Toten Storch gefunden

Geflügelpest: Halter in Altmühlfranken müssen sich auf Stallpflicht vorbereiten

7.1.2022, 16:44 Uhr
Hühner laufen frei auf einer Wiese. Damit könnte bald Schluss sein. Geflügelhalter im Landkreis müssen sich auf eine allgemeine Stallpflicht vorbereiten, teilte das Landratsamt mit.

Hühner laufen frei auf einer Wiese. Damit könnte bald Schluss sein. Geflügelhalter im Landkreis müssen sich auf eine allgemeine Stallpflicht vorbereiten, teilte das Landratsamt mit. © Daniel Karmann, NN

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist ein Fall von Geflügelpest aufgetreten: Bei einem tot aufgefundenen Storch im Stadtgebiet Gunzenhausen konnte das Virus nachgewiesen werden. Dies teilte das Landratsamt am Freitag mit.

Der amtliche Nachweis erfolgte im Rahmen des bayerischen Wildvogelmonitorings am 7. Januar. Bereits wenige Tage zuvor war im Landkreis Ansbach das Geflügelpestvirus bei drei verendeten Schwänen nachgewiesen worden.

Bei einem tot aufgefundenen Storch im Stadtgebiet Gunzenhausen ist das Geflügelpestvirus nachgewiesen worden. Damit hat das Virus nach Ansbach auch den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erreicht (Symbolbild).

Bei einem tot aufgefundenen Storch im Stadtgebiet Gunzenhausen ist das Geflügelpestvirus nachgewiesen worden. Damit hat das Virus nach Ansbach auch den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erreicht (Symbolbild). © Patrick Pleul, dpa

Seit Mitte Oktober 2021 kommt es in Deutschland wieder zu vermehrt auftretenden Fällen von Geflügelpest. Neben den Fällen bei Wildvögeln, vor allem bei Wildgänsen und Wildenten, aber auch bei Möwen und Greifvögeln, gab es bereits mehrere Geflügelpestausbrüche bei gehaltenen Vögeln oder in Geflügelbeständen.

Landratsamt gibt Tipps

Um den Eintrag des Virus durch Wildvögel in heimische Geflügelbetriebe zu verhindern, gelten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bereits seit 12. Dezember 2021 verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen in allen Haus- und Nutzgeflügelbetrieben.

 Ein toter Schwan liegt im Salzhaff an der Ostsee auf dem Eis. Bereits vor einigen Tagen war auch im Landkreis Ansbach das Geflügelpestvirus bei drei verendeten Schwänen nachgewiesen worden.

 Ein toter Schwan liegt im Salzhaff an der Ostsee auf dem Eis. Bereits vor einigen Tagen war auch im Landkreis Ansbach das Geflügelpestvirus bei drei verendeten Schwänen nachgewiesen worden. © Bernd Wüstneck, dpa

Nur durch konsequente Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen, Kleider- und Schuhwechsel sowie die Sicherung gegen unbefugtes Betreten in die Ställe kann die Einschleppung des Erregers verhindert werden, betont das Landratsamt. Falls das Virus in einen Bestand eingeschleppt wird, kann es sein, dass dieser komplett getötet werden muss. Es ist darauf zu achten, dass Hausgeflügel und Wildvögel nicht miteinander in Kontakt kommen.

Alle Geflügelhalter im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen müssen sich auf eine allgemeine Stallpflicht vorbereiten, schreibt das Amt in seiner Mitteilung. Die Volierenhaltung sei eine Möglichkeit, dies umzusetzen. Durch eine seitliche Einfassung, beispielsweise aus einem engmaschigem Drahtgeflecht, können Wildvögel daran gehindert werden, ins Gehege zu kommen. Die Abdeckung nach oben sollte durch eine Plane erfolgen, da so das Eindringen von Wildvogelkot verhindert werden kann.

Für den Menschen nicht gefährlich

Eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger über infizierte Vögel oder deren Ausscheidungen ist in Deutschland bislang nicht bekannt geworden. Tote oder kranke Tiere sollten dennoch nicht berührt und eingesammelt werden.

Bürger sollen entsprechende Funde dem jeweiligen Veterinäramt vor Ort melden. An Wochenenden und an Feiertagen nehmen die örtlichen Polizeidienststellen Meldungen entgegen.

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