Miner im Scanner

Wenn der Virenschutz Kryptogeld schürft

11.1.2022, 18:03 Uhr
Bitcoin ist zum Symbol für Kryptowährungen schlechthin geworden. Zum Schürfen daheim sind aber andere digitale Währungen oft besser geeignet, etwa Ether auf Grafikkarten.

Bitcoin ist zum Symbol für Kryptowährungen schlechthin geworden. Zum Schürfen daheim sind aber andere digitale Währungen oft besser geeignet, etwa Ether auf Grafikkarten. © Ina Fassbender/dpa/dpa-tmn

Dabei komme es noch nicht einmal unbedingt darauf an, ob der Virenschutz gratis ist oder etwas kostet, das IT-Fachportal "Golem.de". Es gebe Beispiele für Miner sowohl in kostenlosen als auch in kostenpflichtigen Virenschutzprogrammen. Immerhin müssten die Miner in der Regel aber erst angeschaltet werden und arbeiteten nicht sofort automatisch nach der Installation.

Miner und Blockchains sind Stromfresser

Aber einmal davon abgesehen, dass Blockchain-Kryptowährungen extrem viel Energie verbrauchen und schon das Schürfen die eigene Stromrechnung gewaltig in die Höhe treiben kann: Der Einsatz von Minern daheim ist am ehesten noch etwas für versierte Nutzerinnen und Nutzer mit potenter Hardware, insbesondere mit einer leistungsfähigen Grafikkarte.

Beim Großteil derjenigen, die ein Virenschutzprogramm installieren, handele es sich um Laien, die in der Regel schon mit den Einstellungen eines Miners überfordert seien und sich dann im Zweifel gefährliche, vermeintliche Hilfsprogramme aus dem Netz herunterladen würden, das Portal.

"Überforderte Nutzer"

Tendenziell überforderten Nutzern so etwas wie Miner überhaupt an die Hand zu geben, sei ein dubioses Geschäftsmodell, so das Fazit der Experten. Geschäftsmodell deshalb, weil die Virenscanner-Anbieter Prozente vom erschürften Kryptogeld einbehalten.

Nutzerinnen und Nutzer, die sich fragen, ob sie überhaupt einen Extra-Virenscanner installieren müssen, sei ein Blick auf einen von 19 Virenscannern empfohlen, den Stiftung Warentest im vergangenen Jahr vorgenommen hat ("test"-Ausgabe 3/21).

Microsofts Defender "gut" getestet

Selbst das "schlechteste" Programm im Testfeld, Microsofts Defender, der fester wie kostenloser Bestandteil des Windows-Betriebssystems ist, erhielt immer noch die Note 2,5 und damit ein "Gut". Die Note war wegen Mängeln in der Datenschutzerklärung sogar noch um 0,3 Punkte herabgesetzt worden.