Grundschule Seeackerstraße

Fürther Norden: Schultransfer für Kinder fällt weg

Gwendolyn Kuhn
Gwendolyn Kuhn

Lokalredaktion Fürth

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13.1.2022, 11:00 Uhr
An der Haltestelle Kronacher Straße steigen die Kinder aus Sack, Bislohe und Braunsbach, die die Seeacker-Grundschule besuchen, künftig ein und aus.

An der Haltestelle Kronacher Straße steigen die Kinder aus Sack, Bislohe und Braunsbach, die die Seeacker-Grundschule besuchen, künftig ein und aus. © Wolfgang Händel, NN

Grund für die Neuregelung: Seit nunmehr zwei Schuljahren müssen keine Schüler der Seeackerschule mehr in die Sacker Grundschule ausweichen, wie es aus Platzgründen lange Zeit der Fall war. Weil nun aber diese Unterrichtsfahrten zwischen beiden Standorten wegfallen, gibt es keine Zuschüsse mehr vom Freistaat, dafür aber die Vorgabe der Staatsregierung zu prüfen, ob der Transport auch mit öffentlichem Nahverkehr machbar ist.

Die Stadt kam diesem Auftrag nach und befand, dass dies im Umfeld der Seeackerschule möglich sei – allerdings mit etwas Vorlauf, damit sich Kinder und Eltern mit der neuen Situation anfreunden können. Deshalb bekamen die Mädchen und Jungen aus den betroffenen Stadtteilen, die weiter als zwei Kilometer entfernt von der Schule wohnen und damit ein Recht auf Beförderung haben, eine Wertmarke, ebenso jene, die zwar nicht dieses Kriterium erfüllten, aber jenseits des Frankenschnellwegs wohnen und damit einen gefährlicheren Weg haben. Außerdem prüfte die Stadt die Strecke jedes einzelnen Kindes darauf hin, ob sie zumutbar ist.

Bis zu den Weihnachtsferien war noch immer der Schulbus im Einsatz, parallel dazu konnten aber auch schon das Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr eingeübt werden. Wenn diesen Montag die Schule wieder beginnt, verkehrt nur noch der Linienbus der Infra.

Zufrieden mit der neuen Lösung sind allerdings nicht alle Eltern der gut 20 betroffenen Kinder. Ein eigens anberaumter Informationsabend im Oktober konnte nicht bei allen die letzten Zweifel ausräumen, wie auch einem Schreiben zu entnehmen war, das sie den FN zugeschickt haben.

Im Finanz- und Verwaltungsausschuss, der kurz vor Weihnachten tagte, lag deshalb auch noch ein Antrag der CSU vor, der sich dafür aussprach, den Schulbustransfer zumindest bis zum Ende des laufenden Schuljahres fortzuführen. Nach einem eingehenden Austausch jedoch, so Schulbürgermeister Markus Braun, habe die Fraktion den Antrag zurückgezogen. Der Grund: auch sie zeigte sich nun überzeugt davon, dass die Umstellung klappen könnte – zumal die Stadt einige Nachbesserungen auf den Weg gebracht hat.

Die Eltern hätten sich vor allem die Entschärfung einiger Gefahrenstellen gewünscht. Gemeinsam mit der Polizei, dem Straßenverkehrsamt, dem Schulverwaltungsamt und der Infra habe man nach Lösungen gesucht, sagt Bürgermeister Markus Braun. So soll in der Seeackerstraße ein Zebrastreifen künftig die Querung erleichtern. Sobald es die Witterung zulässt, verspricht er, werden die Markierungen aufgebracht.

Um den Kreisverkehr von Kronacher Straße und Seeackerstraße ist bereits jetzt Tempo 30 ausgewiesen. Für die gesamte Kronacher Straße, an der die Bushaltestelle liegt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu verordnen, ist laut Braun nicht nötig, denn: Bereits jetzt gebe es unmittelbar am Haltepunkt eine Querungshilfe, die aber nur am Morgen benötigt werde, wenn der Bus auf der gegenüber liegenden Seite stoppt.

Haltestelle verlegt

Um die Kinder sicher über die Straße zu begleiten, haben sich einige Eltern von der Polizei als Schulweghelfer ausbilden lassen. Nach den Ferien kommen sie zum Einsatz.

Bereits verlegt wurde die Bushaltestelle in der Sacker Hauptstraße in Richtung Schule, die bislang sehr schmal ausfiel. Sie liegt ab sofort abseits der Hauptverkehrsader im Pflugweg, der weniger frequentiert ist und in dem keine anderen Fahrzeuge den Bus passieren und so für eine Gefährdung sorgen.

In einem Punkt allerdings zeichnet sich lediglich ein Kompromiss ab. Die Abfahrtszeiten der Infra-Busse lassen sich nicht mehr an die Schulzeiten anpassen, denn dies hätte eine komplette Umstellung des öffentlichen Nahverkehrs mit sich gebracht. Bis auf eine Ausnahme aber sind die Fahrten kompatibel mit dem Unterricht.

Neubewertung im März

Lediglich wenn er um 12.15 Uhr endet, müssten die Kinder fast 30 Minuten an der Haltestelle an der Kronacher Straße warten. Die Kompromisslösung: Etliche Eltern nahmen den Vorschlag der Schule an, dass ihre Kinder einige Minuten früher gehen dürfen, um den vorherigen Bus zu erwischen.

In der verbleibenden Unterrichtszeit, so das Versprechen der Schule, werde kein relevanter Stoff mehr vermittelt. Nicht alle Betroffenen wollten sich darauf einlassen. Zu viel Lernzeit gehe damit verloren – nach monatelangem Schulausfall wegen Corona sei das nicht vertretbar. Inzwischen, so versichert Braun, habe sich nun doch noch die Möglichkeit gefunden, dass diese Kinder in einem Raum betreut werden, bis ihr Bus fährt.

Unterstützung bekommen sollen in der ersten Schulwoche nach den Ferien auch die Mädchen und Jungen, die den Hort in Sack besuchen. Sie werden in der ersten Woche vom Hortpersonal an der Schule in Empfang genommen. Gemeinsam fahren sie dann mit dem Bus zum Hort, um dies mit den Kindern einzuüben.

Auf dem Schirm behalten will man bei der Stadt, wie sich das neue System einpendelt. Im März soll das Thema deshalb erneut im Finanz- und Verwaltungsausschuss behandelt werden. Dann werde man prüfen, so Braun, ob sich der Ablauf eingespielt habe.

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