Stichwahl am Sonntag

Landratswahl in Neustadt/Aisch-Bad Windsheim: Das große Duell zwischen Kreß und von Dobschütz

Stefan Blank

Redakteur für Westmittelfranken

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22.6.2024, 05:00 Uhr
Landrätin oder Landrat für Neustadt/Aisch-Bad Windsheim? Birgit Kreß oder Christian von Dobschütz?

© Stefan Blank Landrätin oder Landrat für Neustadt/Aisch-Bad Windsheim? Birgit Kreß oder Christian von Dobschütz?

Viele der 81.000 Wahlberechtigten aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim haben ihr Kreuzchen bereits per Briefwahl gemacht, doch am Sonntag, 23. Juni, sind die Abstimmungsräume in den 38 Gemeinden noch einmal von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

In Runde eins lag Christian von Dobschütz von der CSU noch mit 47,5 Prozent vor Birgit Kreß von den Freien Wählern, die auf 43,1 Prozent der abgegebenen Stimmen kam. Den Unterschied machten aber nur rund 2400 Stimmen.

Birgit Kreß

Name: Dr. Birgit Kreß

Partei: Freie Wählergemeinschaft

Beruf: Bürgermeisterin von Markt Erlbach

Alter: 61 Jahre

Wohnort: Markt Erlbach

Lieblingswort: Leandra und Lorenz (die Namen meiner Kinder)

Was sind die drei größten Herausforderungen für den Landkreis in den kommenden acht Jahren?

1. Die Sicherung der Gesundheitsversorgung und der Erhalt unserer Klinik mit ihren beiden Standorten.

2. Die Sanierung unseres Landratsamtes nach konsequent wirtschaftlichen Vorgaben und der Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur.

3. Ausbau der Windkraft in unseren Kommunen und der Verteilnetz- und Speicherbau, bei dem wir alle Bürgerinnen und Bürger mitnehmen müssen.

Welches Thema liegt Ihnen besonders am Herzen?

Eine bürgerfreundliche Landkreisbehörde mit motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aber gleichzeitig eine hervorragende digitale Dienstleistung bieten kann.

Was wollten Sie im Landkreis schon immer einmal machen?

Ich würde gerne unser Radwegenetz einmal abfahren.

Was ist Ihr Lieblingsort im Landkreis und warum?

Unser Landkreis ist so vielfältig und bietet so viele schöne Orte und Plätze, dass ich mich überall wohlfühle, ob über den Zenn- und Aurachgrund hin in den Aischgrund, den Steigerwald, den Gollachgau über die Windsheimer Bucht und den Naturpark Frankenhöhe! Unser Landkreis ist einzigartig, abwechslungsreich, liebenswert und faszinierend, sodass es einen einzigen Lieblingsort nicht geben kann.

Welche Sehenswürdigkeit hätten Sie gerne im Landkreis?

Unser Landkreis bietet alles, von Schlössern, Burgen, malerischen Dörfer und Städtchen, Weiher- und Seenlandschaften, und die schönen Anhöhen des Steigerwalds und der Frankenhöhe. Das geplante Naturparkzentrum Steigerwald kann dieses Repertoire noch ergänzen!

Warum sollten die Wählerinnen und Wähler für Sie stimmen?

Ich bringe 16-jährige Erfahrung als Bürgermeisterin und Kreisrätin mit, dazu noch 12 Jahre Berufserfahrung in internationalen Unternehmen in verantwortlichen Positionen, komme aus der Landwirtschaft und kenne die Herausforderungen unseres ländlichen Landkreises. Ich habe erwachsene Kinder und somit den Rücken frei für die zeitintensive Arbeit einer Landrätin.

Christian von Dobschütz

Name: Dr. Christian von Dobschütz
Partei: CSU

Beruf: Diplom-Volkswirt, Bürgermeister der Gemeinde Diespeck

Alter: 46

Wohnort: Diespeck, Ortsteil Dettendorf

Lieblingswort: Zuversicht

Was sind die drei größten Herausforderungen für den Landkreis in den kommenden acht Jahren, die Zeit der Legislaturperiode?

