Skulpturen als Unterkünfte für Bienen

Diese Figuren haben es in sich

Alex Blinten

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11.5.2022, 15:00 Uhr
Die roten Babuschkas stehen als Bienebeuten im Himmelsgarten in Grünsberg, nicht weit davon entfernt eine hölzerne Skulpur der Maria Montessori. Geschaffen hat die Figuren Bildhauerin Birgit Maria Jönsson (links), in der Mitte Rotraud Freifrau von Stromer Baumbauer, die Eigentümerin des Grtens, rechts Imker Manfred Modlinger.

© Alex Blinten Die roten Babuschkas stehen als Bienebeuten im Himmelsgarten in Grünsberg, nicht weit davon entfernt eine hölzerne Skulpur der Maria Montessori. Geschaffen hat die Figuren Bildhauerin Birgit Maria Jönsson (links), in der Mitte Rotraud Freifrau von Stromer Baumbauer, die Eigentümerin des Grtens, rechts Imker Manfred Modlinger.

Die Holzbildhauerin Birgit Maria Jönsson hat zusammen mit Imker Manfred Modlinger ihre Bienenbeuten in Schwarzenbruck und in Grünsberg mit Bienenvölkern bestückt. Im Himmelgarten in Grünsberg steht seit einem Jahr die hölzerne Figur der Maria Montessori und birgt in ihrem Inneren Raum für ein Bienenvolk. Im selben Garten hat Jönsson vor einigen Monaten drei große Babuschkas aufgestellt, ebenfalls als Bienenbeuten.

In Schwarzenbruck steht die als Golden Bee Banana bezeichnete hölzerne Banane zwischen den beiden Kirchen. Die Skulpur hat seinerzeit das Kultur Netzwerk Schwarzenbruck gekauft, sie ist eins der prägenden künstlerischen Objekte im öffentlichen Raum der Gemeinde.

Bienenbeuten von Birgit Maria Jönsson finden sich auch im Zeidelmuseum in Feucht, wo vor Jahren der damalige Museumsleiter Wolfgang Mittwoch Jönsson mit der Herstellung einer Figurenbeute beauftragte. Die Bildhauerin bezeichnet Feucht als Wiege ihrer beruflichen Laufband, weil Mittwochs Auftrag einer der ersten dieser Art war. Seither hat sie weltweit 60 Skulpturen dieser Art aus Baumstämmen geschaffen.

"Figurenbeuten entstehen überall dort, wo Bienen auf besondere Art und Weise willkommen sind", erzählt die Bildhauerin. "Das kann im Himmelsgarten in Grünsberg sein, in den Pyrenäen vor einer Bienenschule oder in Japan in einem Bienenmuseum als Zeugnis einer europäischen Tradition."

Jönssons Handwerkzeug bei der Herstellung ihrer Skulpturen sind Kettensäge und Schnitzeisen. Seit 30 Jahren knüpft die Bildhauerin damit an eine Tradition aus Osteuropa an, wo die ersten Bienenbeuten im 18. Jahrhundert entstanden. Mit den Figuren in Schwarzenbruck und im Grünsberger Himmelgarten hat sie im wahrsten Sinne des Wortes Skulpturen geschaffen, die es in sich haben.