2:3 gegen Ingolstadt nach Verlängerung

Nur ein Tor Unterschied: Ice Tigers erkämpfen sich einen Punkt gegen die Panther

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

E-Mail zur Autorenseite

2.1.2023, 19:32 Uhr
Wieder zurück: Ryan Stoa (links). Wieder voll da: Niklas Treutle. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn Wieder zurück: Ryan Stoa (links). Wieder voll da: Niklas Treutle. 

Eishockey ist ein harmloser Sport, zumindest für jene, die dabei nur zusehen. Gewältig geht es tatsächlich nur auf dem Eis zu, mit sehr wenigen Ausnahmen. An diesem Montagabend aber wirkte es in der Arena Nürnberger Versicherung, als sei Eishockey eine Risikosportart. Am Einlass wurden die Besucher intensiver kontrolliert, im Umlauf waren neben Nürnberger und Ingolstädter Trikots auch schwarze Uniformen präsent.

Das Polizeiaufgebot hatte einen traurigen Grund. Vor drei Wochen war nach dem Spiel der Ice Tigers in Ingolstadt ein Mann im Umfeld der Eishalle niedergestochen worden. Das Opfer überlebte schwerverletzt, der mutmaßliche Täter nahm sich drei Tage später das Leben. Was die dramatische Zuspitzung mit Eishockey zu tun hatte, ist noch immer nicht klar. In der Arena schienen die Vorkommnisse am Montag ohnehin nur wenigen bekannt zu sein. Die sportliche Vorgeschichte schon eher: Von den letzten zehn mittelfränkisch-oberbayerischen Derbys gingen acht an die Panther, mit teils beschämend hohen Tordifferenzen.

Diesmal machte ein Treffer in der Verlängerung den Unterschied. Beim 2:3 (1:1, 1:1, 0:0, 0:1) aber zeigten die Ice Tigers eine vor allem kämpferisch beeindruckende Leistung.

Ein 16 Jahre junger Stammspieler

Gegen besser platzierte, vermeintlich schlicht bessere Teams sehen die Ice Tigers meist gut aus, gegen Ingolstadt aber hatten sie erneut große Probleme. Keine Mannschaft, nicht einmal die souveränen Tabellenführer aus München waren in Nürnberg so dominant aufgetreten wie die Panther. Allerdings mag das auch an der Aufstellung gelegen haben: Mit Ryan Stoa kehrte zwar ein lange verletzter Stürmer ins Aufgebot zurück, dafür fehlte Marcus Weber nach dem Kniecheck vom Freitag. Am Mittwoch (19.30 Uhr) im nächsten Heimspiel gegen Bremerhaven könnte der Verteidiger jedoch wieder mit dabei sein.

Ohne Patrick Reimer, Charlie Jahnke, vor allem aber ohne die Abwehrspieler Weber, Hayden Shaw und Blake Parlett musste Tom Rowe kreativ werden: Der vielseitige Tim Fleischer half hinten aus, der 16 Jahre junge Nürnberger Max Merkl wurde regelmäßig aufs Eis geschickt. Läuferisch kann Merkl längst mithalten, körperlich hatte er natürlich Probleme. Probleme aber hatten gegen Ingolstadt viele seiner Kollegen: Nach drei druckvollen Minuten konnte der gelernte Stürmer Fleischer Tye McGinn hinter dem Tor nicht aufhalten (4. Minute), in Unterzahl gelang es Oliver Mebus nicht, einen Abpraller zu kontrollieren – Frederik Storm traf (38.). Dazwischen hielten sich die Gäste meist im Nürnberger Drittel auf.

Noch einmal Fox... drüber

Dass es nach 40 Minuten trotzdem 2:2 stand, lag an der sehr konzentrierten Leistung von Niklas Treutle, am kunstvoll vollendeten Alleingang von Gregor MacLeod (14.) und der Präzisionsarbeit von Danjo Leonhardt im Power-Play (38.). Im Schlussdrittel setzten die Panther ihr gefühltes Überzahlspiel zunächst fort. Merkl nahm trotzdem weiterhin am Wechselspiel teil. Aber als es mit jedem Wechsel intensiver wurde, blieb der Teenager auf der Bank. Die Schlussminuten fühlten sich wie ein Playoff-Spiel an.

Von den 4613 Zuschauern hielt es keinen mehr auf seinem Sitz. Tatsächlich in der Schlusssekunde vergab Dane Fox Nürnbergs beste Chance. Verlängerung. Da schaufelte Rick Schofield den Puck vor dem leeren Tor doch noch in den Torhüter (61.). Und dann war doch Daniel Pietta (62.), der die Partie beendete - zu Gunsten der Gäste. Es war die erste Chance der Ingolstädter.

Auf den Rängen blieb es friedlich.

3 Kommentare