An der Kapazitätsgrenze

Neues Logistikzentrum: Heinloth baut an der Rother Lände

Patrick Shaw
Patrick Shaw

Redaktion Schwabacher Tagblatt / Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung / Hilpoltsteiner Zeitung

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20.1.2022, 18:21 Uhr
So soll das neue Logistikzentrum der Firma Heinloth an der Rother Lände aussehen, wenn es im Herbst fertiggestellt wird.
 

© Visualisierung: Heinloth / Max Bögl So soll das neue Logistikzentrum der Firma Heinloth an der Rother Lände aussehen, wenn es im Herbst fertiggestellt wird.  

„Die gute Anbindung Mittelfrankens an ganz Deutschland und Südeuropa, die Wirtschaftskraft und das perspektivische Wachstum der Region mit einem interessanten Kundenmarkt waren ausschlaggebend für den Standort Roth“, sagt Firmenchef Roland Heinloth. Der Neubau sei die bisher größte Logistik-Immobilie des Unternehmens und die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte.

Um die Fläche in der Passauer Straße, gleich rechterhand der Zufahrt zur Lände von der Staatsstraße 2237, bestmöglich zu nutzen, hat sich Heinloth für ein 20 Meter hohes Schmalgang-Lager entschieden. Dieses umfasst mehr als 16.000 Paletten-Stellplätze sowie eine eigens konzipierte Kommissionier- und Konfektionierebene. Dort werden die gelagerten Waren nach Auftrag der Kunden individuell zusammengestellt, bevor sie auf die Straße gehen. Bei Vollauslastung sollen dort bis zu 50 Arbeitsplätze entstehen.

Modernste Lagertechnik soll nach Unternehmensangaben einen sehr hohen Palettenumschlag insbesondere für „schnelldrehende Waren“ erzielen. „Ein innovatives Warenhaus-Management-System für hohe Kundenanforderungen und die Teilautomatisierung der Flurfördergeräte schaffen nachhaltige und effiziente Prozesse, die auch die Arbeit unserer Mitarbeiter erleichtern“, beschreibt Frederik Pleick, der bei Heinloth für die Kontraktlogistik verantwortlich ist, den Stand der Technik.

Durch den Neubau will sich Heinloth noch besser im Bereich der Kontraktlogistik aufstellen – also bei der langfristigen Kooperation zwischen dem Transportdienstleister und seinen Kunden. Es gehe dabei sowohl um die Intensivierung bestehender als auch um den Aufbau neuer Geschäftsverbindungen.

Mehr Platz und Nachhaltigkeit

„Die Nachfrage nach Logistik und Lagerung mit Value Added Services [Dienstleistungen, die über das Kerngeschäft des Warentransports hinausgehen, wie etwa Kommissionierung und Konfektionierung – Anm. der Redaktion\] ist ungebrochen“, erklärt Pleick. „Unsere Kapazitäten sind nahezu ausgeschöpft.“ Ein Grund dafür ist laut Roland Heinloth die Corona-Krise, die die Lieferketten erheblich beeinträchtigt. „Wir rechnen mit einer weiter verstärkten Nachffrage aufgrund der Lieferengpässe“, sagt der Firmenchef. „Die Kunden gehen weg von der Just-in-time-Produktion und legen eher wieder Lagerbestände an.“ Auch deshalb sei der Neubau nötig.

Zudem wird das Gebäude durch seine Bauweise den neuen Vorschriften für die Lagerung wassergefährdender Güter gerecht. Wie auch beim anderen neuen Heinloth-Logistikzentrum in Rostock, das demnächst den Betrieb aufnehmen soll, habe man mit Photovoltaik, intelligenter Haussteuerung und sparsamer Flächennutzung den Fokus auf eine nachhaltigen Bauweise gelegt, heißt es von Seiten des Unternehmens. „Mit den hohen Umweltschutzstandards, der Bio-Zertifizierung und der vorbereiteten IFS-Zertifizierung verfolgen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weiter“, bestätigt Roland Heinloth. „So zeigen wir, dass die Bereiche Logistik und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.“

Stadt Roth und Landratsamt lobt der Unternehmer ausdrücklich „für Art und Geschwindigkeit bei der Genehmigung“. Das gehe nicht überall so reibungslos vonstatten.

Zum Unternehmen

Die zwischen 1936 und 1949 gegründete Heinloth-Gruppe beschäftigt rund 400 Mitarbeiter/innen an sieben Standorten in Deutschland und Europa. Sie hält über 100.000 Quadratmeter Logistikfläche und mehr als 600 Fahrzeuge bereit.