1. Der Erhalt beider Klinikstandorte im Landkreis. Wir brauchen diese. Wie dringend, das hat nicht nur die Corona-Pandemie aufgezeigt. Die Klinik in Neustadt/Aisch soll zum zentralen Akut- und Notfallzentrum ausgebaut werden. Für Bad Windsheim ist der Ausbau des Schwerpunkts Endoprothetik anzustreben. Über ein Medizinisches Versorgungszentrum soll gleichwohl auch in Bad Windsheim eine Grundnotfallversorgung sichergestellt bleiben. Ich kämpfe dafür und fordere ein, dass der finanzielle Rahmen für all dies in Berlin geschaffen wird. Zudem muss die Krankenhausplanung des Freistaates zum Ergebnis haben, dass unsere beiden Klinikstandorte systemrelevant sind. Denn Grundversorgung und Spitzenmedizin dürfen kein Privileg der Städte sein.

2. Eine Wirtschaftspolitik, die unseren Landkreis fit für die Zukunft macht. "Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts." Denn eine starke Wirtschaft ist Garant für wohnortnahe Arbeitsplätze und gute Einkommen. Als Volkswirt sind mir eine leistungsfähige Wirtschaftsförderung, schnelle Genehmigungsprozesse und die Unterstützung bei der Vermittlung von Arbeitskräften sehr wichtig. Wir liegen günstig zwischen zwei Wachstumspolen: Im Westen Würzburg und dessen Umland, im Osten die Zentren Herzogenaurach, Erlangen, Fürth und Nürnberg. Durch eine gezielte Standortpolitik gilt es von dieser hervorragenden Lage noch stärker zu profitieren.

3. Vieles ändert sich in diesen Tagen. Unsere Welt wird digitaler und wir werden mobiler. Wir denken nachhaltiger und werden älter. Deshalb wird eine große Herausforderung sein, stets am Puls der Zeit zu sein. Auch auf Landkreisebene. Ich bin davon überzeugt: Es gewinnen nur die Regionen, die offen sind für Neues, in denen eine gewisse Dynamik herrscht. Lösungen, die noch vor wenigen Jahren funktioniert haben, tun dies heute nicht mehr zwangsläufig. Ein gutes Beispiel ist die Einführung unseres "NEA-Mobils". Der ÖPNV ist heute ein anderer als noch vor 20 Jahren. Kurzum: Als Landrat gilt es, den Landkreis zukunftssicher aufzustellen.

Welches Thema liegt Ihnen besonders am Herzen?

Der Ausbau des Landratsamtes zu einer bürger- und wirtschaftsfreundlichen Servicestelle. Digitale Beantragungen, die telefonische Erreichbarkeit in den Amtsstuben und schnellere Rückmeldungen bei Anfragen. Ich möchte Sie und Ihre Anliegen in den Mittelpunkt unseres Verwaltungshandelns stellen. Und, wo möglich, rechtlich vorhandene Ermessensspielräume zu Gunsten von Landwirtschaft, Gewerbe und Bürgerschaft ausnutzen.

Was wollten Sie im Landkreis schon immer einmal machen?

Mit einem Heißluftballon über den Landkreis fahren. Am besten während eines lauen Sommerabends. Die Ruhe dort oben, nur unterbrochen vom gelegentlichen Anfeuern des Brenners, das Hinweggleiten über unsere Kulturlandschaft - all das stelle ich mir traumhaft vor.

Was ist Ihr Lieblingsort im Landkreis und warum?

Die Burgruine Hohenlandsberg und die Wanderung dorthin. Auf dem Weg verändert sich die Natur immer wieder überraschend, ist ungemein vielfältig und verspricht auch mit den Kindern das Erleben von spannenden Abenteuern. Gekrönt wird der "Aufstieg" schließlich durch eine famose Aussicht und dem Entdecken der Reste einer vormals gewaltigen Raubritterburg.

Welche Sehenswürdigkeit hätten Sie gerne im Landkreis?

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Daher: Die Würzburger Residenz ist für mich ein ums andere Mal überaus beeindruckend. Diese in unserem Landkreis beheimatet zu wissen - das wäre schon was. Aber auch so hat unsere "MEHRRegion" sehr viel zu bieten und ist eine attraktive Urlaubsregion für Entdecker und Erholungssuchende.

Warum sollten die Wählerinnen und Wähler für Sie stimmen?

Probleme lösen, Menschen zusammenführen und unseren Landkreis nach vorne bringen - in einem starken Miteinander. Versehen mit einer Portion jungem Pioniergeist. Das ist, was ich gerne einbringen möchte. Dafür trete ich am 9. Juni 2024 an und würde mich über Ihre Stimme freuen.

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