Skoda Fabia, Hyundai i20, Citroën C3

Vergleich: Wie groß sind diese Kleinen?

23.6.2022, 16:47 Uhr
Der Begriff "Kleinwagen" trifft auf Citroën C3 (o.l.), Skoda Fabia (u.l.) und Hyundai i20 nur bedingt zu - eher sind sie als kleine Kompakte einzuordnen.

© Hersteller Der Begriff "Kleinwagen" trifft auf Citroën C3 (o.l.), Skoda Fabia (u.l.) und Hyundai i20 nur bedingt zu - eher sind sie als kleine Kompakte einzuordnen.

Die drei Kleinwagen treten im Vergleich mit rund 100 PS starken Turbobenzinern an. Noch neu auf dem Markt ist der Skoda Fabia, gefolgt vom auch noch recht frischen Hyundai i20 und dem Ältesten im Trio, dem Citroën C3. Ist es Skoda nun gelungen, den Fabia in der vierten Generation zu einem Alleskönner zu machen?

Von den Maßen her ist der Fabia, der wie seine Geschwister VW Polo und Seat Ibiza die Volkswagen-Konzernbasis MQB A0 nutzt, fast schon ins nächsthöhere Kompaktklassen-Segment aufgestiegen. Jedenfalls ist er rundum gewachsen. Dass Kleinwagen – oder besser: kleine Kompakte - immer größer werden, ist an sich keine neue Nachricht, aber der Fabia legt allein um 11,6 Zentimeter in der Länge, gut acht Zentimeter beim Radstand und knapp fünf Zentimeter in der Breite zu.

Der aktuellen Fabia ist nur noch als Fünftürer und nicht mehr, wie früher, auch als Kombi erhältlich.

Der aktuellen Fabia ist nur noch als Fünftürer und nicht mehr, wie früher, auch als Kombi erhältlich. © Hersteller

Dieses Plus wirkt sich gegenüber dem Vorgänger im Innenraum aus - und auch gegenüber den Kontrahenten: Die Insassen fühlen sich nicht nur vorn, sondern auch hinten gut untergebracht, soll heißen, auf bequemen, breiten und deshalb langstreckentauglichen Sitzen vorn und im Fond auf einer leicht körperbetonten Bank. Selbst größer gewachsene Passagiere geraten im rückwärtigen Bereich nicht in Kopf-Kontakt mit dem Dachhimmel. Für den Komfort sorgen neben separaten Luftausströmern Annehmlichkeiten wie Mittelarmlehne, Handyhalter und Taschen an den Vordersitzlehnen samt USB-C-Anschlüssen.

Auf Wunsch gibt es für den Fabia ein Digitalcockpit und auch eine Automatik.

Auf Wunsch gibt es für den Fabia ein Digitalcockpit und auch eine Automatik. © Hersteller

Viel Platz an Bord

Ein- und Ausstieg erfordern keine Verrenkungen, die Türen fallen satt ins Schloss. Vorn kommt zwar auch Kunststoff zum Einbau, allerdings spürbar aufgewertet durch Alu- und Stoffelemente. Ins große Gepäckabteil mit höhenverstellbarem Boden, Halterung und Seitentasche passen beim Fabia vorbildliche 380 Liter (Hyundai i20 nur 262 Liter, Citroën C3 300 Liter), maximal sind es beim Skoda 1190 Liter (i20 1075 Liter, C3 922 Liter). Beim Skoda freut sich der Nutzer über einen fast ebenen Ladeboden und einen ausklappbaren Schutz der Ladekante.

Das Cockpit (digital und variabel für 420 Euro Aufpreis) ist im Fabia recht übersichtlich, die Bedienung wird erleichtert durch klassische Tasten. Separat angeordnet ist die Klimaeinstellung. Auch an Ablagen ist gedacht, in einer induktiven Schale lädt das Smartphone. Per Android Auto und Apple CarPlay kann es seine Inhalte auf den 9,2-Zoll- Touchscreen spiegeln.

