Rother Stadtrat beschließt Gebührenerhöhung

Krippe und Kita in Roth werden wieder teurer

Motiv: Portrait - Carola Scherbel  Foto: Martin Regner, gesp.29.08.2019
Carola Scherbel

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23.12.2021, 06:00 Uhr
Während der Rother Stadtrat über höhere Kitagebühren diskutiert, wächst der jüngste Kindergarten weiter in die Höhe: Im Frühjahr soll die Kita

Während der Rother Stadtrat über höhere Kitagebühren diskutiert, wächst der jüngste Kindergarten weiter in die Höhe: Im Frühjahr soll die Kita "Abenteuerland" am Hasenbühl bezugsfertig sein. © Carola Scherbel

Seit 2005 gelten in Roth einheitlich für alle Krippen, Kindergärten und Horte die gleichen Tarife, so dass es keine finanziellen Gründe zum Wechsel hierhin oder dorthin verleiten. Seit 2010 beschließt der Stadtrat alle zwei Jahre die Erhöhung. Er muss sie sozusagen „absegnen“, da die Träger – Kirche, freie Träger oder Wohlfahrtsverbände – höhere Personal- oder Energiekosten geltend machen.

Ab 2022 sollen neben der regulären Teuerung noch die besonderen Kosten für die Corona-Hygienemaßnahmen dazukommen. So sollen Eltern ab September 2022 um fünf Euro mehr im Monat bezahlen, wenn ihr Kind für drei/vier Stunden täglich in der Krippe, Kita oder im Hort betreut wird. Bei der letzten Erhöhung im September 2020 waren es noch vier Euro gewesen.

Deutliche Steigerung

Künftig, so der Vorschlag der Stadtverwaltung, sollen Zehn-Prozent-Schritte gemacht werden, so habe es das bayerische Familienministerium empfohlen.

In zehn Jahren sind das immerhin 65 Prozent mehr gewesen, hat Martin Winkler, Stadtrat der „Partei“ kurz vorgerechnet. Ein Beispiel: Wenn ein Kleinkind täglich drei bis vier Stunden lang in der Krippe betreut wird, hatten die Eltern dafür 2010 und 2011 pro Monat 140 Euro bezahlt, zuletzt waren es 210 Euro. Und künftig sollen es 215 Euro sein.

Für ein Kindergartenkind waren es vor zehn Jahren 75 Euro, jetzt zahlen die Eltern 124 Euro, künftig 129 Euro. Für die Kinder, die im September eingeschult werden, werden 111 Euro fällig, die Kleineren ab drei Jahren erhalten 100 Euro Zuschuss, so dass nur 11 Euro monatlich anfallen. Je nach Belegungszeit (bis zu zwölf Stunden täglich sind möglich) steigen die Kosten gestaffelt nach Buchungszeitkategorien jeweils um zehn Prozent an statt wie bisher um einen Fixbetrag pro Kategorie.

Nicht den Eltern aufbürden

Für Sonja Möller (Freie Wähler) ist es nachvollziehbar, dass Personal- und Energiekosten steigen, doch die pandemiebedingten Kosten wolle sie „auf keinen Fall den Eltern aufbürden“. Und Susanne Horn (Die Linke) verweigerte der Erhöhung ihre Zustimmung, weil „frühkindliche Bildung kostenfrei sei muss“. Auch die SPD sei daran erinnert, dass sie diese Forderung in ihrem Wahlprogramm stehen habe.

„Es ist aber nicht Aufgabe der Kommunen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen“, musste sie sich bei der Debatte von Hauptamtsleiter Stefan Krick korrigieren lassen. Auch Petra Hoefer (SPD) betonte, es sei natürlich "wünschenswert“, die Kita-Bildung kostenfrei zu bieten. „Aber wenn wir das bezahlen, fehlt uns das Geld an anderer Stelle.“

Wie gut, dass es die Möglichkeit der Kitabetreuung heute so umfangreich und unkompliziert gebe, erinnerte dagegen Dr. Walburga Kumar (FDP) ihre Kolleginnen und Kollegen an vormals schwierigere Zeiten, und laut Dr. Daniel Matulla (CSU) könne doch das inzwischen eingeführte Familiengeld einen Beitrag zur Wahlfreiheit für Familien leisten.

Was die Höhe der Gebühren angeht, findet sich die Stadt übrigens umgeben von Gemeinden mit deutlich höheren ebenso wie von niedrigeren Sätzen. Mit 24 gegen vier Stimmen beschloss man die Erhöhung.

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