Eine Liga, zwei Welten: In der A-Klasse West gibt es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Dominik Mayer
Dominik Mayer

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2.12.2021, 17:10 Uhr
Hart umkämpfte Szenen gab es viele beim 3:4 der SG Unterschwaningen/Obermögersheim/Geilsheim gegen den SC Stirn Anfang November. Beide Teams werden nach der Winterpause weiter um den Aufstieg kämpfen.

© Foto: Mathias Hochreuther Hart umkämpfte Szenen gab es viele beim 3:4 der SG Unterschwaningen/Obermögersheim/Geilsheim gegen den SC Stirn Anfang November. Beide Teams werden nach der Winterpause weiter um den Aufstieg kämpfen.

"Wir wollen richtig Gas geben, auch im Training!" – Niklas Reutelhuber hat mit dem SV Alesheim nach der Winterpause einiges vor. Als Trainer des aktuellen Spitzenreiters der A-Klasse NM/Jura West ist er von der Qualität seines Kaders überzeugt: "Ich glaube, dass wir über die stärkste Truppe verfügen."

Selbstvertrauen sei ein sehr wichtiger Faktor im Sport, die Bodenhaftung dürfe aber nicht verloren gehen. Darüber sind sich die Kicker, Funktionäre und Fans beim SVA einig. Zwar verfügt das Reutelhuber-Team bei einem Torverhältnis von 57:15 über den treffsichersten Angriff und die stabilste Defensive, dennoch ist Verfolger SC Stirn mit nur einem Zähler Rückstand den Alesheimern dicht auf den Fersen.

Deshalb die Prognose und der Appell des erst 22-jährigen Coaches: "Im Meisterschaftsrennen wird sich die konstanteste Mannschaft durchsetzen, nicht zwingend die beste." Reutelhuber weiß, wovon er spricht. Trotz seiner Jugend hat er als Fußballer schon jede Menge Erfahrungen gesammelt. Nach den Stationen 1. FC Nürnberg (Junioren), SpVgg Ansbach und VfB Eichstätt ist der Mittelfeldakteur derzeit wieder - parallel zum Engagement in seinem Heimatort Alesheim - bei den grün-weißen Bezirkshauptstädtern in der Bayernliga Nord aktiv.

Die Großen ärgern

Neben Stirn zählen in der A-Klasse West aber auch noch weitere Klubs zu den Anwärtern mit durchaus berechtigten Chancen im Wettbewerb um die vorderen Plätze. Großweingarten etwa, ebenso die SG Unterschwaningen/Geilsheim/Obermögersheim – und der FC Kalbensteinberg als Tabellenfünfter. Dort leitet Andreas Roithmeier die Mannschaft an. Als ehemaliger Spieler des FV Dittenheim und des TSV Pfofeld hat "Keule" ebenfalls schon einige Erfahrung gesammelt. Seine Bilanz zum bisherigen Saisonverlauf fällt eher nüchtern aus.

Spieler der SG Gunzenhausen/Unterwumbach beim Torjubel. Mit dem Abstiegskampf werden sie wohl nichts zu tun haben.

Spieler der SG Gunzenhausen/Unterwumbach beim Torjubel. Mit dem Abstiegskampf werden sie wohl nichts zu tun haben. © Foto: Mathias Hochreuther

"Ganz ordentlich", habe sich der FCK präsentiert. Es wäre aber mehr drin gewesen, meint Roithmeier, wenn nicht massive Personalprobleme im Mittelteil der Runde zu vermeidbaren Punktverlusten geführt hätten. Entsprechend gestaltet sich auch die Zielsetzung, wenn es im Frühjahr weiter geht. Von "Spiel zu Spiel" müsse der Weg geprägt sein, "wir wollen die vor uns liegenden Mannschaften ärgern". Was dabei herauskommt, wird sich zeigen. Roithmeier ist überzeugt von den Strukturen beim FC Kalbensteinberg, insbesondere hebt er das charakterliche Potenzial seiner Fußballer hervor.

Charakter, solide Trainingsleistungen und ein intaktes Miteinander dürften auch im Abstiegskampf von entscheidender Bedeutung sein. Im Teilnehmerfeld der aus 13 Vereinen bestehenden West-Staffel hat sich mehr oder weniger eine Zwei-Klassen-Gesellschaft herauskristallisiert. Lediglich die SG Gunzenhausen/Unterwurmbach und der TSV Georgensgmünd bewegen sich tabellarisch gesehen im Mittelfeld. Wenig Grund zur Freude spiegelt hingegen die Lage der SG Ramsberg/St. Veit II wider. Mit bisher nur zwei Remis dürfte das Abrutschen in die B-Klasse wohl kaum noch zu verhindern sein.

Helfen Spieler aus der "Ersten"?

Nicht gerade rosig sieht es ferner für den Vorletzten SC Langlau aus. Die magere Torausbeute (nur acht Treffer in 14 Partien) lässt ebenfalls wenig Hoffnung zu. Auf bessere Perspektiven kann die Bezirksliga-Reserve des FV Dittenheim bauen. Inwieweit sich das in den Ergebnisse niederschlägt, hängt allerdings auch davon ab, ob sich die Verletztenmisere im Gesamtkader der "Gelb-Schwarzen" mittelfristig entspannt. Jürgen Bauer, Trainer der "Zweiten", könnte den einen oder anderen aus dem erweiterten Kreis der ersten Garnitur selbstverständlich gut gebrauchen.

Gelingt dieser Spagat, kann der FVD grundsätzlich jeden Gegner in der A-Klasse besiegen. Beleg dafür ist der unerwartete 1:0-Überraschungscoup beim Mit-Titelaspiranten Stirn gewesen. "Wir hatten auch einige enge Matches dabei, die leider unglücklich verloren gingen", relativiert der ehrgeizige Coach die Platzierung im Tabellenkeller. Kritik übt Bauer an der mitunter "schwachen Trainingsbeteiligung". Auch in puncto Einstellung könnte es besser laufen, um am Ende die Konkurrenten 1. FC-VfL Pleinfeld, SG Wassermungenau/Wernfels und 1. FC Altenmuhr hinter sich zu lassen.

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