Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl endet

Fünf Männer wollen in das Rother Rathaus einziehen

Motiv: Portrait - Carola Scherbel  Foto: Martin Regner, gesp.29.08.2019
Carola Scherbel

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26.11.2021, 17:45 Uhr
In Roth wird im Januar schon wieder gewählt. Nachdem Bürgermeister Ralph Edelhäußer für die CSU in den Bundestag eingezogen ist, braucht die Kreisstadt einen neuen Rathauschef.

 

In Roth wird im Januar schon wieder gewählt. Nachdem Bürgermeister Ralph Edelhäußer für die CSU in den Bundestag eingezogen ist, braucht die Kreisstadt einen neuen Rathauschef.   © Martin Schutt, dpa

Seit Oktober ist das Amt des Rother Bürgermeisters kommissarisch besetzt. Der bisherige Amtschef Ralph Edelhäußer nämlich sitzt in Berlin auf der (Oppositions-)Bank des Bundestags, für einen CSU-Politiker ganz ungewohnt. Seine Nachfolge im Rother Rathaus muss zwingend drei Monate nach seiner Vereidigung per Wahl geklärt sein. Denn seitdem er in Berlin als Abgeordneter sitzt, existiert ein "Amtshindernis": Edelhäußer darf nicht sowohl Abgeordneter als auch hauptamtlicher Bürgermeister der Kreisstadt sein.

Also haben sich mögliche Nachfolgeaspiranten schon warmgelaufen. Der Erste im Rennen war - bereits im Juli - Andreas Buckreus (SPD). Der 38 Jahre alte Polizeibeamte will schon länger Bürgermeister werden: Im Jahr 2017 hat er bereits gegen Amtsinhaber Edelhäußer kandidiert und mit 44 Prozent überraschend gut abgeschnitten. Buckreus ist seit der jüngsten Stadtratswahl 2020 Stellvertreter des Bürgermeisters und führt das Amt deshalb jetzt kommissarisch - was ihm viele Gelegenheiten der Profilierung bietet.

Die CSU hatte sich in den eigenen Stadtrats- und Parteireihen nach einem Kandidaten umgesehen, kassierte aber zunächst Absagen. Bis dann im September - auch noch vor der Bundestagswahl und damit vor der Entscheidung über Edelhäußers Zukunft - Hans-Günter Kraetsch auf dem Kandidatenfeld auflief. Neben Buckreus, der dem größten Sportverein des Landkreises, der TSG 08 Roth vorsteht, ist mit dem 51-Jährigen ein weiterer Sportvereinsvorsitzender im Rennen: Kraetsch, genannt "Hansi", führt seit mehreren Jahren die Spielvereinigung Roth an. Neu dagegen ist seine Mitgliedschaft in der CSU, für die der Rechts- und Fachanwalt jetzt in den Bürgermeisterwahlkampf zieht.

Zu den beiden Kandidaten von SPD und CSU hat sich vor Kurzem ein dritter Sportsmann dazugesellt: Für "Die Partei" will Florian Weber, Fußball-Abteilungsleiter des TSV Bernlohe, den Bürgermeisterstuhl im Rathaus ins Visier nehmen, denn er will nicht, dass "die Großen das unter sich ausmachen". Zumindest, so wünscht sich der 34-Jährige, der bei der Stadt Roth seit elf Jahren als Gärtner beschäftigt ist, "wird der Wahlkampf spannender".

Kurz vor Schluss der Bewerbungsfrist meldete sich dann noch ein "alter Bekannter": Michael Ruthardt hatte im Jahr 2011 schon einmal für die FDP für das Amt des Rother Bürgermeisters kandidiert, war aber bereits vor der Stichwahl gescheitert - so wie drei weitere der insgesamt sechs Bewerberinnen und Bewerber damals. Nachdem er der FDP inzwischen den Rücken gekehrt hat, zeigte die Partei jetzt kein Interesse mehr an einem Kandidaten in ihrem Namen. Und auch die Partei "Die Franken" wollte Ruthardt nicht nominieren.

Also hat der 53-jährige Unternehmensberater eine eigene Truppe gegründet. Die "Rother Demokraten" sind bisher erst zu sechst, wollen als kommunalpolitische Initiative aber über die Wahl hinaus bestehen bleiben.

Kurz vor Ende der Frist hat sich Stefan Kuschel als Bürgermeisterkandidat für die Partei Die Basis bei der Stadt Roth gemeldet.

Kurz vor Ende der Frist hat sich Stefan Kuschel als Bürgermeisterkandidat für die Partei Die Basis bei der Stadt Roth gemeldet. © die basis, NN

Auf den letzten Metern kam am Dienstag ein fünfter Kandidat dazu: Stefan Kuschel (39) will für die rund um Corona-Proteste gegründete Partei „die Basis“ Bürgermeister werden. Für sie war der Notfallsanitäter aus Rothaurach schon bei der Bundestagswahl angetreten.

Im Normalfall braucht jeder Kandidat 190 Unterstützer-Unterschriften. Die sind - pandemiebedingt - derzeit nicht nötig, erklärt Rainer Hofer vom Ordnungsamt. „Zehn reichen, und die haben alle Kandidaten eingereicht.“

Weitere Kandidaten oder Kandidatinnen kommen jetzt definitiv nicht mehr dazu. Am 16. Januar 2022 soll der neue Rother Bürgermeister gewählt werden, ein eventuell nötiger Stichwahltermin wäre zwei Wochen später.

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