Schlechte Ernte

Kampf mit Kartoffel-Krise und Energiekosten: Fränkische Lebensmittelfirma in Existenznot

Johanna Michel

Online-Redaktion

17.9.2022, 10:57 Uhr
Ob Kloßteig, Spätzle, Schupfnudeln oder Baggers: Die Firma Henglein hat sich auf Kartoffeln spezialisiert. Steigende Energiekosten und eine schlechte Ernte machen dem Unternehmen aktuell schwer zu schaffen.

© Philipp Schulze, dpa Ob Kloßteig, Spätzle, Schupfnudeln oder Baggers: Die Firma Henglein hat sich auf Kartoffeln spezialisiert. Steigende Energiekosten und eine schlechte Ernte machen dem Unternehmen aktuell schwer zu schaffen.

Die Firma Henglein beschäftigt derzeit etwa 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist einer der größten Lebensmittelhersteller Deutschlands. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf Kartoffeln - egal, ob Baggers, Kloßteig oder Spätzle. Neben Supermärkten wie Aldi, Lidl und Co. wird auch die Gastronomie beliefert.

Die Kartoffeln werden bei der Verarbeitung in großen Dampfgarern gekocht, dabei geschält und anschließend noch einmal gekocht. Das erfordert viel Energie. Um genau zu sein so viel, dass der große Lebensmittelhersteller ungefähr so viel Energie verbraucht, wie 30.000 private Haushalte, vergleicht der Bayerische Rundfunk. Demnach musste das Unternehmen inmitten der Energiekrise den Versorger wechseln, weitere Preissteigerungen folgten. Nach eigenen Angaben sei der Preis innerhalb eines Jahres um das Fünfzehnfache gestiegen, berichtet der BR weiter, in der Spitze seien das laut Angaben des Geschäftsführers mehr als zwei Millionen Euro monatlich.

Ein eigenes Blockheizkraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent schaffe etwas Abhilfe, "weiter Energiesparen könne Henglein nicht mehr", erklärt der BR. Nur der Wunsch danach, dass sich die Energiepreise wieder normalisieren, bleibt dem Unternehmen.

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