Hohe Ansteckungsgefahr

Wegen Corona: Auerbacher Huuzawochen werden verkürzt

Kerstin_Goetzke
Kerstin Goetzke

Nordbayerische Nachrichten Pegnitz/Auerbach

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10.1.2022, 08:00 Uhr
Typische Kirwa-Spezialitäten – wie Bratwürste mit Kraut, Krenfleisch oder Karpfen – werden neben eigens gebrautem Bier bei den Auerbacher Huuzawochen aufgetischt.

Typische Kirwa-Spezialitäten – wie Bratwürste mit Kraut, Krenfleisch oder Karpfen – werden neben eigens gebrautem Bier bei den Auerbacher Huuzawochen aufgetischt. © Symbolfoto: Irene Lenk

"Das ist einfach erklärt: Corona", sagt Werner Grüner. Mit seiner Frau Maria betreibt er das Bürgerbräustüberl, das 28 Sitzplätze hat. "Bei den Huuzawochen gehen die Gäste von Tisch zu Tisch und unterhalten sich. Manchmal stehen sie, gequetscht wie die Heringe, sogar im Gang. Die Gefahr, sich mit Corona anzustecken ist hoch", begründet er seine Entscheidung. Außerdem müsste er Personal einstellen, um die Impf- und Genesenen-Nachweise zu kontrollieren. Denn aktuell gilt bayernweit in der Gastronomie die 2 G-Regel; bei geschlossener Gesellschaft sogar die 2 G-Plus-Regel. Das heißt, Geimpfte oder Genesene brauchen einen gültigen negativen Corona-Schnelltest.

Wirte sind vorsichtig

Für Grüner ist ein Verschieben der Huuzawochen keine Option: "Ich lasse es ausfallen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bis März besser wird und wir dann den Abschluss bilden", sagt der 77-jährige Gastronom.

Seine Vorsicht kommt nicht von ungefähr: Im November 2020 war er wegen einer Covid-19-Infektion drei Wochen lang im Krankenhaus. Bis jetzt hat er Schmerzen und Namen entfallen ihm seitdem immer wieder. Vorsichtig ist auch Bernhard Hinteregger vom Café Postillion: "Meiner Meinung nach passen die Huuzawochen und Corona nicht zusammen", sagt er. Bereits im Dezember habe er mit Organisator Martin Weiß gesprochen und ihm von seinen Gedanken erzählt.

Die endgültige Entscheidung sollte dann im neuen Jahr fallen. Doch Hinteregger war bewusst, dass er die Huuzawoche in seinem Lokal nicht umsetzen könne. Normalerweise hat er 45 Sitzplätze, doch zur Aktionswoche, die eine lange Tradition in Auerbach hat und dem Flinderer in Pegnitz ähnelt, kämen bis zu 60 Leute, die an einem Tisch "zamrucken".

"Genau das macht ja die Huuzawochen aus: die Geselligkeit, das Miteinander", erklärt Hinteregger. Aber genau das lasse sich mit der Pandemie nicht vereinbaren, weil man weiterhin auf Abstand achten sollte. Am Platz müssten die Gäste keine Masken tragen, nur das Personal habe welche auf. "Ich möchte meine Gäste und meine Angestellten schützen", so der Wirt weiter. Er selbst habe seine Erfahrung mit der Infektionskrankheit gemacht, als er und seine Lebensgefährtin als doppelt Geimpfte im November einen leichten Verlauf hatten. Bis heute bekommt der begeisterte Wanderer nur schwer Luft, wenn er Treppen steigt. Seine Partnerin hat ihren Geschmackssinn noch immer nicht zurück.

"Ich hätte schwere Bedenken, die Huuzawochen bei mir stattfinden zu lassen. Da verzichte ich lieber auf die Einnahmen", sagt er. Selbst wenn die Ansteckungsgefahr nicht so hoch wäre, hätte er Bedenken, dass bei der Aktionswoche überhaupt Stimmung aufkommt. Denn derzeit gilt in der Gastronomie eine Sperrstunde: "Um 22 Uhr muss das Lokal leer sein", erklärt der Wirt.

Er überlegt, zu einem späteren Zeitpunkt ein Huuzawochenende "to go" anzubieten: Dann könnten die Auerbacher die Kirwa-Spezialitäten, die zum Essen angeboten werden, abholen und zu Hause verspeisen.

Auch für das Fassbier bräuchte es eine Lösung. Denn wenn noch mehr Wirtshäuser ihre Teilnahme absagen, fürchtet Organisator und Brauer Martin Weiß, dass er das extra gebraute Bier wegschütten muss. "Wir mussten wegen des Lockdowns schon viel Bier vernichten", berichtet er.

Auch die anderen Wirte hätten Bedenken, sagt er auf Anfrage der Redaktion. Dafür habe er Verständnis. Deshalb fahre er auf Sicht: "Die ersten beiden Huuzawochen fallen aus. Wie es danach weiter geht, muss kurzfristig entschieden werden." Er hofft, dass sich die Corona-Lage etwas bessere und die Huuzawochen stattfinden. Denn: "Die Leute brauchen Positives und Zuversicht."

Für ihn wäre es jedenfalls nicht gerade positiv, wenn er das Bier wegschütten müsste. Etikettieren und Abfüllen wäre für ihn keine Option, weil das mit hohen Kosten verbunden sei.

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