Dreizylinder-Trio

Nicht ganz überzeugen konnte uns die Kraft des Motors im Fabia 1.0 TSI, einem Dreizylinder wie bei den beiden Konkurrenten und mit gleichem Hubraum wie der des Hyundai i20 ausgestattet. Der Skoda-Einliter bringt es auf 70 kW/95 PS und 175 Newtonmeter Drehmoment. Gegenüber dem Hyundai-Einliter, der 74 kW/100 PS und 172 Newtonmeter Drehmoment (Sechsganggetriebe) leistet oder dem C3 fehlt ihm im Verkehrsalltag öfters die Durchzugskraft. Das hängt weniger mit dem Gewicht zusammen – mit jeweils rund 1200 Kilogramm liegen die Drei mehr oder weniger gleichauf - sondern eher an der langen Übersetzung der Fabia-Fünfgangschaltung.

Von den drei Kontrahenten pflegt der Citroën C3 den expressivsten Auftritt.

Von den drei Kontrahenten pflegt der Citroën C3 den expressivsten Auftritt. © aum/Hersteller

Am stärksten motorisiert ist der Citroën C3, dessen 1,2-Liter-Aggregat 81 kW/110 PS und 205 Newtonmeter leistet. Als einziger der Vergleichs-Kandidaten tritt er mit (Sechsgang-)Automatik an. Der Franzose beschleunigt zwar nicht so schnell wie die beiden Kontrahenten, in 11,2 Sekunden bewegt sich die Tachonadel von 0 auf 100 km/h (Fabia 10,6, i20 10,4 Sekunden), doch der C3 hinterlässt einen elastischeren Eindruck. Unterm Strich bleiben die Unterschiede marginal. Speziell der Fabia nähert sich verhalten der angegebenen Spitze von 195 km/h (C3 193 km/h, i20 188 km/h).

So sieht es im Interieur des Franzosen aus.

So sieht es im Interieur des Franzosen aus. © Hersteller

Fast gleichauf sind die Drei beim Praxisverbrauch: 6,2 l/100 km beim Hyundai, dem ein Mildhybridsystem hilft, 6,4 l/100 km beim Skoda und 6,8 l/100 km beim Citroën. Zurückhaltend gefahren, begnügt sich jeder des Trios mit gut fünf Litern auf der Distanz. Übrigens: Für Kunden, die eine etwas souveränere Leistung beim Fabia suchen, empfiehlt es sich, zur flotteren 110-PS-Version des 1.0 TSI zu greifen (einen Fahrbericht lesen Sie hier) - die hat dann auch ein Sechsgang-Getriebe.

Wieder zu großer Form läuft der kompakte Fabia beim Fahreindruck auf: Das Fahrwerk ist gekonnt abgestimmt, was sich auf fast allen Fahrbahnbelägen zeigt. So ausgewogen wie der Fabia fahren und federn nur wenige im Konkurrenzumfeld. Vor allem werden keine unschönen Karosseriebewegungen spürbar und auch zügige Kurvenfahrt kann Skodas Kleinstem nichts anhaben. Nur die eine oder andere grobe Unebenheit kommt mal bis zu den Insassen durch. Die Lenkung arbeitet gefühlvoll und präzise, ebenso die Bremsen, die ihre Arbeit in Kooperation mit den breiteren 17-Zoll-Reifen (ausstattungsabhängig ab 850 Euro Aufpreis) besonders gut machen.

Sportlicher Auftritt

Optisch besonders sportlich kommt der Hyundai i20 daher - schon durch seine "N Line"-Accessoires wie dem Anbau-Kit und den gewaltigen Doppelendrohren der viel stärkeren "N"-Variante. Auch das Interieur vermittelt einen sportiven Eindruck, mit roten Ziernähten und Digitalanzeigen, die unter anderem Informationen zur Arbeit des Mildhybrids liefern. Zum "N Line"-Level passen die straffe Fahrwerksabstimmung und die direkte Lenkung, Kurvendynamik vorprogrammiert! Beim Federungskomfort sind Abstriche nicht immer auszuschließen, auch die Sitzpolsterung ist straff. Platz für die Fond-Mitreisenden ist in ausreichendem Maße geboten.

Der Dreizylinder des Hyundai i20 erfährt elektrische Unterstützung.

Der Dreizylinder des Hyundai i20 erfährt elektrische Unterstützung. © Hersteller

Fahrspaß kann der i20 gewiss vermitteln, nicht zuletzt durch den Motorsound und das gut geführte Sechsgang-Schaltgetriebe. Sparen ermöglicht der Eco-Modus, der Energie rekuperiert oder „Segeln“ initiiert, wenn man vom Gas geht.

