Handball-Pokal

Nach Gummersbach! HC Erlangen muss im Viertelfinale auswärts ran

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 28.09.16..FOTO: Michael Matejka MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait - Sportredakteur Sebastian Gloser ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Sebastian Gloser

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17.12.2021, 11:22 Uhr
Applaus für das Publikum: Im Achtelfinale konnte der HC Erlangen auch auf die lautstarke Unterstützung bauen, im Viertelfinale müssen Nico Büdel und Kollegen auswärts ran.

Applaus für das Publikum: Im Achtelfinale konnte der HC Erlangen auch auf die lautstarke Unterstützung bauen, im Viertelfinale müssen Nico Büdel und Kollegen auswärts ran. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Während die Fans am späten Dienstagabend auf dem Heimweg noch geschwärmt haben dürften von diesem außergewöhnlichen Auftritt ihres HC Erlangen im Pokal, dachte der Trainer schon längst wieder an den Liga-Alltag. Die drei Auftritte zuvor waren seiner Mannschaft ja gründlich missraten, weshalb Michael Haaß noch bevor seine Spieler duschen gingen einen klaren Arbeitsauftrag für die nächsten Tage formulierte: "Wir ruhen uns jetzt nicht aus. Für das Spiel gab es keine Punkte. Wir brauchen aus den nächsten drei Spielen aber noch zwei bis vier Punkte, damit wir im Soll sind."

Am Sonntag (16 Uhr/Sky) ist der HCE bei der MT Melsungen gefordert, zwei Tage vor Weihnachten sind die Rhein-Neckar Löwen in der Nürnberger Arena zu Gast, am 28. Dezember geht es zum Jahresabschluss nach Leipzig. Drei Mannschaften, die in der Tabelle über dem HCE notiert sind, drei Partien, in denen der HCE beweisen will, dass der eindrucksvolle 31:19-Erfolg gegen Wetzlar nicht nur ein schöner Ausrutscher war.

"Jeder war unzufrieden", sagt Bissel

Nicht nur Michael Haaß war nach dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale direkt wieder bemüht, die Euphorie auf ein angemessenes Niveau herunterzureden. "Es wäre schön", sagte zum Beispiel der diesmal überragende Rechtsaußen Johannes Sellin, "wenn das jetzt unsere Standardleistung wäre. Dann könnten wir beruhigt in die Winterpause gehen und an den Fehlern arbeiten, die wir Mitte der Hinrunde gemacht haben."

Im Januar ruht der Spielbetrieb während der Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei, bis dahin wollen sich die Erlangener auch in der Liga wieder ihren Saisonzielen annähern. Zuletzt ist der HCE bis auf Platz 13 abgerutscht, die Saison soll aber mindestens auf einem einstelligen Platz enden. Nach drei zum Teil deutlichen Niederlagen in Folge war der Frust groß, vor dem Pokalspiel waren alle Beteiligten deshalb auch nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen.

"Jeder war unzufrieden, weil wir ja viel ambitioniertere Ziele haben", berichtete Christopher Bissel nach dem eindrucksvollen Sieg gegen Wetzlar und einer offenbar auch eindrucksvollen Trainingswoche; in der erst viel geredet und dann richtig hart gearbeitet wurde. "Jeder hat gesagt, was ihn stört. Der Zusammenhalt ist einfach unglaublich wichtig, da kann man keine Nebenschauplätze brauchen", erzählte der Linksaußen. Es sei darum gegangen, "die Störgeräusche auszublenden und alle Karten auf den Tisch zu legen, um sich voll auf den Sport konzentrieren zu können".

"Kein normaler Zweitligist", findet Alonso

Das ist ihnen für den Moment gelungen, nun gilt es, diese Leistung zu bestätigen. Und auszubauen. Bissel hofft darauf, dass die Mannschaft, wenn am 5. oder 6. Februar das Pokal-Viertelfinale ansteht, "sportlich und taktisch auf einem ganz anderen Niveau ist". Auf die Unterstützung ihrer Fans können sie dann nur bedingt bauen. Die Auslosung ergab ein Auswärtsspiel bei Zweitliga-Tabellenführer VfL Gummersbach.

Zumindest auf dem Papier hätten es deutlich schwerere Aufgaben werden können, Sportdirektor Raúl Alonso warnt aber schon jetzt davor, den Gegner zu unterschätzen. "Ich stelle fest, dass sie eine hervorragende Saison spielen", sagt er über den VfL, den er "keinen normalen Zweitligisten" nennt. Und: "In dieser Runde im Pokal ist es immer ein Endspiel, sie werden uns gerade zu Hause alles abverlangen."

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