Besseres Image und attraktivere Parks

Planer wollen Auerbach für Landesgartenschau attraktiver machen

14.1.2022, 08:00 Uhr
Hat schon jetzt ein wenig den Hauch von Landesgartenschau: Rast am Auerbacher Stadtweiher inmitten von Blütenpracht.

© Foto: Karl-Heinz Schmid Hat schon jetzt ein wenig den Hauch von Landesgartenschau: Rast am Auerbacher Stadtweiher inmitten von Blütenpracht.

Landschaftsarchitekt Professor Gerd Aufmkolk weiß, wovon er spricht. Er hat mit seiner Firma WGF Beraten und WGF Landschaftsarchitekten schon viele Städte bei ihren Vorhaben begleitet. Projekte wie die "World of Sports" in Herzogenaurach tragen die Handschrift des renommierten Büros. Eine Landesgartenschau habe zwar den Gartenbau mit drei Wechselbepflanzungen als wichtigstes Element, doch das sei nicht alles, sagte er.

Das Einbinden der Naturlandschaft vor Ort, das Aufwerten und Vernetzen von Parks und Grünanlagen, Spielanlagen für alle Generationen, bildende Kunst und ein buntes Rahmenprogramm mit Veranstaltungen und Informationen seien weitere wichtige Ziele einer Landesgartenschau. Für eine Stadt bleibe meist ein "Nachglanz"; einige Kommunen profitieren noch Jahre später. Für die Landesgartenschauen 2028 bis 2032 gibt es aktuell 16 Bewerber, fünf erhalten den Zuschlag. Sollte Auerbach nicht dazu gehören, gehe das Konzept nicht verloren. Es könne trotzdem sukzessive verwirklicht werden, allerdings nicht mit der Förderung, die als Veranstaltungsort einer LGS möglich wäre.

Über die angedachten Maßnahmen informierte Landschaftsarchitekt Michael Voit von WGF. Eine LGS sei stets auch ein Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Es gelte daher vor allem, Chancen und dauerhafte Verbesserungen für eine Kommune zu suchen. Für eine Veranstaltung in Auerbach wäre es sinnvoll, auch den Ortsteil Michelfeld mit seinem Kloster sowie Flächen im Außenbereich wie die Maffeischächte oder die Grubenfelder Leonie mit einzubeziehen. Voit ging ein auf die Weiherkette rechts und links der B 85, auf den Stadtpark, die Altstadt mit Oberer und Unterer Vorstadt und auf das Klostergelände in Michelfeld.

Für alle Teilbereiche nannte der Planer Pluspunkte und Verbesserungspotenzial. Es fehle beispielsweise ein echter Zugang zum Wasser. Der Stadtpark habe aktuell nur wenig Aufenthaltsqualität. Trotz Innenstadtsanierung mit guten Ergebnissen gebe es bauliche Mängel, Lehrstände oder unattraktive Zugänge zum Stadtzentrum. In Michelfeld wären vor allem die Türme und die Höfe vor dem Klosterbereich, das in den kommenden Jahren generalsaniert wird, zu verbessern.

Einige Vorschläge haben Planer, Stadt und Behörden schon zusammengetragen. Weitere Ideen von den Bürgern waren und sind willkommen. Einige meldeten sich während der Online-Bürgerwerkstatt zu Wort. Andere können ihre Anregungen online auf der Homepage der Stadt eintragen.

"Wir möchten die Landesgartenschau nicht vom grünen Tisch aus konzipieren", betonte Bürgermeister Joachim Neuß. Vielmehr seien die Veranstaltung und vor allem die nachhaltig erlebbaren Verbesserungen für alle Auerbacher gedacht. "Alle sollen profitieren." Es gebe keine dummen Ideen, betonte Neuß und forderte zum Dialog nach der Info-Veranstaltung auf.

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