Nach zehn Tagen Trainingspause

Darum könnte Club-Pechvogel Lohkemper noch wichtig werden

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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19.1.2023, 06:00 Uhr
Hat wieder seinen Spaß: Felix Lohkemper.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Hat wieder seinen Spaß: Felix Lohkemper.

Über sein anhaltendes Pech möchte Felix Lohkemper auch im neuen Jahr lieber nicht öffentlich sprechen und auch über Fußball erst, wenn er wieder regelmäßig mitspielen kann. Anfang August, beim Erstrunden-Pokalerfolg gegen Kaan-Marienborn, hatte er in den letzten Minuten sein Comeback gegeben, nach zuvor fast einem Jahr Pause. Und davor weiteren acht Monaten.

Seit Dezember 2020 plagten den Angreifer Schmerzen in der Leistengegend, die, wie ein Spezialist ein paar Monate später herausfand, von einem Knochenödem im Beckenbereich herrührten. Die Verletzung wurde operiert, Lohkemper aber trotzdem erst in der Schlussphase der vergangenen Saison wieder fit.

In der Sommervorbereitung hinterließ er einen so stabilen Eindruck, dass er beim 1:0 gegen Bielefeld Anfang September nach über 630 Tagen sein Comeback in der Startelf geben durfte. Lohkemper erhielt gute Kritiken, baute im Verlauf der Vorrunde aber wieder merklich ab. Von der Spritzigkeit und Dynamik früherer Tage war etwa beim 0:3 in Karlsruhe nicht mehr viel zu sehen.

Vier Spiele, ein gutes Dutzend Einheiten

In der zweigeteilte Wintervorbereitung wollte Lohkemper eigentlich wieder richtig Schwung aufnehmen und bekam für seinen Tatendrang gleich ein Lob von seinen Chefs. Auch ins Trainingslager nach Belek hätte er mitfliegen sollen, bis ihn kurz vor der Abreise eine Mandelentzündung flachlegte. Zehn Tage durfte sich Lohkemper gar nicht oder nur eingeschränkt bewegen.

In den zehn Tagen hat er ein gutes Dutzend Einheiten und vier Spiele verpasst, die im wehtaten; erst seit Dienstag steht er wieder auf dem Platz, muss jetzt aber erst mal seine körperlichen Defizite aufarbeiten. Auf die Frage, wer für die beiden Außenpositionen im Mittelfeld auch das nötige Tempo mitbringe, nennt ihn der Sportvorstand Dieter Hecking trotzdem als einen der ersten.

Tatsächlich hat Trainer Markus Weinzierl in der bisherigen Vorbereitung einiges ausprobiert, etwa Mats Möller Daehli und Can Uzun auf links oder Jens Castrop und Bryang Kayo auf rechts, auch Lino Tempelmann fand sich schon auf dem Flügel wieder. Die Ideallösungen scheint Weinzierl bislang aber nicht aufgetrieben zu haben in seinem Kader.

Mit Blum nach Prag

Da auch Winter-Zugang Benjamin Goller, bei Werder Bremen im vergangenen Halbjahr nur Zuschauer, wohl noch etwas Zeit braucht, schauen sie sich seit Dienstag und noch bis Ende der Woche im Training den Ex-Nürnberger Danny Blum an, der seinen Vertrag bei Apoel Nikosia aus privaten Gründen aufgelöst hat und deshalb ablösefrei zu haben wäre.

Der Kontakt zu seinem Berater, der unter anderem neben Florian Flick und Erik Wekesser auch Danny Blums jüngeren Bruder Shawn betreut, der seit dem Sommer ebenfalls beim Club beschäftigt ist, sei „immer mal da gewesen“, sagt Hecking; so habe er erfahren, dass Danny Blum gerne nach Nürnberg zurückkehren würde, falls es irgendwann möglich wäre.

Hauptgrund für das Interesse des Vereins sei allerdings, „dass wir die linke Seite verstärken möchten“, so Hecking; Blum habe reichlich Erfahrung und gezeigt, „wie es geht“. Auch am Samstag, wenn der 1. FC Nürnberg zum letzten Test bei Sparta Prag gastiert, soll Blum sich zeigen dürfen. Die Sportliche Leitung bemüht sich um eine Gastspielerlaubnis für den 32-Jährigen, der bereits zwischen Juli 2014 und Juni 2016 das Club-Trikot getragen hatte.

Dann soll auch Felix Lohkemper sein Comeback geben. Mal wieder.

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