergewöhnliche kulinarische Ideen zusammen zu bringen. So entstehen beispielsweise im aktuellen Raum, dem historischen Kapitelsaal des Sebalder Pfarrhofes, gewinnbringende Synergie-Effekte mit dem Café "Die Maulbeere".

Köstliche Kuchen: Café "Die Maulbeere" in Nürnberg

Das Café Maulbeere im Sebalder Pfarrhof ist den Nürnbergern als Ort in der Altstadt für köstliche Kuchen und guten Kaffee und als "pulsierendes Festival-Café" vertraut. Mit der Pop-up-Idee konnten die außergewöhnlichen Räumlichkeiten des Sebalder Pfarrhofes, die regelmäßig für Veranstaltungen und private Feiern vermietet werden, auch an den Abenden von einer breiten Öffentlichkeit kulinarisch erlebt werden.

Dem Duo Gebredingl und Diagne war es besonders wichtig, eine möglichst zentral gelegene Örtlichkeit für die Dinner zu organisieren. So konnten die Gäste vor dem Abendessen etwa in der Maulbeere einen Drink mit Blick auf Kirche und Rathaus genießen oder danach in eine der nahegelegenen Bars weitergehen. "Hier in der Nürnberger Kulinarikwelt herrscht eine sehr kollegiale Stimmung", sagt Gebredingl. Von Konkurrenzkampf keine Spur, vielmehr profitiere hier jeder vom Anderen.

Auf in die Mobile Kochkunst in Nürnberg

Nach dem Auftakt im Oktober geht es in der Vorweihnachtszeit in die nächste Runde: In der MoKo, der Mobilen Kochkunst, mitten im Herzen der Altstadt Nürnbergs am Weinmarkt 10 gelegen, geht es nun weiter mit den Pop-Ups. Am Montag, 11. Dezember, Dienstag, 12. Dezember, sowie nochmals am Montag, 18. Dezember, und Dienstag, 19. Dezember, geht es jeweils um 18.30 Uhr los. Zum Menü werden passende Weine ausgeschenkt. Zuerst werden die Gäste mit einem Aperitif empfangen, der erste Gang des Menüs wird um 19 Uhr serviert. Reservierungen, die für die eine große Tafel in der Mobilen Kochkunst notwendig sind, können telefonisch unter Mobil 0171/1237032 dingfest gemacht werden.

Das kommende Menü mit - unter anderem - Holzmakrele auf Brokkoli, Dill und einer Muschel, Maispoularde an Raz el-Hanout, Karotte und Getreide, und Grünem Curry mit Kokos und Koriander kostet inklusive Aperitif 96 Euro pro Person. Für die Weinbegleitung zeichnet Sommelier Difan Xu verantwortlich. Er ist bei allen Pop-Ups support für Gebredingl und Diagne.

Auch Frühstück im Pop-Up-Format steht bevor

An ein paar morgendlichen Terminen wollen die Gastro-Experten in den kommenden Tagen auch noch ihr Frühstücks-Konzept vorstellen: In den Räumen von "The Culinary Collective" in Nürnberg-St. Johannis (Sankt-Johannis-Mühlgasse 2C) geht es am Samstag, 9. Dezember, Sonntag, 10. Dezember, nochmals am Wochenende von 16. und 17. Dezember sowie am 22. und 23. Dezember, auch um ihre Ideen zum Thema "Frühstück".

Dazu hat Xu eine kleine, feine Wein- und Schaumwein-Auswahl kuratiert, Cocktails und alkoholfreie Getränke sind selbstverständlich auch zu haben. Außerdem gibt es eine Auswahl von Kaffee, die von der Rösterei Gufonero aus Nürnberg geliefert wird. Um 9.30 Uhr geht es an allen angedachten Tagen los. um 15 Uhr ist jeweils Schluss. Aus Platzgründen können nur jeweils Zeitfenster von eineinhalb Stunden angeboten werden, auch für diese Termine sind also Reservierungen nötig: am besten telefonisch unter der Mobilfunknummer 0171/1237032.

Pop-Up-Dinner mit wechselnden Menüs

Henri Diagne, gebürtiger Nürnberger, ist für die Zusammenstellung und Zubereitung der Speisen zuständig. Er hat in den vergangenen Jahren in Sternerestaurants wie dem "L'Impertinent" von Fabian Feldmann gekocht und bringt auch in der Heimat die nötige Erfahrung mit. Zu jedem Pop-up-Dinner lässt er sich ein neues Menü einfallen. Bei den anstehenden Abendessen im Kapitelsaal steht unter anderem Taube mit Sellerie, Miso und Zwetschge oder auch eine Kombination aus Kartoffel, Ei, Haselnuss und Schnittlauch auf der Speisekarte. Für das Essen zahlt man pro Person 86 Euro, für eine Weinbegleitung kommen noch einmal 69 Euro dazu.

Gebredingl und Diagne sind nach jahrelanger Zusammenarbeit ein eingespieltes Team. Von der Planung, über die Vorbereitungen bis hin zum eigentlichen Dinner erledigt das Duo alles selbst. Kochen, servieren, aufräumen - ein Zwei-Mann-Betrieb.

Die Auswahl an Getränken ist zwar überschaubarer als in einem regulären Restaurant, unterschiedliche Weine, Biere und einige Softdrinks werden jedoch auf jeden Fall angeboten. Es gehe bei den Pop-up-Dinnern auch nicht um die Quantität des Angebots, sondern viel mehr um die Qualität - auch um die Qualität des Zusammenkommens, so Gebredingl.

Die Gäste sollen Spaß haben, einander kennenlernen und bei gutem Essen neue Kontakte knüpfen. Locker und leicht soll das Ganze sein, eine spontane Atmosphäre wie sie eben auch zu einem Pop-up-Dinner passt. Es müsse auch nicht alles perfekt sein, denn das Konzept lebe von seinen Ecken und Kanten. Sowohl vom Ort als auch kulinarisch sollen die Pop-Up-Abende oder -Events eine Neuentdeckung sein.

Mehr Informationen in unserer Rubrik "Essen und Trinken"!

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