Heimsieg und jetzt Urlaub

"Versöhnlich, auch auch bitter notwendig": Der HCE reflektiert sein schönes Saisonende

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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13.6.2022, 12:46 Uhr
Seine Zielsicherheit war für den HC Erlangen auch im Saisonfinale wertvoll: Christoph Steinert.

© Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo Seine Zielsicherheit war für den HC Erlangen auch im Saisonfinale wertvoll: Christoph Steinert.

Das war noch einmal wichtig. "Ein sehr versöhnlicher", aber auch "bitter notwendiger Abschluss" wäre er gewesen: der Heimsieg gegen HBW Balingen-Weilstetten. "Wir haben sehr viel gearbeitet", schnaufte Steinert ins Sky-Mikrofon. Und freute sich über die Belohnung in Ergebnisform.

Am hochverdienten Sieg gegen bereits vor dem Spiel als Absteiger feststehenden Kontrahenten aus dem Zollernalbkreis? Hatte Erlangens Rückraumroutinier zuvor erheblichen Anteil gehabt. Wie bereits bei den unnötigen Auswärtsniederlagen in Hannover und Minden betätigte sich Steinert beim HCE als bester Werfer, profitierte dabei natürlich erneut von seiner enormen Nervenstärke vom Siebenmeterstrich.

Auch eine Trotzreaktion

Dass sich der 32-Jährige gewaltig über die verpassten Punktgewinne in fremden Hallen geärgert hatten, war offensichtlich. Das 33:26 gegen Balingen, das merkte man Steinert an, war insofern auch eine Trotzreaktion. Und sollte zeigen, dass Erlangens allemal erkennbarer Aufwärtstrend seit der Amtsübernahme von Raul Alonso nicht schon einige Spieltage vor Rundenschluss verpufft ist.

Nach einer langen Saison stehen für den Tabellenzwölften neben einem Trainerwechsel und verpassten Chancen auch schöne Erfolge. Erinnerungen, die den HCE-Fans im Kollektivgedächtnis bleiben werden. Daran, dass man im April erstmals in der Vereinsgeschichte am Final-Four-Turnier teilnahm, fühlte man sich am Sonntag erinnert. Hinter und vor Steinert war jede Menge Rot. Viele der 3869 Zuschauer hatten die Oberbekleidung gewählt, mit der sie auch bei Deutschlands Pokalsiegerkür in Hamburg eine herrlich rote Wand visuell gebildet hatten.

Norderney! Warum auch nicht

Auch Steinert hob ab und zu den Blick. Auf die Fans, aber auch über das Saisonende hinaus. Da die Entwicklung im Saisonfinale eben doch nicht abgerissen sei, dürfe man die Messlatte in der kommenden Spielzeit nun durchaus höher legen. "Wir haben wenig Fluktuation in unserem Kader. Deswegen haben wir eine Basis, auf der wir aufbauen können", sagte der Siebenmeterspezialist. "Ich glaube, dass wir deswegen auch relativ schnell die nächsten Schritte machen", ergänzte Steinert. Folgen sollen diese Schritte - bestenfalls verbunden mit einer Platzierung in der oberen Tabellenhälfte - freilich erst nach dem Urlaub.

Dass Erlangens Führungsspieler diesen auf Norderney verbringt, war dem offensichtlich erstaunten Sky-Reporter keine Rückfrage wert, Christoph Steinert nach einer längeren Pause aber auch keine weitere Auskunft.

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