Maßnahme gegen Corona

Rangiert Feucht die Lüfter aus?

12.1.2022, 14:44 Uhr
Ist die neue Lüftungsanlage an Grund- und Mittelschule erst einmal installiert, werden die mobilen Geräte überflüssig.

Ist die neue Lüftungsanlage an Grund- und Mittelschule erst einmal installiert, werden die mobilen Geräte überflüssig. © Ulmair/Jerome Herr

Unumstritten waren die Raumlüfter im Kühlschrankformat schon bei ihrer Anschaffung nicht. Zwar sprach sich der Gemeinderat seinerzeit einstimmig für den Kauf der 59 Geräte für Grund- und Mittelschule aus. Frank Flachenecker (Freie Wähler) aber bezeichnete sie in der Sitzung Anfang vergangenen Jahres bereits als "Gemurkse". Er fürchtete damals, dass bei falschem Gebrauch die Virenlast in den Klassenzimmern sogar „exponentiell steigen könnte“. Nämlich dann, wenn die Geräte aufgrund der Lautstärke nicht auf Volllast liefen und nicht mehr ausreichend durch die Fenster gelüftet werde. Wenn man die Raumluft wirklich verbessern wolle, so Flacheneckers Tenor, müsse man eine Raumlufttechnische Anlage (RLT) installieren. Und genau das empfiehlt der Bauausschuss nun einstimmig dem Marktgemeinderat.

Stationäre Anlage kostet mehr als das Zehnfache

Anders als die mobilen Lüfter, die allein die Luft eines Raumes ansaugen, behandeln und wieder freigeben, bedient sich eine RLT der Außenluft, tauscht also tatsächlich verbrauchte gegen frische Luft aus. Doch kostet eine solche Anlage ein Vielfaches und lässt sich nicht von heute auf morgen einbauen. Zum Vergleich: Die mobilen Geräte haben dem Markt Feucht rund 95 000 Euro gekostet, die Installation einer RLT taxiert das Bauamt auf knapp 1,2 Millionen Euro. Bei den mobilen Lüftern aber hat die Gemeinde Fördermittel des Freistaats angezapft und sich rund die Hälfte der Kosten zurückgeholt. Bei der RLT dürfte der Bund einiges zuschießen. "Für die Grundschule wurden uns bereits 500 000 Euro in Aussicht gestellt, für die Mittelschule fehlen noch ein paar Unterlagen", berichtete Bauamtsleiter Andreas Brandmann am Dienstagabend im Bauausschuss. Nach seiner Rechnung dürfte der Markt Feucht am Ende rund eine halbe Million Euro zahlen, den Rest trägt der Bund.

Im Frühjahr 2023 muss alles fertig sein

Voraussetzung dafür ist laut Brandmann, dass die Arbeiten in diesem Jahr beginnen und bis Frühjahr 2023 abgeschlossen sind. Ziel ist eine Umsetzung in den Ferien, gegebenenfalls könnte auch an Nachmittagen oder am Wochenende gearbeitet werden. Von Vorteil ist, dass jeder der 61 Räume separat angeschlossen wird. Die ausführende Firma kann das Pensum also nach und nach abarbeiten.

Zunächst aber muss der Marktgemeinderat den Plänen zustimmen. Das Thema steht am Mittwoch, 19. Januar, auf der Tagesordnung. Folgt er der Einschätzung seines Bauausschusses, haben die mobilen Luftfilter bald ausgedient. Einen konkreten Plan, wie diese anschließend genutzt werden, gibt es im Rathaus noch nicht.