Vom Oberen Marktplatz über das Nürnberger Tor, die Saarstraße und zurück

Rund 220 Menschen demonstrieren in Lauf gegen die Corona-Maßnahmen

12.1.2022, 20:17 Uhr
Über 200 Menschen kamen zu der Demo gegen die Corona-Maßnahmen am Mittwochabend in Lauf.

Über 200 Menschen kamen zu der Demo gegen die Corona-Maßnahmen am Mittwochabend in Lauf. © Andreas Kirchmayer

Demonstriert hat Karl Geitner nach eigenen Angaben schon häufiger gegen die Corona-Maßnahmen, nun hat der 67-Jährige erstmals eine sogenannte Corona-Demo selbst angemeldet. Der Ottensooser sagt, er habe Angst um seine Enkeltöchter. "Die Idee, dass man Kinder impft, um Alte zu schützen, halte ich für sehr fragwürdig." Geimpft ist der 67-Jährige nicht, er hat auch keine Angst vor dem Coronavirus, den er mit einer Grippe vergleicht. Geitner kennt nach eigenen Angaben niemanden, der daran erkrankt ist. Dafür glaubt er, jemanden zu kennen, der "wahrscheinlich an der Booster-Impfung gestorben ist".

Geitner hat die Corona-Demo für den Mittwochabend am Sonntag angemeldet, für eine Stunde und 100 Teilnehmer. Die Information, dass demonstriert wird, macht das Landratsamt erst am Mittwochnachmittag öffentlich. Die Versammlung wird größer als erwartet, die Polizei zählt rund 220 Teilnehmer, die mit Sprechchören und Plakaten vom Oberen Marktplatz über das Nürnberger Tor und die Saarstraße zurück auf dem Marktplatz ziehen.

"Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit raubt", brüllt eine junge Frau wütend in ihr Megafon. Auf Plakaten wird vor "Impfexperimenten an Kindern" gewarnt und die vermeintlichen Lügen von "Politik, Medien und Pharmaindustrie" angeprangert. Ein Spruchband verweist auf die Webseite einer Berliner Rechtsanwältin, auf der sich das Who-is-Who der deutschen Corona-Leugner findet.

Die Laufer Polizei ist vorbereitet, einige Beamte aus Nürnberg unterstützen die Kollegen vor Ort. Während der Veranstaltung bleibt alles friedlich. Patrick Pickel, Laufs Dienststellenleiter, stellt lediglich einen "geringfügigen Verstoß gegen das Versammlungsrecht" fest. Konkreter wird er nicht.

Karl Geitner, der die Demo angemeldet hat, hat am Wort "Querdenker" nichts auszusetzen. Noah, der mit der Arche, der sei damals auch ein Querdenker gewesen.