Fußball-Bayernliga

Uni-Dozent trägt zum Erfolgsrezept des ASV Neumarkt bei

Kevin Gudd
Kevin Gudd

Neumarkter Nachrichten

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21.12.2021, 06:42 Uhr
Ex-Profi Jürgen Schmid (li.) brachte seinen vertrauten Bekannten Johannes Geitner im Sommer 2021 als Co-Trainer mit zum ASV Neumarkt.

Ex-Profi Jürgen Schmid (li.) brachte seinen vertrauten Bekannten Johannes Geitner im Sommer 2021 als Co-Trainer mit zum ASV Neumarkt. © Fritz-Wolfgang Etzold

Winterpause bedeutet für die meisten aktiven Kicker, erst einmal Abstand von den Erlebnissen zu gewinnen und - zumindest für ein paar Tage - die Füße hochzulegen. Johannes Geitner aber hält weiterhin Übungsstunden, allgemeine Ballsport-Schule, Fitness und demnächst Skifahren stehen auf dem Programm. Denn hauptberuflich zeichnet der 36-Jährige als Dozent an der Universität Regensburg für die Ausbildung angehender Sport-Lehrer verantwortlich. Sein Lieblingsfach bleibt dennoch wie seit jeher der Fußball.


"Wollen in Schlagdistanz bleiben": Das Winterpausen-Fazit zum ASV Neumarkt


In der Jugend des SSV Jahn Regensburg wähnte sich der Hörmannsdorfer schon auf dem Weg ins Profigeschäft, ehe ihn Verletzungen an Knie und Schulter nachhaltig ausbremsten. Zehn Operationen musste Geitner insgesamt über sich ergehen lassen, die ausklingende Karriere hielt immerhin einige Einsätze für Beilngries in der Bezirksoberliga bereit. In dem er auf seine Gesundheit Rücksicht nahm, konnte er weiterhin dosiert Sport treiben und "den eigenen Horizont durch den Blick auf andere Disziplinen" im Lehramts-Studium sogar noch erweitern.

Wiewohl er über die Jahre erste Erfahrungen auch als Fußball-Trainer in der Oberpfalz sammelte, legte es Johannes Geitner bei all der Bewegung und Auslastung aus zeitlichen Gründen nicht auf ein zusätzliches Vereins-Engagement an. Erst die Überzeugungskraft des ehemaligen Regensburger Profis Jürgen Schmid, seit Jugendtagen ein Bekannter aus dem befreundeten Familienumfeld in Parsberg, führte Geitner schließlich als Co-Trainer zum ASV Neumarkt.

Die Umstellung von Uni-Fußball auf Bayernliga fiel "mir persönlich nicht schwer", sagt Geitner. Freilich gebe es zwei gravierende Unterschiede. "Unter den angehenden Lehrern hast du kein einheitliches Niveau, auf dass du im Gruppentraining aufbauen kannst. Dazu fällt die Wettkampf-Ausrichtung komplett weg. Es geht viel um Theorie."

Fitness und Geschlossenheit sind ausschlaggebend

So gerne er sich mit taktischen und technischen Feinheiten beschäftigt, bei den Profis im Fernsehen "nie ganz unbedarft als Fan" und beim Videostudium von Gegner umso genauer hinsieht, der Ruf eines Professors hängt Geitner in Neumarkt bislang nicht nach. Die herausragende Entwicklung der jungen Mannschaft macht der 36-Jährige denn tatsächlich an den scheinbar banalen Kriterien "Fitness und Geschlossenheit, das 'A und O'" fest. Sowohl bei der Trainingssteuerung als auch im zwischenmenschlichen Umgang kommen die pädagogischen Qualitäten des Co-Trainers zur Geltung.

"Wir bewegen uns im Spitzen-Amateurfußball auf einem schmalen Grat, dürfen die Köpfe und Beine der Jungs nicht überlasten. Da spielst du halt in den eng getakteten Wochen zur Auflockerung zwischendurch mal Fußball-Tennis. Mit dieser Methode haben wir den erwartbaren Leistungseinbruch im Herbst gut überstanden", erklärt Geitner, der nach eigenem Bekunden keine Ambitionen für eine künftige Rolle als Cheftrainer hegt. Aktuell stimmt er mit Jürgen Schmid schon wieder den Trainingsplan für die Vorbereitung ab Ende Januar ab.

Eine neue Fahrgemeinschaft

Voll einsteigen wird dann ein vielversprechender Neuzugang, der ausgerechnet dem Anwärter-Kurs von Johannes Geitner entspringt. "Normalerweise bemühe ich mich um Zurückhaltung, was meine Vereinstätigkeit angeht. Aber seine Klasse stach heraus, so sind wir ins Gespräch gekommen", berichtet Geitner von der Anbahnung des Kontakts zu Patrick Pfahler. Die Empfehlungen von Ex-Trainer Dominik Haußner sowie Christian Schrödl taten ihr übriges. „Da ich auf das Ende meines Studiums zusteuere, war ich bewusst nochmal auf der Suche nach einer höherklassigen Herausforderung. Die mutige Spielweise im Pokal gegen Bayreuth hat mich final beeindruckt“, erklärt der 27-jährige aus Obererlbach im fränkischen Seenland.

Nach der Jugend bei der DJK Schwabach bewies sich der Offensivmann in Ansbach und Ammerthal auf Bayernliga-Niveau, hielt sich zuletzt beim Regensburger Bezirksligisten SpVgg Ziegetsdorf fit. Pfahler möchte sich nicht nur einen Platz im Team erkämpfen, sondern „gerne als Leitwolf und Motivator einbringen, das entspricht meinem Lehrer-Naturell“. Gelegenheit für intensive Gespräche gibt es in der neuen Fahrgemeinschaft mit den ebenfalls in Regensburg eingeschriebenen Kollegen Lukas Wutz und Michael Winter bestimmt.

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