Gelungener Rückrundenstart

Dreierpack! Dovedan ballert den Club zum 3:1-Sieg in Aue

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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18.12.2021, 15:38 Uhr
Mit drei Toren avancierte Nikola Dovedan in Aue zum Matchwinner.

Mit drei Toren avancierte Nikola Dovedan in Aue zum Matchwinner. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Wie befürchtet hatte die 1:4-Niederlage auf Schalke beim 1. FC Nürnberg auch körperlich ihre Spuren hinterlassen. Ohne Johannes Geis (Bluterguss an der Fußsohle) und Tom Krauß (Beckenprellung) musste Trainer Robert Klauß sein Mittelfeld neu anordnen. Lino Tempelmann kehrte nach verbüßter Gelb-Sperre zurück, zudem rückte etwas überraschend wieder einmal Nikola Dovedan in die Startelf. Auch taktisch hatte der Trainer sein System dezent modifiziert: Tempelmann und Fabian Nürnberger bildeten die Doppel-Sechs, davor sollte eine offensiv ausgerichtete Dreierreihe mit Erik Shuranov, Dovedan und Mats Möller Daehli die einzige echte Sturmspitze Manuel Schäffler unterstützen.

Fußballerisch hatte Klauß für die vorweihnachtliche Dienstreise ins Corona-geplagte Erzgebirge einen eher pragmatischen Ansatz gewählt. "Wir müssen uns auf den Kampf einstellen. Wir wollen nichts verkomplizieren und viele einfache Dinge machen, aber die besonders gut", kündigte der 37-Jährige vor dem Anpfiff im Sky-Interview an.

Zu den einfachen Dingen, die man besonders gut machen kann, gehören im Fußball Standardsituationen. Eine solche sollte dem Club in Sachsen einen Traumstart bescheren. Das Feuerwerk, das einige Auer Fans außerhalb des Stadions abgebrannt hatten, war kaum verraucht, da hatte auch die Club-Offensive schon gezündet. Möller Daehli chippte eine Ecke auf den kurzen Pfosten, wo Asger Sörensen den Ball aus dem Getümmel per Kopf in die Mitte verlängerte. Aue bekam die Situation nicht geklärt, aus dem Hintergrund zog Dovedan ab und traf vorbei an Freund und Feind zum 1:0 (2.).

Drei Minuten später hätte der Österreicher nach einem weiten Pass von Tim Handwerker gegen unsortierte und nach drei Niederlagen in Folge sichtlich verunsicherte Veilchen die Weichen noch mehr in Richtung Auswärtssieg stellen können, schoss aber freistehend mit links am rechten Pfosten vorbei.

Aue wirkte zu diesem Zeitpunkt gegen extrem präsente und konsequent pressende Nürnberger völlig überfordert, kam dann aber mit dem ersten gefährlichen Angriff zum Ausgleich. Ein verunglückter Abschluss von Nicolas Kühn landete eher zufällig bei Jan Hochscheidt, der allein vor Christian Mathenia die Nerven behielt und aus zehn Metern zum 1:1 einschob. Die Innenverteidigung mit Christopher Schindler und Sörensen hatte in dieser Szene jegliche Abstimmung vermissen lassen (8.).

Es ging turbulent weiter. Schäfflers Schuss strich knapp am linken Pfosten vorbei (10.), auf der Gegenseite klärte Sörensen gerade noch gegen Antonio Jonjic (14.). Dann waren wieder die Gäste am Zug: Nach feinem Zuspiel von Nürnberger setzte sich Shuranov im Strafraum gekonnt gegen Dirk Carlson durch und spitzelte den Ball quer zu Dovedan, der Martin Männel mit einem wohl noch leicht abgefälschten Schuss keine Chance ließ und seinen ersten Doppelpack im Club-Trikot schnürte (22.).

Es blieb ein überraschend temporeiches und unterhaltsames Fußballspiel, das die Zuschauer im verwaisten Erzgebirgsstadion nicht zu sehen bekamen. Mathenia parierte gegen Dima Nazarov (24.), dann brachte Tempelmann nach einem präzise gespielten Konter Schäffler in Position, dessen unplatzierter Schuss Männel aber keine größeren Probleme bereitete (36.). Kurz vor der Pause nagelte Nürnberger den Ball nach starker Vorarbeit von Schäffler noch an die Querlatte – die Pausenführung der spielerisch überlegenen Gäste ging also absolut in Ordnung.

Die zweite Halbzeit geriet dann etwas ruhiger, auch weil der Club nun nicht mehr so druckvoll und zielstrebig agierte und die ein oder andere reizvolle Konterchance verpuffte. Der Tabellenvorletzte mobilisierte noch einmal die letzten Reserven, blieb durch Nazarov (61.) und Nikola Trujic (73.) aber allenfalls in Ansätzen gefährlich. Zehn Minuten vor Schluss hätte Nürnberg alles klar machen können, doch fand Möller Daehli bei einem Konter erst keinen Mitspieler, dann scheiterte der gewohnt agile Norweger an Männel.

Es sollte wohl einfach der Tag des Nikola Dovedan bleiben: Nach einer feinen Kombination über Möller Daehli und Shuranov hatte der 27-Jährige freie Schussbahn und wenig Mühe, aus zehn Metern sein drittes Tor zu erzielen (81). Damit war der dritte Auswärtssieg der Saison perfekt und zugleich der erste Auftrag des Trainers erfüllt. Mehr Punkte als in der Vorrunde möchte er in der zweiten Saisonhälfte holen, hatte Klauß angekündigt. Im Hinspiel gegen Aue war seine Mannschaft nicht über ein 0:0 hinausgekommen.


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