Niedrigwasser

Landratsamt ruft Altmühl-Bootswanderer zur Rücksicht auf

Miriam Zöllich
Miriam Zöllich

Weißenburger Tagblatt

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20.8.2022, 15:35 Uhr
Aufgrund des Niedrigwassers an der Altmühl sind Bootswanderer zu besonderer Rücksichtnahme aufgerufen.

© Lidia Piechulek, NN Aufgrund des Niedrigwassers an der Altmühl sind Bootswanderer zu besonderer Rücksichtnahme aufgerufen.

Der geringe Wasserstand hat negative Auswirkungen auf die Gewässerorganismen, erklärt das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen in einer Pressemitteilung. Die gewässerökologische Situation in den Fließgewässern wird nämlich maßgeblich durch das Zusammenspiel von Wassertemperatur, Sauerstoff und Abfluss beziehungsweise Wasserstand und Strömung bestimmt.

Fische, Kleinlebewesen und Wasserpflanzen leiden unter ansteigenden Gewässertemperaturen und dem verringerten Sauerstoffgehalt durch die lange Trockenheit. „Insgesamt ist es in der gegenwärtigen Situation wichtig, jede unnötige Störung der Gewässerorganismen in den Fließgewässern zu vermeiden“, schreibt die Behörde.

Darum bitten die Landratsämter und das Wasserwirtschaftsamt in Absprache mit dem Naturpark Altmühltal die Bootsfahrer auf der Altmühl um besondere Rücksichtnahme. „Zusätzliche Störungen des ohnehin schon verkleinerten Lebensraums, zum Beispiel auch im Rahmen nicht zwingend nötiger Freizeitaktivitäten an Gewässern, sollten derzeit möglichst vermieden werden.“

Kein Verbot

Die Aufforderung zur Rücksichtnahme ist jedoch kein Verbot, was vor allem auch für die Anbieter von Kanutouren wichtig ist. Diese ringen seit Jahren darum, ihre wirtschaftlichen Standbeine und die Belange des Naturschutzes unter einen Hut zu bringen. An manchen Ferientagen ist die Altmühl gut frequentiert, vor allem auf der Strecke zwischen Solnhofen und Eichstätt.

Die Kanuverleiher reagieren nun mit angepassten Maßnahmen auf den Appell der Landratsämter, erklärt Christoph Martin vom Kanuverleih Aktivmühle in Solnhofen. Die Boote werden leichter beladen, Kanus mit fünf Personen an Bord werden nicht zu Wasser gelassen. Zudem bekommen die Bootswanderer eine noch intensivere Einweisung, worauf sie beim Paddeln achten sollen.

Auch die Landratsämter geben Bootstouristen Tipps mit an die Hand, wie sie sich in der derzeitigen Situation möglichst rücksichtsvoll verhalten. So sollte man sich vor einer Tour unbedingt vorab über die Gegebenheiten der geplanten Route informieren, entweder beim Infozentrum des Naturparks Altmühltal oder bei den Bootsverleihern.

„Bei niedrigen Wasserständen wird nicht nur das Bootfahren mühsam, wenig Wasser unter dem Boot und das Aufsetzen auf Kiesbänken kann dem empfindlichen Ökosystem erheblich zusetzen.“ Sollte sich die Niedrigwasserlage entspannen, ist eine Bootstour auf der Altmühl unter Beachtung der allgemeinen Verhaltensregeln wieder uneingeschränkt möglich. In Hinblick auf die kommenden Tage und die zu erwartenden Regenfälle könnte das schon bald der Fall sein.

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