Stellung bezogen

Rassistischer Witz bei fränkischem Altstadtfest: Jetzt äußert sich die Musikinitiative

Matthias Kronau
Matthias Kronau

Redaktion Herzogenaurach

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20.6.2022, 16:09 Uhr
Die Herzogenauracher genossen ihr Altstadtfest. Nur beim Musikprogramm auf dem  Kirchenplatz kam es zu einem "Zwischenfall", über den sich die MIH ärgert.

© Margot Jansen, NN Die Herzogenauracher genossen ihr Altstadtfest. Nur beim Musikprogramm auf dem  Kirchenplatz kam es zu einem "Zwischenfall", über den sich die MIH ärgert.

"Leider fühlen wir uns verpflichtet, zu einem Zwischenfall am Freitagabend während der Bühnenshow einer Band im Vorabendprogramm Stellung zu nehmen", schreibt Thomas (Smiley) Schönfelder, der Vorsitzende der Musik-Initiative Herzogenaurach (MIH).

Was war passiert? Zwischen zwei Liedern erzählte ein Musiker nach Darstellung einiger Zuhörer einen geschmacklosen Witz "mit offensichtlich rassistischer Wortwahl".

Besucher beschwerten sich

Laut Schönfelder habe es daraufhin Unmutsbekundungen von Zuhörern gegeben, einige seien nach dem Auftritt auch direkt zu den Musikern gegangen, um sich zu beschweren. "Ich selbst war in diesem Moment nicht vor Ort", betont der MIH-Vorsitzende, doch geschildert worden sei ihm der Vorgang von Personen, denen er vertrauen könne.

Gleichwohl möchte Thomas Schönfelder den Namen der Band nicht öffentlich nennen. "Die Band steht nicht in dem Geruch, irgendwie rassistisch zu sein. Eher im Gegenteil." Insofern glaubt der Herzogenauracher eher an einen "Ausfall" eines einzelnen Musikers.

Kein weiterer Auftritt

Für die Bandauswahl könnte der Vorfall dennoch Konsequenzen haben. Bei dem Musikprogramm am Kirchenplatz, das traditionell die Musikinitiative für die Stadt zusammenstellt, spielen Bands der MIH, aber es werden auch Bands aus der weiteren Region eingeladen. "Kein Mitglied der betroffenen Gruppe war oder ist Mitglied unseres Vereins", so Schönfelder.

Und: "Wir werden zukünftig mit den bei uns auftretenden Bands und Gruppen schon im Vorfeld das Gespräch suchen". Und darauf hinweisen, dass "auf unseren Veranstaltungen und Bühnen absolut kein Platz für rassistische oder diskriminierende Inhalte" ist. Ein weiterer Auftritt mit der betroffenen Band sei nicht geplant.

"Vergelt's Gott"

Im Übrigen bedankt sich die Musikinitiative bei der katholischen Kirchengemeinde für ihre Unterstützung am Kirchenplatz. "Wir bedauern, dass es während der Gottesdienstzeit dieses Jahr zu Einschränkungen kam und hoffen auf Vergebung der Gottesdienstgäste, die kein Verständnis für laute Musik im Rahmen des Frühschoppens am Sonntagvormittag aufbringen konnten. Vergelt's Gott."

Ein Trost und Versprechen: "Nächstes Jahr sind wir hoffentlich wieder zurück im Schlosshof."

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