Tatkräftige Unterstützung vieler Ehrenamtlicher

Auch die Brombachhalle wurde zur Notunterkunft

Markus Steiner
Markus Steiner

Weißenburger Tagblatt

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22.3.2022, 11:10 Uhr
In der Brombachhalle wurde eine zweite Notunterkunft für Flüchtlinge  eingerichtet, falls die Kapazitäten in Treuchtlingen nicht mehr ausreichen  sollte. Hier können die Geflüchteten essen, trinken und schlafen und haben  zumindest ein festes Dach über dem Kopf.

© Markus Steiner, WT In der Brombachhalle wurde eine zweite Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet, falls die Kapazitäten in Treuchtlingen nicht mehr ausreichen sollte. Hier können die Geflüchteten essen, trinken und schlafen und haben zumindest ein festes Dach über dem Kopf.

Das, was BRK, THW und die Freiwilligen Feuerwehren am vergangenen Wochenende aus dem Boden gestampft haben, ist aller Ehren wert. Das ist auch Landrat Manuel Westphal (CSU) bewusst, der gemeinsam mit Pleinfelds Bürgermeister Stefan Frühwald (CSU) die Notunterkunft in der Brombachhalle besichtigte. Der Landrat dankte der Gemeinde Pleinfeld und allen Helfern und rief in Erinnerung, dass inzwischen der Katastrophenfall ausgerufen worden sei und für die Zuspitzung der Flüchtlingssituation präventiv weitere Kapazitäten geschaffen wurden.

Noch am Freitag war angekündigt worden, dass am Wochenende bis zu 130 Geflüchtete aus der Ukraine kommen sollen, erläuterte Lidia Bechthold, die die Abteilung für Kommunale und Soziale Angelegenheiten leitet. Da die Kapazitäten in der Notunterkunft an der Treuchtlinger Senefelder Schule dafür nicht gereicht hätten, wurde man aktiv.

Dabei ist die Behörde auf die tatkräftige Unterstützung der Ehrenamtlichen angewiesen, die Betten organisierten und aufstellten und in der Halle, die sonst für Sport und Veranstaltungen genutzt wird, eine Notunterkunft entstehen ließen, in der gegessen, geschlafen und gespielt werden kann. Die Leitung des Aufbaus hatte der Kreisbrandmeister Uwe Groß von der Freiwilligen Feuerwehr Pleinfeld inne, der dabei tatkräftig vom stellvertretenden Pleinfelder Kommandanten Andreas Rixner, der in Nürnberg bei der Berufsfeuerwehr arbeitet, unterstützt wurde.

In der Halle wurden ein Art Matrazenlager, wie man es aus Jugendherbergen kennt, sowie auch abgetrennte Einzelparzellen für Familien eingerichtet, erklärte Wolfgang Schulze vom Sachgebiet Soziales und Senioren am Landratsamt. Weil die Geflüchteten eine strapaziöse Reise hinter sich haben, werden sie bei ihrer Ankunft in der Brombachhalle erst einmal sanitätsdienstlich versorgt und gegebenenfalls auch betreut. Ein Corona-Schnelltest ist bei der Ankunft angesichts der noch immer sehr hohen Inzidenz im Landkreis natürlich ebenfalls Pflicht.

Die Planungssicherheit sei momentan „etwas ungewiss“, so Bechthold. Die Behörde erfahre maximal vier Stunden vorher, ob ein Bus mit Flüchtlingen im Landkreis ankommt.

177 Plätze in Hotels und Pensionen

Florian Becker, der Sachgebietsleiter des Referats „Soziales und Senioren“ erläuterte den Pressevertretern, dass der Landkreis zusätzlich zu den Notunterkünften auch Hotels und Pensionen angemietet habe. Die insgesamt 177 Plätze seien bereits jetzt komplett belegt.

Sowohl die Notunterkünfte als auch die Hotels und Pensionen seien laut Landratsamtssprecherin Claudia Wagner aber lediglich als Interimslösungen gedacht. Die Geflüchteten sollten schnellstmöglich in dezentralen, privaten Unterkünften untergebracht werden, wo sie möglichst lange bleiben können.

Landrat Westphal betonte bei dem Termin auch die Bedeutung der Katastrophenschutzeinheit, die super aufgestellt sei und die Ehrenamtlichen gut unterstützt habe. Verena Wagner von der Freiwilligenagentur des Landkreises sagte, dass man jetzt das Angebot und die Nachfrage nach Wohnungen in Einklang bringen müsse, was auch dank der Zusammenarbeit mit dem Pleinfelder Bürgerhaus und dem Helferkreis gut gelinge.

Weitere Dolmetscher gesucht

Für die Geflüchteten, die oftmals traumatisiert sind, gibt es spezielle Angebote der Notfallseelsorge, erklärte Büroleiter Jürgen Simon und rief dazu auf, dass sich Dolmetscher, die ukrainisch sprechen, bitte beim Landratsamt melden sollten. Claudia Wagner fasste zusammen, für was die Notunterkunft primär eingerichtet wurde: „Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf.“