Tom Rowe bleibt bis 2024

Die Ice Tigers planen weiter mit dem zweitältesten Cheftrainer der DEL

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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29.12.2021, 11:37 Uhr
Immerwährender Redebedarf: Vor allem nordamerikanische Profis wie Chris Brown (2. von rechts) haben von Tom Rowes Anweisungen profitiert. 

Immerwährender Redebedarf: Vor allem nordamerikanische Profis wie Chris Brown (2. von rechts) haben von Tom Rowes Anweisungen profitiert.  © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa

Tom Rowe hat einen Berater, wahrscheinlich bräuchte er keinen. Rowe hat im Eishockey schließlich als Profi, als Assistenz-General Manager, als Scout, als vicepresident of hockey operations, als General Manager, als Co-Trainer, als director of player personnel, als Cheftrainer, als senior advisor und als team consultant, in den USA, in Russland, in Österreich und in Deutschland gearbeitet. Rowe sollte Berater beraten. Und vielleicht hat es deshalb etwas länger gedauert, bis er einen neuen Vertrag in Nürnberg unterschrieben hat.

Rowe wird weiter als Cheftrainer der Ice Tigers arbeiten, mindestens zwei weitere Spielzeiten. Der ehemalige Ice Tigers-Verteidiger Martin Ancicka hat als Berater dabei mitgeholfen, die Details auszuarbeiten. Und offenbar ging es tatsächlich nicht um das Grundgehalt, genauso, wie es Rowe angekündigt hatte („Ich muss nicht der bestbezahlte Coach der DEL sein. Ich will nur ordentlich bezahlt werden.“). Es ging um Details und um ein letztes Gespräch von Rowe mit seiner Familie in den USA.

Klischeehaft amerikanisch

Dass ein 65 Jahre alter Coach seinen Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert, ist ungewöhnlich – einerseits. Andererseits hat Rowe in seiner Zeit in Nürnberg nie den Eindruck eines Mannes hinterlassen, der genug von einem Eishockey-Alltag hat, der nicht nur in Zeiten von täglichen Tests und Masken mühsam ist. „Deshalb ist es so wichtig, als Coach mit einem Lächeln anzukommen“, sagte Rowe in einem Interview mit dieser Zeitung. „Jeden Tag.“

Harte Arbeit, gute Laune, positives Denken. Rowes Mantras klingen klischeehaft amerikanisch. Allerdings nur auf dem Papier. Die Spieler sind beeindruckt von seiner Energie in jeder Trainingseinheit. Einer Energie, die offenbar ansteckend ist. Seit Rowe hinter der Bande steht, gibt es nur zwei Teams in der DEL, die eine bessere Bilanz als die Ice Tigers haben.

Profi, Manager, Trainer, Fan

„Seine große Erfahrung, aber vor allem seine Offenheit und Lust, täglich dazuzulernen, sind eine große Stärke“, sagte Stefan Ustorf zur Vertragsverlängerung. „Toms hervorragende Kommunikation mit seinem Trainerstab und den Spielern hat uns stabilisiert, und wir sind uns sicher, dass wir uns mit ihm als Trainer weiter in die richtige Richtung bewegen.“

Rowe wiederum wiederholte, was er, gefragt und ungefragt, bereits zur Atmosphäre in Nürnberg gesagt hatte. „Ich habe diese Entscheidung auf Basis aller Menschen getroffen, die hier arbeiten: Spieler, Trainer- und Betreuerstab und Geschäftsstelle. Für mich passt hier einfach alles perfekt zusammen.“ Der Mann, der Profi, Manager und Direktor war, klang dabei wie: ein Fan.

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