"Reizvolle Aufgabe"

Neuer Job für Ex-Club-Manager Martin Bader: Football statt Fußball

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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22.6.2022, 10:57 Uhr
Neue Chance, neue Perspektive: Der frühere Club-Funktionär Martin Bader berät jetzt ein Unternehmen in Sachen American Football.

© Renate Feil/M.i.S. via www.imago-images.de Neue Chance, neue Perspektive: Der frühere Club-Funktionär Martin Bader berät jetzt ein Unternehmen in Sachen American Football.

Die bislang letzte Karrierestation im Fußballgeschäft hatte Martin Bader nach wenig erfolgreichen Engagements bei Hannover 96 und dem 1. FC Kaiserslautern bis hinab in die Regionalliga West geführt, und sie war nicht von langer Dauer. Im Dezember 2021 wurde Bader nach nur neuneinhalb Monaten als Geschäftsführer und sportlicher Leiter bei Alemannia Aachen entlassen. "Die Zusammenarbeit wird aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung beendet", ließ der Aufsichtsrat damals mitteilen, ohne nähere Gründe zu nennen. Von Unstimmigkeiten zwischen dem Sportchef und dem Kontrollgremium des finanziell angeschlagenen Traditionsvereins war zu hören, Bader hätte wohl gerne noch länger am schon nach 13 Spielen entlassenen Trainer Patrick Helmes festgehalten.

Pokalsieg und bittere Abstiege

Seitdem war es ruhig geworden um den studierten Sportökonomen, der von Januar 2004 bis September 2015 als Sportdirektor, hauptamtlicher Vizepräsident und Vereinsvorstand maßgeblich die Geschicke des 1. FC Nürnberg mitbestimmt hatte. In diese Zeit fällt mit dem Pokalsieg 2007 der größte Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte, es bleiben aber eben auch die zwei bitteren Bundesliga-Abstiege von 2008 und 2014 in Erinnerung, die Bader zu verantworten hatte. Letzteren zu korrigieren sollte dem auch wegen seiner Nähe zu den Ultras zunehmend umstrittenen Schwaben nicht mehr gelingen, im September 2015 beendete die Trennung "in beiderseitigem Einvernehmen" eine zuletzt von internen Differenzen geprägte Ära.

Nun hat der 54-Jährige eine neue Aufgabe gefunden: Die Zeitfracht Gruppe, ein Familienunternehmen mit über 6300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Sitz im brandenburgischen Kleinmachnow, das vor allem in der Logistik und im Handel tätig ist, will sich in Zukunft stärker im Sport engagieren und hat deshalb bereits vor wenigen Wochen eine Beteiligung am American-Football-Club Frankfurt Galaxy, amtierender Champion der European League of Football (ELF), erworben. Bader soll den Vorstand nun in sportstrategischen Fragen beraten und "die Vernetzung von Zeitfracht im Sport und das geplante Engagement vor allem in der Jugendförderung beim Football vorantreiben", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

„Da der Sport in Deutschland noch immer sehr vom Fußball dominiert wird, ist ein erfahrener Fußballmanager genau der richtige Mann dafür, mit uns zusammen und dem amtierenden Meister der Liga den Weg der weiteren Professionalisierung in allen Bereichen zu gestalten", sagte Zeitfracht-Vorstand Wolfram Simon-Schröter. Wie Bader ausrichten ließ, sei es "eine der reizvollsten Aufgaben in der deutschen Sportlandschaft, diesen Sport voran zu bringen".

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