Verdi kündigt Streik an

Daher werden viele Postbankkunden vor verschlossenen Türen stehen

13.1.2022, 17:23 Uhr
Verdi fordert sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der Postbank.

Verdi fordert sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der Postbank. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will auch in Bayern mit Warnstreiks auf die aktuellen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Postbank reagieren. Im Rahmen einer ersten Streikwelle sollen laut Verdi bundesweit Beschäftigte in 40 Filialen die Arbeit niederlegen. So auch in Nürnberg.

Der Druck auf das zum Deutsche-Bank-Konzern gehörende Unternehmen soll bis zur kommenden zweiten Verhandlungsrunde am 22. Februar weiter erhöht werden. Die Arbeitsniederlegungen finden aufgrund der aktuellen Pandemielage als Homeoffice-Streiks statt, teilt die Dienstleistungsgewerkschaft mit.

„Das Verhalten der Arbeitgeberseite in der ersten Verhandlungsrunde hat uns sehr enttäuscht“, erklärt Tina Scholze, in Bayern zuständig für Finanzdienste. „Gerade beim Thema Gehalt haben die Arbeitgeber in der ersten Runde deutlich gemacht, dass sie weder die aktuelle Inflationsentwicklung noch der damit verbundene Verlust der Kaufkraft interessieren. Das lassen wir ihnen nicht durchgehen." Schließlich würden die Beschäftigten in den Postbankfilialen nicht zu den Spitzenverdienern im Bankensektor zählen. Scholze: "Somit sind sie auf eine faire Anhebung ihrer Tarifgehälter angewiesen.“

Wichtige Dienstleistungen

Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck: „Gerade die Beschäftigten der Postbankfilialen haben während der Corona-Pandemie fortlaufend wichtige Dienstleistungen für die Kundinnen und Kunden in den Filialen erbracht und konnten nicht im Homeoffice arbeiten. Gleichzeitig mussten sie Einbußen bei den Provisionen hinnehmen. Hier braucht es endlich einen Ausgleich und eine spürbare Anerkennung für die Beschäftigten.“

Auch im Tafelhof-Palais befindet sich eine Postbank. Welche und wie viele Filialen betroffen sind, hat Verdi allerdings nicht bekannt gegeben.

Auch im Tafelhof-Palais befindet sich eine Postbank. Welche und wie viele Filialen betroffen sind, hat Verdi allerdings nicht bekannt gegeben. © Michael Matejka, NNZ

Mit der Forderung nach sechs Prozent, mindestens aber 180 Euro mehr Gehalt, war Verdi nach eigenen Angaben in die Verhandlungen gegangen. Daneben fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro sowie eine unbefristete Übernahme für Auszubildende nach Abschluss der Ausbildung. Als pandemiebedingten Belastungsausgleich und als Ausgleich für pandemiebedingte Provisionseinbußen soll es für die Beschäftigten des Postbank-Filialvertriebs insgesamt 1500 Euro geben. Darüber hinaus wird ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit gefordert.

Zahlreiche Filialen in Nürnberg

Welche Filialen in Nürnberg genau betroffen sind, hat Verdi nicht mitgeteilt. Stellen gibt es etwa am Bahnhofsplatz, in der Schillerstraße oder im Röthenbach Center. Auch aufgetragene Überweisungen können für Postbank-Kunden in den kommenden Tagen ungewöhnlich lange dauern. Der Streik ist zunächst für Freitag und Samstag angesetzt.