Norweger glänzt mit Bestwerten

Der Metermacher: Warum Mats Möller Daehli für die Club-Offensive unverzichtbar ist

11.5.2022, 06:00 Uhr
Weil Mats Möller Daehli ein bescheidener und bodenständiger Mensch ist, mag er abseits des Rasens ungern im Mittelpunkt stehen. Umso präsenter ist er auf dem Platz.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Weil Mats Möller Daehli ein bescheidener und bodenständiger Mensch ist, mag er abseits des Rasens ungern im Mittelpunkt stehen. Umso präsenter ist er auf dem Platz.

Aus dem Spiel des 1. FC Nürnberg ist der im Januar 2021 zunächst aus Genk geliehene und dann dank einer Kaufoption für 1,5 Millionen Euro fest verpflichtete Norweger kaum mehr wegzudenken. Wenn Möller Daehli in seiner typischen Haltung mit angewinkelten, vom Körper weggestreckten Armen ins Dribbling geht, die Kollegen mit raffinierten Steckpässen und präzisen Flanken in Szene setzt oder den Ball in hohem Tempo über das Feld treibt, ist das für Fußballästheten ein Genuss. Nicht umsonst führt der kicker den quirligen Skandinavier als Nürnbergs notenbesten Feldspieler.

Sollte Möller Daehli erwartungsgemäß auch am Sonntag zum Kehraus gegen Schalke 04 auflaufen, hätte er in dieser Saison lediglich ein einziges Spiel verpasst. Just an alter Wirkungsstätte musste der frühere Publikumsliebling des FC St. Pauli jüngst wegen Wadenproblemen pausieren. Eine Vakanz, die dem ideenlosen Nürnberger Spiel beim 1:1 am Millerntor gerade in den raren Umschaltmomenten anzumerken war.

Was genau macht den 27-Jährigen so wertvoll? Die Bielefelder Datenfirma „Matchmetrics“ attestiert ihm unter anderem einen Ligabestwert im Duell mit dem Ball am Fuß und beim kurzen Pass. In der Fähigkeit, den Ball dort hinzuspielen, wo es gefährlich wird, kommt Möller Daehli auf Platz drei. Ein Blick in die statistischen Einzelkategorien erklärt, wie diese Wertungen zustande kommen.

Dabei sticht einerseits seine Fähigkeit heraus, mit dem Ball zu laufen. Unter den Spielern, die ihren Dienst vor allem im Zentrum verrichten, ist Möller Daehli derjenige, der die meisten Läufe mit Ball für Raumgewinn absolviert. Diese etwas sperrige Formulierung bedeutet letztlich, dass er viel mit der Kugel am Fuß läuft und dabei ordentlich Meter macht.

Der Rest hinkt hinterher

Die Wege sind aber nicht umsonst: Nur Sonny Kittel (Hamburger SV) bringt mehr Pässe in Tornähe an. Das Problem des FCN: Der Rest der Mannschaft hinkt deutlich hinterher. Der Nächstbeste, Taylan Duman, spielt nur halb so viele Pässe dieser Art. Ähnlich sieht es bei den Pässen in den Strafraum aus: Jenseits der Außenverteidiger, deren Werte durch die Flanken relativ hoch sind, kommt kein Club-Profi auch nur in die Nähe von Möller Daehlis Quote (3,6). Beide Werte sind deshalb so relevant, weil die Chance, ein Tor zu erzielen, nun mal steigt, je näher man diesem kommt. Damit Torgefahr entsteht, ist der Club in seinen Offensivbemühungen also enorm abhängig von: Mats Möller Daehli.

Schade nur, dass der Blondschopf selbst in diesem Leben wohl kein Knipser mehr wird. Acht Tore in 130 Zweitliga-Partien sind eine überschaubare Bilanz. Auch diese Saison reichte es nur zu zwei Treffern, weil der 31-fache A-Nationalspieler zu oft den Abschluss scheut und lieber noch einmal den Nebenmann sucht (sieben Vorlagen) – oder seine Schussversuche schlicht zu lasch oder unplatziert sind.

Aber würde der Mann aus Oslo auch noch das Goalgetter-Gen mitbringen, er würde wohl kaum beim Club spielen. Als trickreicher Impulsgeber, lauffreudiger Antreiber, kluger Vorbereiter und kreativer Geist dürfte „MMD“ aber auch künftig eine tragende Rolle spielen. An wessen Seite auch immer.

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