Bauausschuss Ebermannstadt

Planungen zu barrierefreien Bushaltestellen abgesegnet

24.1.2022, 21:00 Uhr
Zu wenig Platz am Bahnhof Ebermannstadt: Busse können auch künftig hier nur längs parken.

© Marquard Och, NN Zu wenig Platz am Bahnhof Ebermannstadt: Busse können auch künftig hier nur längs parken.

Zum Sachverhalt berichtete Städteplaner Alexander Ebert: Bereits 2016 habe das Landratsamt im Landkreis 500 Haltestellen erfasst; für mindestens eine Halte je Gemeindehauptort sollte die Barrierefreiheit priorisiert werden. Der Freistaat habe im Rahmen der ÖPNV-Förderung eine Zuwendung von 55 Prozent zugesichert, der Kreis beteiligt sich mit 25 Prozent. Der Planentwurf sei mit der Fachabteilung der Kreisbehörde – Öffentlicher Personennahverkehr/Schülerbeförderung abgestimmt.
Zu verbreitern sei der Wartebereich, zu versetzen sei die Buswarte und eine zweite zu errichten, einzubauen seien 21 Zentimeter Sonderborde und ein taktiles Leitsystem, zeigte Max Brust anhand des Lageplans und dem Ziel eines „bestandsnahen“ Ausbaus auf. Am knappen Platz zur „Ladestraße“ hin scheiterte die Schräganlegung der Haltestellen im sogenannten „Sägezahnprofil“. Ohnehin sah der 2. Bürgermeister Rainer Schmeußer (CSU) die Anordnung der Busse in Reihe vorteilhaft für die An- und Abfahrten untereinander – unabhängig von Fahrplänen – und folglich besserer Taktung der Wiesenttalbahn.

Drei Parkplätze fallen weg


Bedingt durch die größeren Rangierabstände der Busse würden allerdings drei neu geplante Pkw-Stellplätze entfallen: „Ich überprüfe das gerne“, versicherte der Planer im Wissen um das „Palaver“, wenn auch nur ein Parkplatz anderen Interessen zu opfern ist. Nicht ganz zufrieden war Klaus Neuner (CSU) mit der Auskunft, der Ausbau sei rollstuhlgerecht: „Aber nur wenn Niederflurbusse kommen, da müsste der ÖPNV noch nachrüsten“, fand Neuner.

Den Vorschlag von NLE-Sprecher Erwin Horn zu mehr Grünsträuchern und zusätzlichen Baumpflanzungen in dem Areal – gegen Sonneneinstrahlung und Lärm sowie für bessere Luft – begrüßten der Kollege Christian Kiehr und auch FDP-Bürgerforums Vorsitzender Thomas Dorscht. Versehen mit den Anregungen verwies Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) den 10:0 Beschlussvorschlag in den Stadtrat. Bei der Haushaltsberatung wird es zunächst um die Einstellung von 295<ET>000 Euro Finanzierungsmitteln gehen – aber nicht so schlimm – die 77 Prozent Förderquote lässt auch der Stadt bei einem 66.000 Euro Eigenanteil noch Luft.

Stellungnahmen zum Solarpark Poxstall

Nicht auf der Tagesordnung, doch einstimmig nachnominiert wurden die eingegangenen Stellungnahmen zur Änderung des Flächenplans betreffend den „Solarpark Poxstall“ sowie deren Abwägungen des Team 4 Planers Max Wehner: Dem Landratsamt wird zum Straßenverkehr mitgeteilt, die Zufahrt für die Anlieferung der Technikanlagen über Feldwege sei gesichert, gleiches gelte für die Bepflanzung und Einfriedung. Dem Kreisheimatpfleger und dem Landesamt für Denkmalpflege wird für ein festgestelltes Bodendenkmal aus der Hallstadtzeit die archäologische Baubegleitung bestätigt.
Den Bedenken des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zum Entfallen bisher bewirtschafteter Flächen wird entgegengehalten, dass die Stromerzeugung einen wichtigen Beitrag zur Energiewende darstelle, den verpachtenden Landwirten vielmehr ein finanzielles Standbein entstehe. Diese Argumentation geht auch dem Bayerischen Bauernverband zu, der den Verlust von 17 Hektar Nutzfläche beklagte. Die Ausgleichsflächen im Umfeld der Anlage dienten dem Biotopverbund und Verbesserungen der Lebensräume. Die Waldbewirtschaftung ist durch eingehaltene Abstände weiterhin möglich.
Der Bayernwerk Netz GmbH wird die 20 Meter Schutzzone für die 110-Kilovolt-Freileitung dargestellt. Der Bund Naturschutz sprach sich im Fazit eindeutig für den „Solarpark Poxstall“ aus. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden keine Stellungnahmen abgegeben. Alle Beschlüsse zur Billigung des geänderten Flächennutzungsplans wurden einstimmig gefasst, die Verwaltung ist zur öffentlichen Auslegung beauftragt.

Keine Kommentare