Abschied noch in diesem Jahr

Nach 20 Jahren ist bald Schluss: Beliebtes Nürnberger Café macht dicht

Johannes Handl
Johannes Handl

Lokalredaktion

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20.11.2022, 12:16 Uhr
Mit italienischem Kaffee können sich die Gäste im Café Deuerlein nur noch wenige Wochen verwöhnen lassen.

© Günter Distler Mit italienischem Kaffee können sich die Gäste im Café Deuerlein nur noch wenige Wochen verwöhnen lassen.

Es ist eine traurige Nachricht - nicht nur für die zahlreichen Stammgäste: Das beliebte Nürnberger Café Deuerlein an der Lorenzer Straße schließt. "Kurzfristig habe ich mich entschlossen, den Marientorzwinger aufzugeben", teilt Inhaber Tom Deuerlein auf Anfrage unseres Medienhauses mit. Heißt: Am 24. Dezember ist Schluss.

Der Ausverkauf läuft bereits. So werden laut Deuerlein bis zum Heiligen Abend zum Beispiel Bücher mit 50 Prozent Rabatt angeboten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Antiquitäten, Papeterie sowie Stahl- und Kupferstiche und weitere individuelle Geschenke zu erwerben. Also "alles, was sich so in 20 Jahren angesammelt hat", wie der Inhaber erklärt.

Das Deuerlein war weit mehr als ein gewöhnliches Café. Kombiniert mit einem Buchantiquariat zog es nicht nur Gäste an, die sich kurz auf einen Espresso oder Cappuccino im Inneren oder draußen an der Straße niederlassen wollten. Hier konnte man sich auch jederzeit individuell beraten lassen, wenn man zu einem guten Buch den passenden Wein suchte.

Letzte Gelegenheit

Nur noch wenige Wochen bleiben den Stammgästen, Passanten, Touristen und Neugierigen also, um ein letztes Mal im Deuerlein vorbeizuschauen. An den Samstagen im Advent gibt es bis jeweils 20 Uhr wie gewohnt "den sagenumwobenen Parampampoli", ein vor allem unter Trentinern beliebtes Heißgetränk, das Deuerlein nach eigenen Angaben aus Espresso, Rotwein, Grappa, Honig und diversen Gewürzen wie Nelken, Zimt und Wacholder mischt.

Der Abschied nach zwei Jahrzehnten in der Lorenzer Straße lässt Tom Deuerlein alles andere als kalt. "Die Entscheidung ist mir schwer gefallen", räumt er ein, richtet den Blick aber zugleich nach vorn: "Ich glaube, sie war richtig."

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