31:28-Heimsieg gegen Stuttgart

Ein Finale, das Spaß macht: Dem HC Erlangen gelingt sein Jahresabschluss

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

zur Autorenseite

27.12.2022, 20:45 Uhr
Erlanger Sieggarant und baldiger WM-Fahrer: Christoph Steinert.

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn Erlanger Sieggarant und baldiger WM-Fahrer: Christoph Steinert.

Den Auftrag für das letzte Spiel des Jahres hatte Raul Alonso klar formuliert. „Man muss von der ersten Sekunde an sehen und fühlen, dass wir unbedingt gewinnen wollen“, gab der Trainer des HCE vor der Begegnung mit dem TVB Stuttgart als Losung aus. Weil dies dem von Alonso seit Jahresbeginn angeleiteten Bundesligisten bei seinem Jahresabschluss vortrefflich glückte, blinkte nach einem konzentrierten Vortrag am Kurt-Leucht-Weg ein 31:28 (16:15) vom Videowürfel, das nach sieben Niederlagen in Folge nicht nur in der Wahrnehmung der Heimfans hochverdient war.

7758, die klatschen und stampfen

Aufgefordert, wieder einmal einen Sieg zu landen, war nach seiner veritablen Ergebniskrise nicht nur Alonsos Mannschaft, sondern auch Stuttgart, das in den letzten sieben Partien nur einmal gewonnen hatte. Im beidseitigen Bemühen um eine Stimmungsumkehr ging es also los in der stimmungsvollen Arena, die dem HCE mit ihren 7758 klatschenden und stampfenden Zuschauern Rückenwind beim erfolgreichen Start in die Rückserie geben sollte.

In Führung ging Erlangen, nachdem Ferlin ein erstes Mal gegen Stuttgarts bulligen Kreisläufer Bergendahl pariert und Steinert seine Nervenstärke vom Siebenmeterstrich unter Beweis gestellt hatte. In alsbald doppelter Unterzahl konnte der HCE diese aber nicht lange behaupten. Bissels Trickwurf und Heinys Dynamik organisierten den Hausherren in der Folge immerhin aber jeweils Anschlusstreffer. Steinert war es, dessen Zielsicherheit aus sieben Metern den Ausgleich zum 6:6 bewerkstelligte (14.), Bissel egalisierte eine weitere Gäste-Führung wenig später im Gegenstoß emotional.

Die Arena tobte, nachdem Heiny aus der Hüfte heraus den HCE erstmals seit den Anfangsminuten wieder in Front warf. Die Arena jubelte weiter, als Steinert und Bissel auf 9:8 beziehungsweise 10:9 für Erlangen stellten, Bissel den Schwaben dabei sogar noch eine Strafzeit aufzwang. Kurioserweise führte wenig später aber erneut der Turnverein Bittenfeld. Und das mit zwei Toren, nachdem Startorwart Silvio Heinevetter den quirligen Daniel Fernandez Jimemez mit einem weiten Zuspiel erfolgreich eingesetzt hatte.

Ferlin und ein fixierter Bergendahl

Da sich nicht nur der HCE, sondern auch Stuttgart Schlampigkeiten erlaubte, war Erlangen auch vom Ergebnis her aber alsbald wieder auf Augenhöhe. Link beförderte den Ball nach einem Flüchtigkeitsfehler der Gäste in leere Tor, 12:12 (25.). Die Schlussphase der ersten Hälfte brach an und Manuel Zehnder mit schnellen Bewegungen durch. Nachdem Klemen Ferlin im Klatschpappengewitter ein weiteres Mal pariert und der HCE Stuttgarts Bergendahl ein weiteres Mal mit viel Kraftaufwand am Kreis fixiert hatte, war es wiederum Zehnder, der den Halbzeitstand in diesen Spielbericht überführte.

Ebenso schön sollte es weitergehen: Heiny eröffnete den zweiten Durchgang optimal. Büdel, der in Magdeburg noch malad gefehlt hatte, hielt Erlangens Zwei-Tore-Führung aufrecht. Nachdem Ferlin im Krabbeln, nach hinten greifend und mit größtmöglicher Körperbeherrschung Stuttgart einen Treffer verweigert und Heiny, Büdel und Steinert erneut getroffen hatten, führte der HCE gar mit 21:17.

Darum stand Haßferter zwischen den Pfosten

Ein Ruhekissen war das in hitziger Atmosphäre nicht, auch wenn Michael Haßferter einen Siebenmeter von Fernandez Jimenez parierte. Der etatmäßige Torwart der U23 war anstelle von Bertram Obling, bei dessen schwangerer Frau die Fruchtblase geplatzt war, kurzfristig in den Kader gerutscht. Bissel traf in der Folge mit viel Wille, Fernandez Jimenez das Gebälk, Zechel zum 24:21 (44.).

Stuttgart agierte zusehends nervöser, der HCE defensiv weiterhin geschlossen und zur Freude seiner Fans vor allem bei schnellen Gegenstößen gnadenlos. Firnhaber schloss einen dieser Gegenstöße zum 28:23 ab – in der 50. Minute wirkte das aber nur eine gewisse Zeit als Beruhigungspille. Das Aluminium und das Heimpublikum halfen jedoch Erlangen. Nachdem Büdel fantastisch eingenetzt und Ferlin fantastisch pariert hatte, war die Partie entschieden. Bis zur letzten Sekunde genossen die begeisterten Fans einen Sieg, den der HCE unbedingt wollte, gleichwohl.

HC Erlangen: Ferlin, Haßferter; Steinert 6/4, Heiny 6, Bissel 4, Büdel 4, Zehnder 4, Zechel 2, Olsson 2, Sellin 1, Link 1, Firnhaber 1.

Verwandte Themen


Keine Kommentare