SB-Terminal bleibt

VR Bank Bayreuth-Hof schließt ihre Filialen Pottenstein und Hollfeld im Januar

Michael Grüner

16.11.2022, 14:38 Uhr
Pottenstein zählt bei der VR Bank neben Bad Berneck und Heinersreuth zu den Kleinstfilialen. Dort stehen ab Februar 2023 weiterhin Selbstbedienungs-Terminals zur Verfügung.
 

© Tourismusbüro, NN Pottenstein zählt bei der VR Bank neben Bad Berneck und Heinersreuth zu den Kleinstfilialen. Dort stehen ab Februar 2023 weiterhin Selbstbedienungs-Terminals zur Verfügung.  

Serviceleistungen werden immer häufiger über alternative Zugangswege in Anspruch genommen, die Frequenz in den Filialen sinkt. Grundsätzlich bleibe aber die Präsenz in der Fläche eine Grundsäule des Angebots der genossenschaftlichen Regionalbank, heißt es in der Presseerklärung weiter.

Ungebremst

Bernd Schnabel, Vorstand der VR Bank Bayreuth-Hof eG, erklärt: „Die Veränderungsprozesse im Bankenbereich gehen ungebremst weiter. Steigende Energiekosten, die wachsende Bedeutung nachhaltiger Konzepte und ein verändertes Kundenverhalten verschärfen die bekannten Herausforderungen durch Regulatorik, Digitalisierung und Zinsentwicklung. Wir müssen uns rechtzeitig auf die Marktsituation von Morgen vorbereiten, um langfristig als starker Partner für Mitarbeiter, Kunden und die Öffentlichkeit zu bestehen.“

Bargeld gewährleistet

Von der „Anpassung“ des Filialnetzes sind Hollfeld und Schwarzenbach am Wald betroffen. In diesen Orten betreiben jeweils andere Raiffeisenbanken ebenfalls Standorte. Durch die Nachbarbanken sei die Bargeldversorgung gewährleistet.

Der Betrieb kleiner Filialen, die zum Teil nur ein oder zwei Tage geöffnet haben, zieht einen unverhältnismäßig hohen Aufwand mit sich. Gleichzeitig sinkt die Nutzungsfrequenz. Mit den Erwartungen an nachhaltige Unternehmensführung ist das kaum zu vereinbaren.

Automat kommt weg

Auch beim Selbstbedienungs-Netz will sich die Bank der durchschnittlichen Anzahl von Geldautomaten innerhalb Bayerns annähern. Das bedeutet, dass unter anderem die SB-Stelle Ottenhof zum 31. Januar 2023 aufgelöst wird. Bernd Schnabel betont, dass die Präsenz in der Fläche ein fester Bestandteil des Angebots der regionalen Genossenschaft bleibe.

Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer ist am Mittwochvormittag seitens der VR Bank über die Filial-Schließungen in der Region telefonisch informiert worden bin. Das teilte er auf Anfrage mit.

Zu diesem Zeitpunkt ging die Meldung auch schon an die Medien. Dem Bürgermeister sei mitgeteilt worden, dass aus wirtschaftlichen Gründen eine Aufrechterhaltung der Filiale nicht möglich sei. Der Automat würde bestehen bleiben.

Entscheidung bedauert

Frühbeißer: „Wir bedauern die Entscheidung sehr, da hier ein weiteres wichtiges Angebot im ländlichen Raum verloren geht, andererseits müssen wir diese wirtschaftliche Entscheidung als bereits fix hinnehmen.“ Für ihn bestätigt diese Entwicklung die Befürchtung, dass die Anstrengungen und Bemühungen um die ländliche Infrastruktur und den Erhalt der Betriebe dringend wieder auf die politische Agenda müssten.

Handeln eingefordert

Frühbeißer weiter: „Schon vor Jahren wurde hier das Handeln des Staates eingefordert und auch erste Erfolge erzielt. Nun gilt es jedoch in Anbetracht der steigenden Energiekosten, Personalmangel und weiter zunehmender Bürokratie, allen unseren Betrieben umgehend und effektiv unter die Arme zu greifen und die Existenz zu sichern, damit nicht noch weitere Schließungen folgen. Gerade auch hinsichtlich der touristischen Entwicklung - einem unserer größten Wirtschaftsfaktoren - ist jeder einzelne Betrieb äußerst wichtig.“

1 Kommentar