Zoff um Universitätsstraße

ADFC und die BI Radentscheid legen Zusammenarbeit mit der Stadt Erlangen auf Eis

Stefan Mößler-Rademacher, Leiter der Lokalredaktionen Erlangen und Herzogenaurach
Stefan Mößler-Rademacher

Erlanger Nachrichten, Leiter der Lokalredaktionen Erlangen und Herzogenaurach

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12.5.2022, 17:00 Uhr
Dass das Fahrrad in Erlangen hoch im Kurs steht, sieht man zum Beispiel am Bahnhofsplatz.

© Katja Kiesel Dass das Fahrrad in Erlangen hoch im Kurs steht, sieht man zum Beispiel am Bahnhofsplatz.

Der ADFC Erlangen und die Initiative Radentscheid Erlangen sind sauer auf die Stadt Erlangen. Auslöser: Die Universitätsstraße, in der nach Ansicht der Rad-Aktivisten schon seit Jahren der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist, wird nur im Bereich zwischen Hugenottenplatz und Fahrstraße als Fahrradstraße ausgewiesen. "CSU und SPD brechen somit ihr Wort aus der Februar-UVPA Sitzung, dass die Ausweisung der gesamten Universitätsstraße als Fahrradstraße unstrittig sei", heißt es in einer Pressemitteilung.

In der Pressemittelung wird die jüngste Entscheidung als "ein fatales Zeichen für die Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung" bezeichnet. Denn: "Es fehlt anscheinend der Rückhalt, wenn sich Stadtrat und Oberbürgermeister - oberster Chef der Verwaltung - gegen die Planungen der eigenen Mitarbeitenden stellen, obwohl diese Planungen genau im Sinne der zuvor vom Stadtrat beschlossenen Ziele angefertigt wurden. Unterschwellig werden hierdurch autogerechte Planungen motiviert. Der Beschluss suggeriert nämlich, dass auf diesem Wege interne Widerstände und zermürbende nachgelagerte politische Diskussionen vermieden werden können."

Wie geht es weiter?

Der ADFC und die BI Radentscheid werden deshalb bis zu den Sommerferien ihre Zusammenarbeit mit der Stadt einstellen, um zu überlegen, ob und wie eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit noch zu gestalten ist.

Zudem wird mit einem Bürgerbegehren gedroht, denn: "Konkret heißt das nach über 30 Jahren keine Teilnahme mehr an der AG Radverkehr und der Ausstieg aus der erst jüngst gebildeten Stakeholder-Gruppe für den Klima-Aufbruch. Die im Rahmen des Bürgerbegehrens ,Erlangen, tritt in die Pedale! - Radentscheid für eine lebenswerte Stadt´ gesammelten Unterschriften werden nicht vernichtet und weiterhin aufbewahrt."

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