Toskana-Flair im Innenhof

Besonderes Kunstprojekt im Seniorenheim voller Träume, Geheimnisse und Seelenbilder

26.7.2022, 11:21 Uhr
Mit seiner Frau Silvia installiert Harry Graeber vor den AWO-Senioreneinrichtungen im Neustädter Süden einige der Objekte des „KunstgARTens“.

© hjm Mit seiner Frau Silvia installiert Harry Graeber vor den AWO-Senioreneinrichtungen im Neustädter Süden einige der Objekte des „KunstgARTens“.

Die Begegnung mit Kunst und Kultur ist überall möglich – auch für Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben. Solche Initiativen sind ein wichtiger Beitrag zu Lebensqualität und Lebensfreude. Im „AWO KunstgARTen“ in Neustadt an der Aisch kommt dies nun buchstäblich anschaulich zum Ausdruck.

Seit nunmehr sechs Jahren wird in der AWO Seniorenresidenz Neustadt/Aisch unter der künstlerischen Leitung von Harry Graeber mit Bewohnerinnen und Bewohnern gemalt und gestaltet. So sind aus Lebenserfahrungen, Träumen und Geheimnissen berührende „Seelenbilder“ entstanden, in Form von Landschafts-, Tier- und Naturbildern, wobei zum Stolz der jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern etliche Vernissagen und Ausstellungen in der Region jeweils den krönenden Abschluss bilden.

„Kunst im Seniorenheim hält also jung und eröffnet den Bewohnerinnen und Bewohnern Möglichkeiten des Ausdrucks und des sinnlichen Erlebens – und zwar völlig unabhängig von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen“, hat Harry Graeber in diesen sechs Jahren die Erfahrung gemacht. Das künstlerische Gestalten mit Pinsel, Farben, Holz und weiteren Materialien rege den Kopf an, öffne Herz und Seele und fördere Gesundheit und Wohlergehen, was wichtige Bestandteile guten Alterns seien, sagt Graeber.

„Wie viel Leben in einer Senioreneinrichtung ist“

Aus dieser Erkenntnis heraus werden in der AWO-Seniorenresidenz neue Möglichkeiten der Begegnung, des kreativen Gestaltens und des gemeinsamen Austauschs geschaffen, was aufzeigt, wie viel Leben in einer Senioreneinrichtung doch ist. Unter anderem wurde von den Mitwirkenden der Künstlergruppe – die sich „Residencia Creativa“ nennt, mit einem etwa zwölf mal zwei Meter großen Gemeinschaftsbild ein ehemals betongrauer Innenhof als nunmehr gerne besuchter „Toskana-Hof“ mit mediterranem Flair umgestaltet. So haben die Teilnehmer mit ihrer Kreativität in der Seniorenresidenz nicht nur Spuren hinterlassen, sondern sie selbst haben auch den roten Faden des Lebens wiedergefunden und wieder aufgenommen.

„Und weil die Beschäftigung mit Kunst und Kultur uns anregt, neue Horizonte zu eröffnen, werden nun rund um die große Anlage des AWO Alten- und Pflegeheims Marie-Juchacz und der Seniorenresidenz Kunstobjekte ausgestellt, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern hergestellt wurden, auch regionale Künstler zu Wechselausstellungen eingeladen sind, den Kunstgarten zu bereichern und zu einer Begegnungsstätte werden zu lassen“, kündigt Graber das neue Kunst- und Kulturprojekt an, zu dessen offizieller Eröffnung am Donnerstag, 28. Juli, um 14 Uhr in den „AWO KunstgARTen“ eingeladen wird.

Mit ihm wird die Kunst zum „Vermittler zwischen den verschiedenen Welten. Auf der einen Seite die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung und auf der anderen Seite die Bürgerschaft aus der Region“, sagt Harry Graber.

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