Selber schalten muss nicht sein: Auch für den i20 weist die Preisliste eine Automatik aus.

Selber schalten muss nicht sein: Auch für den i20 weist die Preisliste eine Automatik aus. © Hersteller

Das kann der Citroën C3 nicht. Er will eher mit schickem Design punkten, zu dem auch Farbakzente gehören. Auf Funktionales legen die Franzosen offensichtlich weniger Wert, außerdem fehlen dem C3, bedingt durch seine bereits längere Lebensdauer, aktuelle Fahrassistenten, Komfortextras und manch nutzerfreundliche Lösungen, auch hinsichtlich der Bedienung. Im Fond müssen sich größere Passagiere „zusammenfalten“, das Gepäck gilt es über eine hohe Ladekante zu hieven. Bleibt noch zu erwähnen, dass Citroën traditionell einen Schuss Sänftencharakter in die Fahrwerksabstimmung einfließen lässt. Die Lenkung reagiert direkt, liefert aber wenig Rückmeldung. Lobenswert beim C3 sind dagegen der emsige Motor und die harmonische Sechsgangautomatik.)

Bei den Preisen schneidet Skoda unter den drei Kandidaten am günstigsten ab. Der Fabia 1.0 TSI mit 70 kW/95 PS kostet ab 18.140 Euro, die von uns gefahrene „Style“-Ausstattung kommt auf 21.440 Euro. Hyundai verlangt für den i20 1.0 T-GDI 48-V Hybrid ab 18.920 Euro, in "N Line"-Ausstattung ab 22.785 Euro. Teuerster ist mit 24.940 Euro der Citroën C3 PureTech 110 EAT6 – wobei fairerweise angemerkt werden muss, dass dieser Preis erstens die Automatik und, zweitens, bereits die Top-Ausstattung „Shine Pack“ beinhaltet. Wer per manuellem Sechsganggetriebe selbst schaltet und sich mit dem Level „Feel Pack“ begnügt, ist beim C3 ab 20.590 Euro dabei.

Datenblatt

Skoda Fabia 1.0 TSI: Hubraum 999 ccm, Zylinder 3, Leistung 70 kW/95 PS bei 5000 - 5500/min, Drehmoment 175 Nm bei 1600 – 3500/min, manuelles 5-Gang-Getriebe, Spitze 195 km/h, 0 - 100 km/h in 10,6 sec, Verbrauch Norm 5,9 – 4,9 l/100 km, Verbrauch Test 6,4 l/100 km, Länge 4,11 m, Breite 1,78 m, Höhe 1,48 m, Gepäckabteil 380 - 1190 l, Gewicht 1145 – 1172 kg, Preis ab 18.140 Euro.

Hyundai i20 1.0 T-GDI 48V-Hybrid: Hubraum 998 ccm, Zylinder 3, Leistung 74 kW/100 PS bei 4500/min, Drehmoment 172 Nm bei 1500 – 4000/min, manuelles 6-Gang-Getriebe mit elektronisch geregelter Kupplung (iMT), Spitze 188 km/h, 0 - 100 km/h in 10,4 sec, Verbrauch Norm 5,4 l/100 km, Verbrauch Test 6,2 l/100 km, Länge 4,04 m, Breite 1,78 m, Höhe 1,45 m, Gepäckabteil 262 - 1075 l, Gewicht 1165 – 1275 kg, Preis ab 18.920 Euro.

Citroën C3 PureTech 110 EAT6: Hubraum 1199 ccm, Zylinder 3, Leistung 81 kW/110 PS bei 5500/min, Drehmoment 205 Nm bei 1400/min, 6-Gang-Automatik, Spitze 193 km/h, 0 - 100 km/h in 11,2 sec, Verbrauch Norm 6,0 l/100 km, Verbrauch Test 6,8 l/100 km, Länge 4,04 m, Breite 1,83 m (mit Spiegeln 2,01 m), Höhe 1,47 m, Gepäckabteil 300 - 922 l, Gewicht 1165 – 1219 kg, Preis ab 24.940 Euro.

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