Förderantrag gestellt

Stadtrat Betzenstein will den Tod des beliebten Freibads verhindern

Klaus Trenz

11.11.2022, 14:18 Uhr
Das beheizte Freibad in Betzenstein ist in der ganzen Region beliebt. Vor dem Hintergrund explodierender Strompreise wird der Betrieb aber schwierig.
 

© Klaus Trenz, NN Das beheizte Freibad in Betzenstein ist in der ganzen Region beliebt. Vor dem Hintergrund explodierender Strompreise wird der Betrieb aber schwierig.  

Selbst wenn die Maßnahmen wie die Erneuerung der Wärmepumpen, die das Wasser heizen, Beckenabdeckungen und die Erneuerung der elektrischen Anlagen, deren Gesamtsumme auf netto rund 735.000 Euro geschätzt wird, die höchsten Zuschüsse erhalten würden, bliebe der Stadt ein Eigenanteil von rund 355.000 Euro an Sanierungskosten.

Damit würde man pro Jahr zwar den Stromverbrauch von derzeit bis zu 225.000 Kilowattstunden (kWh) auf etwa bis zu 85.000 kWh senken, aber man stehe im nächsten Jahr bei einer laut Bürgermeister Claus Meyer Vervierfachung der Stromkosten auf eine geschätzte Summe in Höhe von 140.000 Euro. Dies wird das jährliche Defizit von bis zu 120.000 Euro deutlich erhöhen.

Man habe in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, Betriebskosten einzusparen, sagte Meyer. Die Strompreiserhöhung verursache aber „enorme Mehrkosten“.

Wichtig für den Tourismus

Das Freibad sei als Freizeiteinrichtung wichtig für den Tourismus für die Region, betonte Meyer. Er beklagte aber auch, dass die Kosten alleine bei der Stadt Betzenstein lägen. Seit 2002 sei das Freibad immer wieder Thema. Schon damals habe es nur drei Optionen gegeben: das Freibad sanieren, es schließen oder es betreiben, „so weit die Füße tragen“.

Für Stadtrat Hans Weidinger (WG) gibt es derzeit keine andere Option. Das Freibad sei auch ein Kulturgut, das es zu erhalten gelte. Einen Förderantrag zu stellen, stehe für ihn „außer Debatte“.

Keine Verpflichtung

Es könne „ja nichts kaputt gehen“, sagte Christian Otto (UBB), wenn man den Antrag stelle. Zumal damit auch keine Verpflichtung bestehe, so Meyer, die Sanierung dann auch durchzuführen. Stelle man den Antrag nicht, würde man nie erfahren, ob eine Förderung zu erwarten sei. „Wenn wir diesen Antrag nicht auf den Weg bekommen, ist das der Tod des Freibades“, befürchtete Birgit Leistner (CSU).

Einstimmig beschloss der Rat die Beantragung von Fördermitteln über die Kommunalrichtlinie einerseits und anderseits über das bayerische Förderprogramm KommKlimaFöR.

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