Dr. Christine Meyer

Schwabachs erste Klimaschutzreferentin startet

Günther Wilhelm
Günther Wilhelm

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5.1.2022, 10:46 Uhr
Start mit viel Zuversicht: Dr. Christine Meyer ist Schwabach erste Klimaschutzreferentin. Zuletzt war sie Personalchefin bei der Stadt Nürnberg.

Start mit viel Zuversicht: Dr. Christine Meyer ist Schwabach erste Klimaschutzreferentin. Zuletzt war sie Personalchefin bei der Stadt Nürnberg. © Günther Wilhelm, NN

In ihrem Büro steht ein Schreibtisch mit zwei Bildschirmen. Die Wände sind noch kahl, es gibt auch noch keinen Besprechungstisch. Für das erste Pressegespräch an diesem Montagnachmittag, zu dem auch OB Peter Reiß und Pressesprecher Jürgen Ramspeck gekommen sind, schiebt sie aus dem Nachbarzimmer Stühle herein. "Sie sehen: Wir bauen gerade erst auf", sagt Dr. Christine Meyer ganz gelassen. Immerhin: Eine erste Topfpflanze hinter ihren Schreibtisch sorgt für erstes Grün.

"Sehr kurze Wege"

Ihr neuer Arbeitsplatz im Verwaltungsgebäude in der Albrecht-Achilles-Straße ist bewusst gewählt. Im gleichen Haus mit dem Umweltschutzamt, für das sie jetzt verantwortlich ist, und dem Baureferat, mit dem sie eng zusammenarbeiten wird. "Schwabach ist ja die Stadt der kurzen Wege. Und hier habe ich die ganz kurzen. Das passt gut", sagt die neue Referentin.

Große Erfahrung aus Nürnberg

Christine Meyer eilt ein hervorragender Ruf voraus. Die 53-jährige Betriebswirtschaftlerin und promovierte Sozialwissenschaftlerin gilt als absoluter Verwaltungsprofi. Zuletzt war sie vier Jahre Leiterin des Personalamts der Stadt Nürnberg, zuvor lange Jahre persönliche Mitarbeiterin des damaligen Oberbürgermeisters Uli Maly. Aus der Zusammenarbeit in der Städteachse kennt sie auch die Schwabacher Kommunalpolitik.

Reiß: "Gut abgestimmte Lösung"

Peter Reiß ist überzeugt, in ihr die Richtige für die neue und keineswegs einfache Aufgabe gefunden zu haben: "Erklärtes Ziel ist, Klimaschutz zu einem eigenen Schwerpunkt zu machen." Deshalb gehören zum neuen Referat das Umweltamt und der Bereich Mobilität und Verkehr, die bisher Stadtrechtsrat Knut Engelbrecht zugeordnet waren, sowie Aufgabe aus dem Baureferat von Stadtbaurat Ricus Kerckhoff. "Da gab es aber kein Gerangel unter den Referenten. Diese neue Aufgabenverteilung ist ja kein Schnellschuss, sondern eine gut abgestimmte Lösung", erklärt Reiß.

"Hochkommunikativ"

"Ich sehe das neue Referat als Ergänzung", betont auch Christine Meyer. "Der Stadtrat hat einen weitsichtigen Beschluss gefasst, diesem für die Zukunft so zentralen Thema mehr Bedeutung zu geben. Das geht nur durch eine sehr starke Vernetzung."

Ein Satz, der ihr Selbstverständnis als Referentin zeigt: "Hochkommunikativ mit allen Akteuren sein: innerhalb der Verwaltung, mit den Stadtwerken, mit Interessengruppierungen und vor allem auch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Das ist der Schlüssel", sagt Christine Meyer. "Alle müssen zu Kompromissen bereit und fähig sein und auch mal etwas Neues ausprobieren."

"Gemischte Teams tun gut"

Was es für sie bedeutet, als erste Frau ein Referat in Schwabachs Stadtverwaltung zu leiten? "Ich freue mich darüber: Gemischte Teams mit unterschiedlichen Erfahrungen und Blickwinkeln tut jedem Unternehmen und jeder Verwaltung gut."

Der neue Stab

Ihr engstes Team neben dem bisherigen Umweltamt besteht aus einem Mitarbeiter und drei Mitarbeiterinnen. Wie sie selbst neu bei der Stadt ist Götz Mahdi, der sich als "Mobilitätsbeauftragter" um den Bereich VGN und öffentlicher Nahverkehr kümmert. Tanja Helm ist seit eineinhalb Jahren als "Klimaschutzmanagerin" bei der Stadt, hat also schon "wichtige Vorarbeit geleistet", wie Christine Meyer betont. Simone Wenzl-Musch bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der Bauverwaltung mit und ist Expertin für Städtebauförderung. "Sie wird sich um Fördertöpfe von EU, Bund und Land kümmern und sehen, welche für uns passen", erklärt Christine Meyer. Im Vorzimmer schließlich wird Sabrina Pfeifer für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

700 Ideen sortieren

Ein erster großer inhaltlicher Schwerpunkt wird das neue Mobilitätskonzept. Nach der ersten Information rund 2021 sind über 700 Ideen und Anregungen aus der Bürgerschaft eingegangen. "Manche wollen an jedem Parkplatz festhalten, andere am liebsten Fahrradstraßen. Das gilt es nun zu sortieren und zusammenzubringen", sagt Christine Meyer. "In Schwabach hat der Individualverkehr einen Anteil von 61 Prozent, es wird also relativ viel mit dem Auto gefahren. Autos sind natürlich bequem. Für Klimaneutralität sind aber aber auch der ÖPNV, das Fahrrad und die Fußgänger wichtig. Solche Kompromisse auszuhandeln, das wird die Kunst sein."

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