Basketball-Regionalliga

VfL-Baskets: "Sixpack" mit Sieg gegen Bamberg und Sprung an die Spitze

Uwe Mühling

2.5.2022, 15:02 Uhr
Gute Laune bei den VfL-Baskets: Mit den Zwillingen von Trainer Stephan Harlander im Arm stimmte Tobias Hornn, der vier Dreier erzielt hatte, das „H-U-M-B-A“ bei der Siegesfeier mit den Fans an.

 

© Uwe Mühling, WT Gute Laune bei den VfL-Baskets: Mit den Zwillingen von Trainer Stephan Harlander im Arm stimmte Tobias Hornn, der vier Dreier erzielt hatte, das „H-U-M-B-A“ bei der Siegesfeier mit den Fans an.  

Aber mehr noch als dieser „Sixpack“: Mit dem erneuten Sieg hat der VfL (16 Punkte) fürs Erste die Tabellenführung in der Abstiegsrunde erobert. Der bisherige Spitzenreiter Vilsbiburg unterlag am Samstag nämlich gleichzeitig mit 80:99 gegen hapa Ansbach. Für Vilsbiburg war es die zweite Niederlage gegen Ansbach binnen vier Tagen. Am Sonntag gewann Vilsbiburg dann mit 84:77 und hat ebenfalls 16 Punkte, aber nur noch ein Spiel. Gegen die derzeit offenbar sehr formstarken Ansbacher haben die Treuchtlinger ihre nächste Aufgabe, wenn sie am kommenden Samstag, 7. Mai, zum Derby in der Bezirkshauptstadt gastieren. Danach folgt am 14. Mai noch das abschließende Heimspiel gegen Würzburg.

Hervorragende Stimmung

„Heimspiel“ das bedeutete für die VfL-Baskets inzwischen den dritten Auftritt in der Weißenburger Landkreishalle, wo sowohl die Spieler als auch die Fans das anfängliche Fremdeln mehr und mehr ablegen. Diesmal herrschte unter den rund 200 Zuschauern jedenfalls hervorragende Basketball-Stimmung, wofür sich Kapitän Stefan Schmoll am Ende ausdrücklich bedankte.

Die Gastgeber legten eine richtig starke und überzeugende erste Halbzeit hin. Das erste Viertel gewannen sie mit 29:15, das zweite mit 27:19. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung schon 27 Zähler, zum Seitenwechsel waren es bei einem Stand von 56:34 immerhin 22 Punkte. Alles gelaufen? Es schien so!

Doch der Schein trog, im dritten Abschnitt brachen die Treuchtlinger völlig ein, verloren diese zehn Minuten mit 16:29. Die Bamberger, die unter dem Namen und Logo eines Raumausstatters spielen, räumten mit dem Rückstand auf und kamen bis auf vier Zähler heran (67:63). Erst zum Ende des dritten Viertels fingen sich die VfL-Korbjäger wieder und gingen mit einer 72:63-Führung in den letzten Durchgang.

Selbigen bestimmten sie dann wieder, zündeten nochmals ein Offensiv-Feuerwerk (vor allem von der Dreipunktelinie) und gewannen mit 31:19 zum 103:82-Endstand. Arne Stecher war es vorbehalten, die magische „Hundert“ mit einem umjubelten Dreier vollzumachen. In den Spielen zuvor hatte der VfL in Bamberg (104:88) und zu Hause gegen Aschaffenburg (111:99) ebenfalls dreistellig gewonnen.

Alles also Friede, Freude, Basketball? Von wegen: Trainer Stephan Harlander zeigte sich total unzufrieden „mit der Abwehrleistung und der mentalen Einstellung in der zweiten Hälfte“ und hier besonders im dritten Viertel. „Ich packe es einfach nicht, wenn wir unsere Dominanz am Brett nicht ausspielen“, klagte der Coach. Nur noch auf Dreier zu setzen, war ihm schlicht zu wenig, auch wenn es in diesem Bereich mit 16 Treffern bei 34 Versuchen eine gute Quote gab.

Kevin Vogt (Nr. 5) ist seit Jahren ein „Mister Zuverlässig“ bei den VfL-Baskets. Bei dieser Aktion gegen Bamberg ließ er auch Gäste-Topscorer Ori Garmizo (30 Punkte, Nr. 23) staunen.

Kevin Vogt (Nr. 5) ist seit Jahren ein „Mister Zuverlässig“ bei den VfL-Baskets. Bei dieser Aktion gegen Bamberg ließ er auch Gäste-Topscorer Ori Garmizo (30 Punkte, Nr. 23) staunen. © Uwe Mühling, WT

Dass Bamberg im dritten Viertel noch mal herankam und für Spannung sorgte, war, so Harlander, „super für die Zuschauer“. Als Trainer will er aber sehen, „dass wir unseren Vorsprung länger verteidigen und die klaren Defensiv-Verabredungen einhalten.“ Gegen einen undankbaren – weil kleinen und wuseligen – Gegner habe man erneut zu viele Fastbreaks zugelassen.

Fahrlässigkeit und schöne Ballstafetten

Abgesehen vom „leidigen Thema Fahrlässigkeit“ (Harlander) hat der Coach aber auch etliche positive Aspekte gesehen: Schöne Ballstafetten zum Beispiel; eine erste Hälfte die deutlich besser war als beim Hinspiel in Bamberg; zudem habe Florian Beierlein „eine glänzende erste Halbzeit gespielt“; Simon Geiselsöder habe seine Dreier reingeworfen; Arne Stecher und Tobias Hornn hätten gezeigt, was sie von der Linie können; Claudio Huhn habe „solide Regie geführt“ und Kevin Vogt „mit Bierruhe“ getroffen.

All das – und noch ein bisschen mehr – wird auch am Samstag beim Derby in Ansbach nötig sein, um den siebten Streich im siebten Match der Play-downs zu vollführen und um vielleicht „Meister“ der Abstiegsrunde zu werden.

Die Spielstatistik

VfL Treuchtlingen: Florian Beierlein (19 Punkte, davon 3 Dreier, 5 Assists), Luca Wörrlein (19 Punkte, 6 Rebounds, 6 Assists), Simon Geiselsöder (15 Punkte, davon 5 Dreier, 10 Rebounds), Stefan Schmoll (14 Punkte), Tobias Hornn (12 Punkte durch 4 Dreier), Arne Stecher (9 Punkte), Claudio Huhn (5 Punkte, 4 Assists), Kevin Vogt (4 Punkte, 4 Assists), Jonathan Schwarz (4 Punkte, 6 Rebounds), Moritz Schwarz (2 Punkte, 6 Rebounds), Paul Mutterer.

TTL Bamberg: Ori Garmizo (30 Punkte, 9 Rebounds), Paul Huck (13 Punkte), Tom Eichelsdörfer (11), Marlon Stephan (11), Christoph Dippold (10), Felix Loch (5), Jan Hofstätter (2), Louis Heinrich, Christoph Bauer, Colin Stephan.

Die einzelnen Viertel: 29:15, 27:19 (Halbzeitstand: 56:34), 16:29, 31:19 (Endstand: 103:82).

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