2:0 im ersten Testspiel

Sturmjuwel Vonic bringt Club in Aschaffenburg auf Kurs

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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18.6.2022, 13:45 Uhr
Mit diesem platzierten Schuss erzielte Sturmtalent Leonardo Vonic in Aschaffenburg das erste Club-Tor der Vorbereitung.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Mit diesem platzierten Schuss erzielte Sturmtalent Leonardo Vonic in Aschaffenburg das erste Club-Tor der Vorbereitung.

Eigentlich hätten sie bei Viktoria Aschaffenburg im vergangenen Jahr ihr 120. Vereinsjubiläum gebührend begehen wollen, die Pandemie aber ließ 2021 bekanntlich keine große Party zu. Also wird an diesem Wochenende eben mit etwas Verspätung rund um das Stadion am Schönbusch kräftig gefeiert. Mit DJ Dave, Bands wie Shake und Backintime und eben dem 1. FC Nürnberg, den man sich am Untermain als sportlichen Ehrengast eingeladen hat.

Der Zweitligist mochte bei seinem ersten Testspiel in der Vorbereitung auf die neue Saison allerdings keine Geschenke verteilen. Sturmtalent Leonardo Vonic und ein Eigentor von Benjamin Baier sicherten den Nürnberger Profis einen glanzlosen, aber letztlich verdienten 2:0 (1:0)-Arbeitssieg.

Drei Neue in der Startelf

Mit Jan Gyamerah, Manuel Wintzheimer (beide Hamburger SV) und Sadik Fofana (Bayer Leverkusen) standen in Aschaffenburg drei von bislang fünf Neuzugängen in der Startformation, zudem erhielten der gerade zum Profi beförderte Nathaniel Brown und der letztjährige U19-Torjäger Vonic eine Bewährungschance. Verzichten musste Trainer Robert Klauß neben Nationalspieler Mats Möller Daehli (Urlaub) und Pascal Köpke (Aufbautraining nach Knie-Operation) auch auf die angeschlagenen Taylan Duman, Jens Castrop (beide Sprunggelenksprobleme) und Lino Tempelmann (Kniereizung) sowie Felix Lohkemper (individuelle Belastungssteuerung).

Dass in einer neuformierten Mannschaft gerade mal fünf Tage nach dem Trainingsauftakt schon alle Rädchen ineinandergreifen, war kaum zu erwarten. So stellte der im 4-2-3-1-System angetretene Club vor 1100 Zuschauern zwar wenig überraschend das aktivere und auch ballsicherere Team, ließ bei seinen Offensivbemühungen aber lange die nötige Durchschlagskraft vermissen. Wintzheimer scheiterte nach einer Viertelstunde aus kurzer Distanz an Max Grün, auch Vonic konnte den bundesligaerfahrenen Keeper, der unter anderem in Fürth, Wolfsburg und Mönchengladbach das Tor hütete, nach feinem Pass von Johannes Geis nicht überwinden (42.).

Jungprofi Brown als Vorbereiter

So dauerte es bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte, ehe der Knoten bei den Gästen platzen sollte. Über Tim Handwerker und Wintzheimer landete der Ball im Strafraum bei Brown, der mit seiner Hereingabe in der Mitte Vonic fand. Mit einem platzierten Schuss aus acht Metern ließ der gebürtige Darmstädter mit kroatischen Wurzeln seine Torjägerqualitäten erahnen.

Trotzdem war die Pausenführung etwas schmeichelhaft, weil Sekunden später Elias Niesigk eine Maßflanke von links völlig unbedrängt am Tor vorbeiköpfte. Schon zuvor war die von Ex-Profi Jochen Seitz betreute Viktoria, die sich im Alltag normalerweise mit der Club-Reserve in der Regionalliga Bayern misst, mit zunehmender Spieldauer immer frecher geworden und hatte vor allem über die rechte Seite durch den agilen Florian Pieper einige Lücken in der nicht immer ganz sattelfesten Club-Defensive aufgedeckt. Eine seiner Hereingaben hätte Fofana sogar fast ins eigene Netz gelenkt, Carl Klaus konnte den 19-Jährigen gerade noch vor einem Eigentor bewahren (32.).

"Wir werden allen Spielern, die fit sind, Einsatzzeiten geben", hatte Klauß angekündigt und wechselte zur Pause denn auch munter durch, was angesichts von Temperaturen um die 35 Grad im Schatten auch nicht die schlechteste Idee war. Eine komplett neuformierte Elf betrat den Rasen, mit Erik Wekesser (Jahn Regensburg) und Louis Breunig (Würzburger Kickers) durften zwei weitere Neuzugänge ihre Premiere im Club-Trikot feiern.

Valentini und Schäffler verpassen 3:0

Diesmal ging es etwas schneller mit dem Torschießen, allerdings war es der Aschaffenburger Benjamin Baier, der eine Hereingabe von Lukas Schleimer vor Manuel Schäffler klären wollte und den Ball dabei unglücklich zum 0:2 über die Linie lenkte. Weil Enrico Valentini (69.) und Schäffler (80.) weitere hochkarätige Chancen ausließen und Christian Mathenia stark gegen Niklas Meyer parierte (64.), blieb es nach 90 schweißtreibenden Minuten beim 2:0-Erfolg der Mittelfranken. Die Festtagsstimmung am Schönbusch dürfte das aber kaum getrübt haben.

"Man hat schon gemerkt, dass die Temperaturen ein bisschen von der Energie genommen haben. Es war nicht so viel Tempo im Spiel", bilanzierte Klauß und bemängelte auch, dass sich seine Mannschaft "aus ihrer Dominanz zu wenig Torchancen herausgespielt" habe. Die Tore selbst hingegen fand der Trainer "schön herausgespielt, auch aus den Räumen, die wir vorher besprochen und trainiert hatten. Für das erste Testspiel war es ein guter Auftakt, aber wir haben auch gesehen, dass wir an ein paar Dingen arbeiten müssen." Aber dafür bleibt ihnen ja auch noch genügend Zeit.

Nürnberg, 1. Halbzeit: Klaus - Gyamerah, Fofana, Hübner, Handwerker – Geis, Nürnberger – Vonic, Wintzheimer, Brown – Shuranov. / 2. Halbzeit: Mathenia – Schindler, Sörensen, Breunig – Valentini, Ilic, Kayo, Fuchs, Wekesser – Schleimer, Schäffler / Tore: 0:1 Vonic (45.+1), 0:2 Baier (50., Eigentor) / Zuschauer: 1100.

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