Faszinierender Gast

Taubenschwänzchen tanzen im Schwirrflug durch Garten in Neumarkt

Irene Heinloth

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7.8.2022, 07:59 Uhr
Faszinierender Besuch im Garten: Wie ein Kolibri schwirrt das Taubenschwänzchen von Blüte zu Blüte und saugt mit seinem langen Rüssel Nektar. Laut Nabu werden die Schmetterlinge aus dem Mittelmeerraum immer häufiger in unseren Breiten gesichtet.
 

© Wolfgang Fellner, NNZ Faszinierender Besuch im Garten: Wie ein Kolibri schwirrt das Taubenschwänzchen von Blüte zu Blüte und saugt mit seinem langen Rüssel Nektar. Laut Nabu werden die Schmetterlinge aus dem Mittelmeerraum immer häufiger in unseren Breiten gesichtet.  

Aber ein bisschen hat der filigrane Besuch in einem oberpfälzischen Garten doch mit dem Klimawandel zu tun. Denn das, was da im Schwirrflug vor den Blüten steht ist ein Taubenschwänzchen – ein Schmetterling, der kolibrigleich von Blüte zu Blüte schwirrt.
Doch so ganz abwegig ist die erste Idee vom Kolibri nicht: Das Taubenschwänzchen erscheint tatsächlich wie ein Kolibri, weil es sehr schnell und wendig fliegt. Vor jeder Blüte bleibt es laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kurz im leicht brummenden Schwirrflug stehen und wechselt dann zur nächsten Blüte. So kann das Taubenschwänzchen in fünf Minuten mehr als hundert Blüten besuchen. Jeder zu lange Stopp führte zu einem Auskühlen der Flugmuskulatur. Zudem bietet der Schwirrflug einen überlebenswichtigen Vorteil. Da immer eine ausreichende Distanz zwischen Insekt und Blüte bleibt, ist das Taubenschwänzchen gut vor getarnten Fressfeinden wie der Krabbenspinne geschützt.

Aus dem Mittelmeerraum

Vogelähnlich ist auch die Gestalt, insbesondere der breite, schwarz-weiß gezeichnete Hinterleib, der einem Federschwanz ähnelt, so Nabu. Die scheinbaren Federn sind jedoch verlängerte Schuppen, mit deren Hilfe Taubenschwänzchen beim Schweben vor den Blüten ausgezeichnet steuern können. Die aus dem Mittelmeerraum stammenden Falter überwintern aufgrund des Klimawandels immer häufiger in diesen Breitengraden und sorgen auch für reichlich Nachwuchs. Bei der ersten Etappe der Insektensommer-Aktion des Nabu wurden Anfang Juni vor allem im Süden und Südwesten Deutschlands zahlreiche der tagaktiven Nachtfalter gezählt.

Laut Nabu sind die Sichtungen in diesem Jahr besonders häufig. Taubenschwänzchen sind Wanderfalter, die mit ihrem etwa 30 Millimeter langem Rüssel den Nektar aus den Blüten saugen. Bevorzugt werden dabei Blumen mit langem Blütenkelch wie Phlox, Fuchsien, Lichtnelken oder Sommerflieder.

Zählaktion läuft


In Deutschland krabbeln und fliegen 33 000 Insektenarten. Deshalb rufen Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Nabu seit 2018 zur bundesweiten Mitmachaktion Insektensommer auf. Bei der Zählaktion sollen die Artenvielfalt und ihre geografische Verteilung erforscht werden.
Die zweite Etappe läuft noch bis 14. August. Jeder kann mitmachen und eine Stunde lang allem, was sechs Beine hat, seine Aufmerksamkeit schenken. Profi-Tipp: Wer viele Insekten sehen will, sollte an einem sonnigen, warmen, trockenen und windstillen Tag losziehen.

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