Ukraine-Krieg löst Corona-Krise ab

Impfkabinen raus, Feldbetten rein

Christian Geist

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13.3.2022, 12:29 Uhr

© BRK/Markus Deyhle

Die Zahl der Flüchtenden aus der Ukraine, die den Landkreis Nürnberger Land erreichen, wächst täglich. Die Kommunen versuchen deshalb, so schnell als möglich Unterkünfte zu schaffen, auszubauen oder zu reaktivieren. In Altdorf hat das Bayerische Rote Kreuz in der Nacht auf Samstag das Impfzentrum am Fallhaus zu einer Notunterkunft mit 100 Feldbetten umgebaut. In Kürze sollen noch Messebauer anrücken, Abteile einrichten und so etwas mehr Privatsphäre schaffen. Nichtsdestotrotz bleibt es eine Notunterkunft, eine "Anlaufstelle für die erste Nacht, um etwas zu schlafen, sich ein wenig zu erholen", wie es Bürgermeister Martin Tabor (SPD) ausdrückt.

In der ersten Nacht ist die Notunterkunft noch leer geblieben. Was laut Tabor aber kein schlechtes Zeichen ist. Denn die Notunterkunft soll erst in Anspruch genommen werden, wenn alle anderen Kapazitäten ausgeschöpft sind. Ein eigenes Zimmer in einer dezentralen Unterkunft im Stadtgebiet biete schließlich mehr Komfort als die zum Schlafsaal umfunktionierte Turnhalle.

Im Impfzentrum herrschte kaum noch Betrieb

Dass Altdorf dafür sein Impfzentrum verliert, bedauert Tabor nicht. Er selbst habe den Umbau in einer Konferenz der Landkreisbürgermeister angeregt. Schließlich herrschte im Impfzentrum in den vergangenen Wochen zu oft gähnende Leere. Tabor spricht von durchschnittlich 20 Impfungen, die zuletzt durchschnittlich pro Tag verabreicht worden sind. Den Betrieb wieder aufgenommen hatte man im Dezember mit 240 Dosen täglich und dem Ziel, die Kapazität auf 400 Impfungen pro Tag zu erhöhen.

Wer noch einen Termin im Altdorfer Impfzentrum ausstehen hatte, kann diesen dennoch wahrnehmen, allerdings in der Impfzentrale in Röthenbach. Alle Altdorfer, die keine Möglichkeit haben, dorthin zu gelangen, können sich bei der Stadtverwaltung unter Telefon 09187/807-1114 melden.