Impf-Statement irritiert

Frustriert wegen 2G: Friseur sorgt mit Plakat für Wirbel

Sabine Dietz
Sabine Dietz

Lokalredaktion Fürth

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13.1.2022, 18:30 Uhr
Um Verdächtigungen vorzubeugen, hat Friseur Stefan Ruff sein Statement am Eingang nun um den Zusatz ergänzt, dass auch bei ihm nur Geimpfte oder Genesene Zutritt haben.

Um Verdächtigungen vorzubeugen, hat Friseur Stefan Ruff sein Statement am Eingang nun um den Zusatz ergänzt, dass auch bei ihm nur Geimpfte oder Genesene Zutritt haben. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Dass sich Friseurmeister Stefan Ruff damit als Corona-Leugner ausweise, wird ihm unterstellt, eine "besorgte Bürgerin" hält ihm vor, "grob fahrlässig bzw. vorsätzlich" die aktuellen Corona-Bestimmungen zu missachten. Ruff weist den Vorwurf, den Corona-Status der Kundschaft nicht zu prüfen, zurück: "Das ist eine Frechheit, das Plakat ist lediglich eine Meinungsäußerung." In seinem Salon in der Fürther Straße halte man sich "natürlich" an die aktuell gültige Vorschrift, lediglich Geimpften oder Genesenen die Haare zu frisieren. Angemessen allerdings findet der Friseurmeister die Regelung, die seit 24. November in Bayern gilt, tatsächlich nicht; er bezeichnet sie als "Gängelung".

"Jeder, der aktuell negativ getestet ist, ist schließlich sicherer als ein Geimpfter oder Genesener" – weil er mit höherer Wahrscheinlichkeit weniger Virenlast mit sich herumschleppe. Ein Drittel der Kundschaft habe seit der Neuregelung, die das Haareschneiden nicht mehr erlaubt, wenn nur ein Negativ-Test vorliegt, abgesagt. Viele fragten telefonisch nach – die Unsicherheit sei groß, "weil sich die Auflagen ja auch ständig ändern".

"Klar Position beziehen"

Das Plakat spiegele lediglich seine persönliche Meinung wider, sagt Ruff, der selbst geimpft ist. Und mit der wolle er in einer Zeit, "in der sich kaum mehr einer sagen traut, was er denkt, klar Position beziehen". Schließlich wolle man "auch niemanden ausschließen". Bleibe es das Jahr über bei der 2G-Regelung, "dann kann ich zusperren", prophezeit der Geschäftsmann.

Bereits das Weihnachtsgeschäft sei so schlecht gewesen wie noch nie. Die Azubis im Salon, die in dieser Zeit normalerweise alle Hände voll zu tun hätten, um Kindern die Haare zu schneiden, seien zur Untätigkeit verdammt gewesen. Auch alle über zwölf Jahre, die nicht geimpft sind, dürfen nicht bedient werden. "Hätte mir vor zwei Jahren einer erzählt, dass ich nur noch Geimpfte bedienen darf, hätte ich ihm den Vogel gezeigt", sagt Ruff.

Polizei war schon im Salon

Das Plakat blieb auch über Veitsbronn hinaus nicht unbemerkt. Bereits dreimal sei die Polizei dagewesen, so Ruff, einmal auch mit einer Mitarbeiterin des Gesundheitsamts. Allerdings ohne etwas an den Kontrollen der Kundschaft zu bemängeln. Lediglich dass einzelne Mitarbeiter nur medizinische Masken statt FFP2-Exemplare trugen, sei moniert worden. Das Plakat will Ruff nicht abnehmen, allerdings hat er es mittlerweile um den Zusatz ergänzt, dass auch in seinem Salon die 2G-Regel gilt – also nur Geimpfte oder Genesene Zutritt haben.