17 Tonnen schweres Element eingehängt

Endspurt bei der Sanierung der historischen Betzensteiner Mauer

Klaus Trenz

13.5.2022, 18:27 Uhr
Die Verputzarbeiten an der Stadtmauer gehen dem Ende entgegen. Man rechnet damit, das Ende Juli das Baugerüst abgebaut ist.

© Foto: Klaus Trenz Die Verputzarbeiten an der Stadtmauer gehen dem Ende entgegen. Man rechnet damit, das Ende Juli das Baugerüst abgebaut ist.

Am Donnerstag wurde es an der Baustelle noch einmal spannend. Es galt, eine Betonwand mit einem Gewicht von knapp 17 Tonnen in die alte Stadtmauer einzufügen. Das Element ist bewusst schlicht gehalten und soll einen Kontrast zum historischen Gemäuer bilden.

Darauf abgebildet ist eine Federzeichnung der Wehrmauer mitsamt Kirche, Wehrtürmen und Burg, vermutlich aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammend. Das Element wird mit der alten Mauer verankert und letztendlich die Löcher dann mit Naturstein wieder zugemauert.

Es ging eng zu bei der Anlieferung mit dem Autokran. Das moderne Betonelement in der Stadtmauer steht an seinem Platz. Die Löcher werden mit Natursteinen geschlossen.

Es ging eng zu bei der Anlieferung mit dem Autokran. Das moderne Betonelement in der Stadtmauer steht an seinem Platz. Die Löcher werden mit Natursteinen geschlossen. © Foto: Klaus Trenz

Es ging ziemlich eng zu

Es ging ziemlich eng zu im Hinterhof der ehemaligen, denkmalgeschützten Brauereigaststätte Wagner, die direkt neben der Stadtmauer liegt. Immerhin musste dort ein großer Autokran Platz finden und auch die Anlieferung des 7,50 Meter langen und an seiner breitesten Stelle drei Meter langen Betonelements sei eine logistische Herausforderung gewesen, so Bauenschmidt.

An der knapp 50 Meter langen und an ihrer höchsten Stelle knapp sechs Meter hohen Wehrmauer werden momentan auch noch die letzten Putzarbeiten durchgeführt. Die erfolgen mittels Verfugmörtel, der aufgespritzt wird um vor allem die Fugen zu verfüllen.

Zum Abschluss der Arbeiten werden die verputzten Flächen sandgestrahlt und es entsteht das endgültige, historische Bild der Mauer. Dieses so genannte Schlämmverfahren lässt Steinköpfe weiterhin sichtbar bleiben.

Löcher und auch teilweise fehlende Mauerteile wurden mit Steinen nachgebildet. Abgekommen ist man während der Bauarbeiten, die seit Ostern vergangenen Jahres andauern, vom Einsetzen von Holz- oder Metalltüren in den Maueröffnungen im Westteil der Mauer. Sie dienten als Türöffnungen in der Außenmauer des abgebrannten und abgebrochenen Lokals "Zeiserla". Die nicht historischen Öffnungen wurden mit Natursteinen zugemacht.

Einen Großteil der Arbeiten wird man nicht mehr sehen wenn die Sanierung abgeschlossen ist, denn es galt, die Mauer statisch zu sichern und ihr Stabilität zu verleihen.

Die Kosten steigen

Die Sanierungskosten werden von ursprünglich 700 000 auf knapp 800 000 Euro steigen, erklärt Bauenschmidt. Das liege vor allem an viel Mehrarbeit mit dem Abtragen des alten Putzes und der Beseitigung von Schäden in der Mauer.

Sowohl Bürgermeister Claus Meyer als auch Bauenschmidt gehen davon aus, dass auch hier nur zehn Prozent Eigenanteil für die Stadt Betzenstein zu bezahlen sind. Das Projekt hat eine Förderzusage von verschiedenen Förderstellen von insgesamt 90 Prozent.

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