Energiewende

Das plant der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Sachen Klimaschutz

Jan Stephan
Jan Stephan

Weißenburger Tagblatt

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11.5.2022, 05:40 Uhr
Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen will einen Energienutzungsplan ausarbeiten um zu analysieren, an welchen Standorten sich welche regenerativen Energien anbieten.

© Limes-Luftbild.de, NN Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen will einen Energienutzungsplan ausarbeiten um zu analysieren, an welchen Standorten sich welche regenerativen Energien anbieten.

Beispiel: Im Oktober hatte der Kreistag die neue Stelle für einen Klimaschutzmanager genehmigt, zum 1. April war sie besetzt und stellte sich nun in Person von Eva-Maria Raab im Ausschuss vor.

Eine ähnliche Geschwindigkeit legte das Klimaschutznetzwerk vor, in dem alle Gemeinden mitarbeiten werden.Gleiches gilt beim Energiemanagement der landkreiseigenen Gebäude, für das schon die Ausschreibung vorbereitet wird.

Der spannendste Teil der lokalen Klimaschutzbemühungen dürfte aber das sein, was Landrats-Büroleiter Jürgen Simon in der Sitzung des Umweltausschusses vorstellte. Der Landkreis wird sich einen Energienutzungsplan erstellen lassen. Das klingt ein bisschen theoretisch, ist aber tatsächlich praktischer, als vielleicht manch einem lieb sein wird. Und das in einem sehr umstrittenen Themenbereich.

Welche Flächen sind für erneuerbare Energien geeignet?

Es geht nämlich unter anderem darum, dass man sich eine flächenscharfe Potenzialanalyse für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien erstellen lässt. Die soll auf Ebene jeder einzelnen Gemeinde darstellen, welche Flächen für welche erneuerbare Energieform geeignet wäre. Zwar leiten sich aus den Ergebnissen der Untersuchungen keinerlei Verpflichtungen ab, aber natürlich sollen sie die fachliche Grundlage für die weitere kommunale Planung sein.

Dazu werden im Rahmen des Energienutzungsplans Schwerpunktprojekte definiert und inhaltlich begleitet, die entweder von landkreisweiter Bedeutung sind oder aber einen besonderen nachahmenswerten Vorbildcharakter haben. Da wäre etwa die Speicherung von erneuerbaren Energien ein Thema, das sich anbieten könnte, so Jürgen Simon.

Dass es mit einem Mehr an Erneuerbaren nicht getan ist, wird auch im Konzept des Energienutzungsplan klar. Es braucht auch insgesamt ein Weniger an Energieverbrauch. Deshalb beschäftigt sich ein weiterer Teil der Untersuchung damit, wo Einsparpotenziale im Landkreis bei den Themen Wärme, Strom und Verkehr liegen. „Das ist zwingend“, stellte Landrat Manuel Westphal im Umweltausschuss fest.

Wo im Landkreis wird CO2 Erzeugt?

Außerdem soll eine neue C02-Bilanz erstellt werden, die errechnet, wie viel Treibhausgase in Weißenburg-Gunzenhausen überhaupt ausgestoßen werden. Und zwar aufgeschlüsselt nach den Bereichen Wärme, Strom und Verkehr und differenziert zwischen privatem und wirtschaftlichem Verbrauch.

Das Ergebnis wäre dann ein aktueller Maßstab, der zeigen würde, wie weit man eigentlich von dem Ziel entfernt ist, das man erreichen will: der Klimaneutralität. Die will Bayern bis 2040 umgesetzt haben und im neuen Zukunftsplan Altmühlfranken 2030 steht, dass man das in Weißenburg-Gunzenhausen nach Möglichkeit sogar noch früher geschafft haben will. Schon der 2040er-Termin für Bayern gilt vielen Experten allerdings als kaum realisierbar.

„Es geht nicht darum, dass hier neue theoretische Konzepte geschaffen werden, sondern wir wollen praktische Umsetzungen“, stellte Jürgen Simon im Kreisausschuss fest. Die Ausschreibung werde nun zwei bis drei Monate dauern und die Planerstellung ein Jahr dauern. Simon: „Dann gibt es Ergebnisse.“

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