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Die Ice Tigers im Endspurt: Voller Einsatz für Patrick Reimer

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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23.1.2023, 16:37 Uhr
Auch Tom Rowe wird an einem maximal emotionalen, weil erfolgreichen Abschied von und für Patrick Reimer interessiert sein. 

© Thomas Hahn, Sportfoto Zink Auch Tom Rowe wird an einem maximal emotionalen, weil erfolgreichen Abschied von und für Patrick Reimer interessiert sein. 

Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga, ähem, wie funktioniert das nochmal?
Am Ende ist es ganz einfach: Die Mannschaft, die das letzte Saisonspiel gewinnt, ist Deutscher Meister. In den Wochen davor ist es etwas komplizierter. Nach der sehr langen Punkterunde (60 Spieltage, je 56 Spiele für die 15 DEL-Teams) qualifizieren sich die ersten sechs Mannschaften direkt für das Viertelfinale. Die Klubs auf den Plätzen sieben bis zehn spielen in der sogenannten 1. Playoff-Runde jene zwei Viertelfinalisten aus, die es dann mit den beiden erstplatzierten Teams aufnehmen dürfen. In der 1. Playoff-Runde reichen zwei Siege zum Weiterkommen, in Viertel-, Halbfinale und Finale sind vier Siege vonnöten (Best-of-7), um weiterzukommen – oder um Meister zu werden.


Wann geht’s los?
Die erste Playoff-Runde startet am 7. März, das Viertelfinale ab dem 14. März. Die Finalrunde wird ab dem 17. April ausgetragen.


Sind die Ice Tigers denn dann überhaupt dabei?
Ja. Nein. Vielleicht. Derzeit belegt Nürnberg den elften Platz, bleibt das nach dem letzten Punktspiel am 5. März so, endet die immer mal wieder vielversprechende Saison der Ice Tigers in Bremerhaven – ohne die stimmungsvolle Saisonverlängerung. Realistischerweise bewerben sich mit Frankfurt (9./1,40 Punkte pro Spiel), Iserlohn (10./1,40), Nürnberg (11./1,38), Schwenningen (12./1,36) und dem bis zuletzt arg strauchelnden Meister Berlin (13./1,24) fünf Klubs um zwei Plätze. Düsseldorf (7./1,57) und Köln (8./1,56) dürfen zu Recht nach oben schielen.


Okay, und wie sind die Chancen?
Gar nicht so schlecht. Das Eishockey-Portal Bissl Hockey hat ausgerechnet, was passiert, wenn die Konkurrenten ihre Form der letzten zehn Partien bis zum Saisonende halten. Die Ice Tigers landeten auf Platz zehn. Das Restprogramm sieht freundlich aus: Acht der vierzehn ausstehenden Spiele finden in der Arena Nürnberger Versicherung statt, dreimal geht es gegen Playoff-Bewerber (gegen Schwenningen, in Iserlohn und gegen Frankfurt). Wolfsburg und Ingolstadt, zwei Mannschaften, die den Ice Tigers mittlerweile schon traditionell nicht liegen (sehr milde formuliert), stehen nicht mehr auf dem Spielplan.

Die Arena war zuletzt auffallend oft bestens gefüllt, die Stimmung unter den Fans ist trotz der trüben Dezemberbilanz positiv.

Die Arena war zuletzt auffallend oft bestens gefüllt, die Stimmung unter den Fans ist trotz der trüben Dezemberbilanz positiv. © Thomas Hahn, Sportfoto Zink


Was passiert, wenn es nicht reicht?
Nichts. Zumindest sagt das Wolfgang Gastner, der Geschäftsführer bezieht sich dabei aber allein auf die wirtschaftliche Seite. Etwaige Einnahmen aus den Playoffs werden in Nürnberg generell nicht eingeplant, jedes verkaufte Ticket ist ein Bonus. Emotional wäre der Schaden schon größer. Der Abschied aus der ersten Playoff-Runde nach drei intensiven Spielen gegen Düsseldorf, war denkbar emotional. In Nürnberg wissen die Fans schließlich, dass Eishockey in den Spielen 1 bis 56 unterhaltsam ist, sich in den Playoffs aber in eine andere Sportart verwandelt. Und auch wenn man sich in Nürnberg Zeit gegeben hat, eine junge Mannschaft zu einer erfolgreichen Mannschaft zu entwickeln, würden zwei weitere Heimspiele im Viertelfinale (gegen München oder Ingolstadt) dieser Entwicklung einen weiteren Schub geben. Und dann gibt es da noch diese andere Geschichte.


Ach, welche denn?
Mitten im für die Ice Tigers eher trüben Dezember hat Patrick Reimer das Ende seiner einzigartigen Karriere angekündigt. Damals war der Kapitän, der Silbermedaillengewinner, der DEL-Rekordspieler zuversichtlich, dass er sein letztes Profispiel in den Playoffs erleben wird. Eine Rückenverletzung und das 0:6 am vergangenen Mittwoch später klingt Reimer nicht mehr ganz so optimistisch. In Ingolstadt war der 40-Jährige vor allem mit seiner eigenen Leistung unzufrieden. Ausnahmsweise mal werden die Kollegen Reimer inspirieren müssen. Dafür sind die Voraussetzungen wiederum gut.

Die Orthese hat Charlie Jahnke längst abgelegt, der Stürmer kann wieder mitspielen. Allerdings wird er sich im Kampf um Eiszeit immer wieder anbieten müssen.

Die Orthese hat Charlie Jahnke längst abgelegt, der Stürmer kann wieder mitspielen. Allerdings wird er sich im Kampf um Eiszeit immer wieder anbieten müssen. © Thomas Hahn, Sportfoto Zink


Und warum?
Nürnberg ist gesund. Am Dienstag (19.30 Uhr/MagentaSport) werden also erneut zwei Spieler zusehen müssen. Vor dem Kampf um die Playoffs steht der interne Konkurrenzkampf um Eiszeit.

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